Ars Electronica Festival 2021:

Ars Electronica Festival 2021: A New Digital Deal

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Fotosammlung Ars Electronica Festival 2021 – A New Digital Deal
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Ars Electronica 2021
Festival für Kunst, Technologie und Gesellschaft
8.-12. September 2021

(Linz, 19.4.2021) Von 8. bis 12. September wird die Ars Electronica 2021 stattfinden. Zum zweiten Mal seit 1979 wird sie ein hybrider Event sein, der Ausstellungen, Konzerte, Talks, Konferenzen, Workshops und Führungen in Linz und 100 weiteren Locations rund um den Globus umfasst. Thematischer Ausgangspunkt dieser Reise um die Welt ist diesmal die Forderung eines „New Digital Deals“.

A New Digital Deal – Wie die digitale Welt funktionieren könnte
(Programmatisches Statement von Gerfried Stocker, künstlerischer Geschäftsführer Ars Electronica)

Digitalisierung ändert nicht unsere Welt, stattdessen aber umso grundlegender
die Art und Weise, wie und was wir in dieser Welt tun können und müssen.

Im dritten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts angekommen, also in einer Zeit, für die uns ja schon selbstfahrende Autos, Flugtaxis, globaler Wohlstand und noch vieles mehr versprochen wurden, bzw. wir uns all das herbeigewünscht oder uns davor gefürchtet haben, zu einem Zeitpunkt, an dem die Diskussion um die Digitale Transformation lauter, aber auch verwirrter geführt wird als je zuvor, gilt es, die Fundamente der digitalen Welt, oder das, was wir dafür halten, neu zu denken.

Was als „Werkzeugtechnologie“ begann, ist zur zentralen und transformativen „Kulturtechnik“ geworden, was als Arbeitsumgebung entwickelt wurde, ist zu einem sozialen Lebensraum geworden, in dem sich weit über 4 Milliarden Menschen tummeln, was als lustiger, harmloser Austausch von täglichen Banalitäten und Katzenfotos begann, ist zu einem politischen Schlachtfeld geworden …

Wie wir damit umgehen, wie wir uns auf die weiteren Auswirkungen dieser Entwicklung vorbereiten, wie wir die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, politischen Rahmenbedingungen denken, hat sich jedoch nicht verändert und dort, wo wir Veränderung sehen, ist sie noch immer zu zögerlich und zu langsam. Ob wir wollen oder nicht, die Digitale Transformation ist nicht bloß ein reizvolles Wort für Sonntagsreden, sondern eine Realität bestimmende Tatsache. Die Evidenz der damit verbundenen Defizite und wie sehr sie uns zu schaffen machen, ist nicht zuletzt eine der prägenden Erfahrungen der aktuellen Pandemie-Lockdowns.

A New Digital Deal – die Frage nach unseren Handlungsmöglichkeiten und Handlungsfähigkeiten

Allerorts ist in letzter Zeit der Ruf nach neuen Deals sehr populär geworden; das spricht von einem wachsenden Bewusstsein für die Unabwendbarkeit von Veränderungen, aber wohl viel mehr auch von unserer Sehnsucht nach einfachen Lösungen, von der letztlich naiven Hoffnung, dass ein paar Verhandlungen und Vereinbarungen ausreichen würden, um die Schieflagen der aktuellen Entwicklungen zu reparieren.

Wie kann also ein neuer Deal aussehen und wie sollen wir Deal in diesem Zusammenhang denn überhaupt verstehen? Aus dem neuen digitalen Deal wird nichts werden, wenn wir ihn nur als einen schnellen Kuhhandel sehen, wenn wir nur darauf aus sind, uns ein paar Vorteile aushandeln zu können. Es ist auch kein Deal, den jemand für uns ausverhandeln kann, denn ein entscheidender Aspekt des „New Digital Deal“ ist die Frage „how are we going to deal with it“ – also die Frage nach den Handlungsmöglichkeiten und Handlungsfähigkeiten.

Wie können wir die digitale Welt „fixen“, d.h. die Probleme in den Griff bekommen und dennoch die immer öfter sichtbar werdenden Avancen eines machtpolitischen Durchgreifens verhindern? Welche Skills und welche Expertisen brauchen wir dafür, wo und wie werden wir diese Skills erwerben können, wo und wie die notwendigen Expert*innen ausbilden? Welche Rollen kommen jedem und jeder von uns dabei zu?

Deal kommt von teilen* und A New Deal heißt, die Karten neu zu verteilen!

Die Ars Electronica orientiert sich 42 Jahre nach ihrer Gründung und im zweiten Jahr der Corona-Pandemie, in dem die Digitalisierung unserer Welt, unserer daran geknüpften Hoffnungen und Befürchtungen abermals eine intensive Steigerung erfahren haben, auch an den eigenen Wurzeln.

