Throwback: Videoplace

1990 war die Zeit reif für den nächsten evolutionären Schritt in der Entwicklung des Prix Ars Electronica: die Einführung einer neuen Kategorie für "Interactive Art".

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Der amerikanische Computerkünstler Myron W. Krueger, der schon früh mit der Entwicklung interaktiver Werke begonnen hatte, gewann mit seinem Werk Videoplace die erste Goldene Nica in dieser neuen Kategorie, welche sich mit interaktiven Arbeiten unterschiedlichen Formats, von Installationen bis hin zu Netzprojekten, befasst. Das Werk Videoplace war eigentlich nicht als interaktives Kunstwerk konzipiert, Ziel war es vielmehr, die Interaktivität selbst zum künstlerischen Medium zu erheben. Dazu musste die menschliche Schnittstelle neu definiert werden: Das System sollte die Bewegungen der Teilnehmer*innen erkennen, statt Befehle aus traditionellen Eingabegeräten zu verarbeiten. Videoplace bestand aus zwei Räumen, die sich im selben Gebäude oder auf der anderen Seite des Planeten befinden konnten. Teilnehmer*innen die den Raum betraten, sahen sofort sich selbst, ebenso wie die Projektion der Personen im anderen Raum, auf einer Leinwand vor sich projiziert. Beide Teilnehmer*innen sahen dasselbe Bild, konnten es bewegen indem sie sich selbst bewegten und konnten auch mit dem Bild der anderen Person interagieren. Das Bild der teilnehmenden Menschen konnte in der Größe verändert, gedreht und in der Farbe verändert werden. Auch das interagieren mit vollständig virtuellen Objekten war möglich.

Mehr Bilder zu über 40 Jahren Ars Electronica findest du in unserem Archiv.

In unserer Serie „Throwback“ geben wir einen Rückblick auf vergangene Veranstaltungen, Ausstellungen, Installationen und weitere spannende Ereignisse aus dem Universum der Ars Electronica seit 1979.