A Bridge Too Far

Das Verfahren der sogenannten roboterbasierten inkrementellen Blechumformung (RISF-Verfahren) wird angewandt, um Bauteile in kleinen Stückzahlen zu fertigen. Dabei werden zwei voneinander unabhängige Standard-Industrieroboter eingesetzt, die auf Grundlage von CAD-Daten die gewünschte Blechgeometrie formen. Die Roboterarme bewegen ein einfaches Werkzeug über die Oberfläche eines Metallblechs, um eine lokalisierte plastische Verformung zu verursachen. Dieser Ansatz der digitalen Fabrikation zeigt Möglichkeiten auf, wie innerhalb der Architektur starre Bauelemente in Massenproduktion angepasst werden können.

„A Bridge Too Far“ ist eine Brücke, die mit genau diesem Verfahren hergestellt wurde. Die 3,5 m lange Brücke hat eine Materialstärke von lediglich 0,5 mm, kann dabei aber ein Gewicht von bis zu 100 kg tragen. Dies ist nur aufgrund der Verformungen in und zwischen den oberen und unteren Blechplatten möglich. Wir haben es hier mit einer Architektur zu tun, die nicht im herkömmlichen Sinne entstanden ist, sondern sich vielmehr über einen digitalen Modellierungsansatz, der generative Entwurfsalgorithmen mit verschiedensten Berechnungen verband, entwickelte.

Credits:

Diese Forschung wurde am Centre for IT and Architecture (CITA), KADK, im Rahmen des Forschungsprojekts Complex Modelling des Sapere Aude Advanced Grant durchgeführt, das vom Danish Council for Independent Research unterstützt wird. 

In Zusammenarbeit mit Bollinger + Grohmann, KET an der Universität der Kunst Berlin, SICK Sensor Intelligence Denmark und Materials Science and Engineering an der Monash University.

Das Projektteam besteht aus Paul Nicholas, Mateusz Zwierzycki, Esben Clausen Nørgaard, Scott Leinweber, Christopher Hutchinson und Riccardo La Magna.