Dem erfolgreichen Modell des letzten Jahres folgend, wird das Festival für Kunst, Technologie und Gesellschaft zu einem weltweiten Ankerpunkt. Zu einer Plattform für engagierte Menschen, die Zukunft nicht als Blick in die Kristallkugel der Technokonzerne, sondern als Verantwortung unserer Zeit sehen, die begonnen haben, diese Verantwortung auch anzunehmen, als gesellschaftliche Aktivierung und Ermächtigung, als Quelle analytischen, korrigierenden und alternativen Denkens und Handelns.

Ars Electronica in den Kepler’s Gardens wird abermals ein weltweit vernetztes Festival sein, das von mehr als hundert Partnerinstitutionen gemeinsam getragen wird – mit einem Zentrum in Linz, auf dem Campus der JKU und zahlreichen anderen Schauplätzen inmitten der Stadt.

Es reicht nicht aus, nur über die Gartenzäune zu blicken, wir vernetzen, öffnen und teilen unsere Gärten als Orte der Ideen, Inspirationen, der Denkanstöße und Vorbilder.

* Middle English deel, from Old English dǣl; akin to Old English dāl division, portion, Old High German teil part
https://www.merriam-webster.com/dictionary/deal

Das Ars Electronica Festival 2021 …
Im Jahr 2 der Pandemie stellt sich für ein Festival wie Ars Electronica nicht nur die Frage der inhaltlichen Ausrichtung. Als Europas größte und wichtigste Plattform für Kunst, Technologie und Gesellschaft geht es auch darum, die eigene Rolle und Aufgabe zu reflektieren und die 1979 von Hannes Leopoldseder initiierte Ars Electronica zum Role Model eines internationalen und hybriden Festivals des 21. Jahrhunderts weiter zu entwickeln. „Der tiefgreifende Wandel, in dem wir aktuell als Gesellschaft stecken, ist für eine Plattform wie Ars Electronica ebenso spannend wie herausfordernd“, sagt Gerfried Stocker, künstlerischer Geschäftsführer der Ars Electronica. „Wem sonst käme in einer solchen Zeit die Aufgabe zu, Neues auszuloten? Wer sonst sollte vorangehen und sich dabei auch einmal ein Stück weit verlaufen, um zu lernen, wie wir besser ans Ziel gelangen können? Wer, wenn nicht ein Ars Electronica Festival, sollte sich jetzt zu einer Sandbox machen, wie sie spannender nicht sein könnte?“

… ist regional verankert, …
Zentraler Festivalhub ist und bleibt Linz. Hier wurde das Festival für Kunst, Technologie und Gesellschaft 1979 initiiert, hier ist dieses Festival nach mehr als vier Jahrzehnten stark verwurzelt. „Mitstreiter*innen wie die OÖ Landes-Kultur GmbH, die Kunstuniversität Linz oder das Brucknerhaus und das Bruckner Orchester Linz gestalten mit uns Programme wie die CyberArts-Ausstellung, den ‚Festival-Campus‘ oder die ‚Große Konzertnacht‘“, verweist Managing Director Veronika Liebl auf langjährige Partner*innen, die mit ihren Perspektiven und Ideen den Charakter des Festivals maßgeblich prägen. Mit der Johannes Kepler Universität stieß im vergangenen Jahr eine weitere Partnerin dazu. „Die Kooperation mit der JKU ist ein Meilenstein, weil damit nicht nur das Potential des Festivals auf das nächste Level gehoben wird, sondern das Zusammenspiel von Kunst und Wissenschaft damit endgültig strategische Bedeutung für den Universitäts- und Wirtschaftsstandort Linz erlangt.“ Dass die JKU mit ihrem architektonisch völlig neu gestalteten Campus zudem eine perfekte Festivallocation einbringt, ist das „Tüpfelchen am i“.

… webt europaweite Netzwerke, …

Als Plattform für Kunst, Technologie und Gesellschaft begreift Ars Electronica das Brückenbauen zwischen Disziplinen und Branchen seit jeher nicht als lästige Notwendigkeit, sondern als vielversprechende Selbstverständlichkeit. Gefordert und gefördert wird genau das seit einigen Jahren auch immer stärker auf europäischer Ebene. „Von der STARTS- und der neuen Bauhaus-Initiative über die European Media Art Platform, das European ARTificial Intelligence Lab und STUDIOTOPIA Residency-Program bis zur Erasmus + Wissensallianz Steam Inc. oder Space EU – Ars Electronica ist heute als maßgeblicher Player in eine Vielzahl europäischer Initiativen und Netzwerke involviert“, sagt Veronika Liebl. „In Gestalt des Festivals verfügen wir über die perfekte Plattform und Bühne, über das perfekte Forum und Labor, um gemeinsam mit unseren vielen Partner*innen Zwischenergebnisse zu präsentieren und diskutieren.“

… legt Gärten zwischen Kunst, Technologie und Gesellschaft rund um den Globus an,
Wie weit die kooperativen Netzwerke von Ars Electronica mittlerweile reichen, wurde während der Pandemie sichtbar wie nie zuvor. „Dass ausgerechnet weltweite Reisebeschränkungen und Lockdowns dazu führen würden, dass aus dem Festival in Linz ein Festival in aller Welt werden würde, mutet erst einmal eigenartig an“, sagt Gerfried Stocker. „Genauer betrachtet war dieser Schritt freilich der einzig logische – und eigentlich war er überfällig.“ 2020 fand die Ars Electronica also erstmals nicht nur in Linz, sondern an mehr als 100 Locations in aller Welt statt. Zig Partner*inneninstitutionen rund um den Globus hegten jeweils ihre „Festivalgärten“ und ließen so die erste weltumspannende Ars Electronica sprießen. „Das unglaublich positive Echo seitens der Community und des Publikums, aber auch unserer Sponsoren und der Medien hat uns darin bestärkt, diesen Weg konsequent weiterzugehen“, sagt Christl Baur, Head of Ars Electronica Festival. „Mit dem MIT in Boston, einem ganzen Kunst- und Kulturnetzwerk in Barcelona, dem BOZAR in Brüssel, der Onassis Foundation in Griechenland, der Universität Auckland und der Universität Wellington in Neuseeland, dem chilenischen Außen- und dem Kulturministerium, und, und, und – sind schon jetzt wieder ganz unterschiedliche Partner*innen mit an Bord und arbeiten mit uns an der Festivalausgabe 2021.“

… ist ein hybrides Event …
Ein weiterer zentraler Schauplatz dieses Festivals wird (wieder) das Internet. Vorbei die Zeiten, in denen die Aktivitäten im Netz vor allem der Promotion dienten – in Zukunft geht es hier um das Zusammenspiel von Programmen im realen und digitalen Raum. „Wie funktioniert ein hybrides Festival des 21. Jahrhunderts?“, formuliert Christl Baur die Frage, um die sich nicht nur bei Ars Electronica zurzeit sehr viel dreht. „Ein bloßer Programmüberblick plus ein paar LIVE-Streams reicht wohl kaum – für eine wirklich tolle Online-Experience ist das viel zu wenig.“ Gefragt sind innovative Formate und neue, barrierefreie Formen der Interaktion. Zum einen sollen künftig wesentlich mehr Menschen ein Festival miterleben, zum anderen sollen sie das auf unterhaltsame und ansprechende Weise tun können. „Nicht nur wir Festivalmacher*innen, sondern alle Branchen quer durch unsere Gesellschaft haben diesbezüglich Handlungsbedarf“, sagt Christl Baur. „Denn auch wenn wir die aktuelle Gesundheitskrise und diverse Corona-Beschränkungen hoffentlich bald überwunden haben, ändert das nichts daran, dass wir mitten in einer noch bedrohlicheren Klimakrise stecken – und deshalb nachhaltige Lösungen brauchen.“ Der innovative Einsatz neuer Technologien wird dabei eine wichtige Rolle spielen. „Seit dem vergangenen Jahr experimentieren wir sehr viel mit hybriden Veranstaltungsformaten, virtuellen und interaktiven Vermittlungs- und Interaktionstools und werden im Rahmen der hybriden Ars Electronica 2021 diese Entwicklungen weiter vorantreiben.“

… und für neue Partner*innen offen
„Kann man sich als Institution oder Unternehmen an so einer hybriden Ars Electronica beteiligen?“, gibt Martin Honzik, CCO von Ars Electronica, eine seit dem vergangenen September regelmäßig eintrudelnde Frage wieder. „Die Antwort lautet ‚Ja‘, allerdings müssen dafür bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden.“ Im Rahmen der erst vor wenigen Wochen initiierten „Home Delivery SERVICES“ besteht das kostenpflichtige Angebot, sich als Institution, Museum, Universität, Unternehmen oder Konzern am Ars Electronica Festival zu beteiligen. „Wir sind immer daran interessiert, neue Partner*innen und Kund*innen zu gewinnen – egal aus welchen Branchen“, sagt Martin Honzik. „Denn es ist klar, dass wir die entscheidenden Kurven in Richtung einer ökologisch und sozial nachhaltigen Zukunft auf jenen Feldern kriegen müssen, die der Kunst üblicherweise nicht sehr nahestehen. Je mehr Allianzen wir mit Playern aus Mobilität, Industrie, Landwirtschaft und anderen Bereichen schmieden können, desto spannender und relevanter wird der Zukunftsdiskurs, den wir auf der Plattform Ars Electronica ausgetragen.“

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A New Digital Deal – Sujet Ars Electronica Festival 2021 / Fotocredit: Ars Electronica / Printversion

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Pressegespräch A New Digital Deal / Fotocredit: Ars Electronica / Printversion

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Pressegespräch A New Digital Deal / Fotocredit: Ars Electronica – Robert Bauernhansl / Printversion

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Pressegespräch A New Digital Deal / Fotocredit: Ars Electronica – Robert Bauernhansl / Printversion

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Pressegespräch A New Digital Deal / Fotocredit: Ars Electronica – Robert Bauernhansl / Printversion

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Impression of JKU Campus / Fotocredit: vog.photo / Printversion