Ars Electronica 2022:

71.000 Besuche auf Planet B

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Fotosammlung Ars Electronica Festival 2022
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Ars Electronica Blog

953 Künstler*innen, Forscher*innen und Aktivist*innen – 337 Kooperationspartner – 439 Mitarbeiter*innen – 425 Veranstaltungen – 11 Locations – 5 Tage

„Wer bei der diesjährigen Ars Electronica war und die 24-jährige Neirok Leem von den Marshall Inseln gehört hat, weiß zwei Dinge: Erstens, dass wir noch immer keinen blassen Schimmer davon haben, was die Klimakrise für uns bedeuten wird. Und zweitens, dass der anstehende Wandel ein ganz grundlegender sein muss“, sagt Gerfried Stocker. „Wer beim Festival war, hat aber auch erlebt, dass diese Wahrheit zumutbar ist und die Menschen weder in Panik noch in Resignation verfallen lässt. Im Gegenteil – überall auf der Welt setzen Künstler*innen, Forscher*innen, Aktivist*innen und Studierende längst alles daran, die notwendige Veränderung einzuleiten. Die Entschlossenheit und Kreativität, mit der sie das tun, macht Mut“, blickt Gerfried Stocker auf die vergangenen fünf Tage zurück. Meinhard Lukas, Rektor der Johannes Kepler Universität Linz, sieht das genauso: „Trotz düsterer Zukunftsperspektiven verfiel das Festival nicht in Mut- und Ratlosigkeit, sondern zeichnete eine positive Vision unserer Erde nach einer globalen Transformation. Wie diese Transformation gelingen kann? Vor allem durch eine globale und diverse Jugend, wie sie die Johannes Kepler Universität Linz und Ars Electronica mit der Festival University vereint haben. Die Studierenden haben dabei gelernt, auch mit den Augen ihrer Kolleg*innen aus anderen Ländern und Erdteilen auf die Krisen unserer Zeit zu schauen und Lösungsansätze zu beurteilen. Die 200 Studierenden kehren als Botschafter*innen dieses Linzer Spirits in ihre 70 Heimatländer auf der ganzen Welt zurück.“

Riesiges Kooperationsprojekt

953 Menschen aus 76 Ländern waren am Programm der diesjährigen Ars Electronica beteiligt. 11 Locations im Linzer Stadtgebiet wurden bespielt, eine virtuelle Kunsthalle eingerichtet, alle großen Konferenzen sowie eine Reihe von Talks und Präsentationen gestreamt. 337 Kooperationspartner*innen haben zum Festival beigetragen und 425 Veranstaltungen möglich gemacht. Das Team von Ars Electronica zählte temporär bis zu 439 Mitarbeiter*innen.

Zahlreiche Publikumsmagnete

Nach den sehr stark ins Netz verlagerten Festivalausgaben der Jahre 2020 und 2021, fand die Ars Electronica Großteils wieder vor Ort in Linz statt und stieß auf große Resonanz. Trotz durchwachsenen Wetters wurden im Laufe der vergangenen 5 Tage mehr als 71.000 Besuche an 11 Locations gezählt. Zu den ausverkauften Publikumsmagneten zählten die täglich mehrmals angebotene Performance „Sh4d0W“, die Futurelab Night, die Deep Space-Präsentationen der Kurator*innen des Pariser Louvre und der Direktorin der Vatikanischen Museen und die beiden Konzerte von Laurie Anderson (US), die mit Dennis Russell Davies (US), der Philharmonie Brünn (CZ) und Rubin Kodheli (US) ihre „Songs for Amelia“ zur Aufführung brachte. Regelrecht gestürmt wurde zudem das Ars Electronica Center; nach einem August, der mit 15.509 Besuchen alle bisherigen (ausgenommen das Kulturhauptstadtjahr 2009) weit übertraf, zählte das Museum der Zukunft allein in den vergangenen fünf Tagen mehr als 8.800 Besuche.

Jobvermittlung ganz anders

Es war ein Experiment – und es hat funktioniert. Das erstmals mit dem AMS OÖ durchgeführte „Job-Buffet“ sollte Arbeitgeber*innen und Arbeitsuchenden die Chance eröffnen, einander auf ganz anderem Terrain kennenzulernen und ins Gespräch zu kommen. Samstag, 9. September, war es so weit und Vertreter*innen von 14 Unternehmen – darunter der Ars Electronica selbst – mischten sich im Uni-Center unter die Leute. Ergebnis waren interessante Gespräche auf Augenhöhe, die noch in dieser Woche in eine Reihe konkreter Vorstellungsgespräche münden werden.

(Open) Festival University

Spannend verlief das – sehr öffentliche – Finale der Festival University. Nach Ausflügen in ganz Oberösterreich, Workshops und Lectures mit hochrangigen Expert*innen aus dem Ars Electronica Kosmos – darunter Ernst Ulrich von Weizsäcker (DE), Franz Fischler (AT), Laurie Anderson (US), Diana Ayton-Shenker (US), Rashaad Newsome (US), Alex Verhaest (BE) oder Karl Markovics (AT) – luden die 200 Studierenden aus 70 Ländern zur fiktiven internationalen Umwelt- & Klima-Gerichtsverhandlung. Den Vorsitz dieses Feldversuchs führte Mathis Fister, Professor für Verfassungsrecht und Verwaltungsrecht an der Johannes Kepler Universität Linz, öffentlich verhandelt wurden die Fragen, ob Wasser ein privates oder öffentliches Gut sein soll, ob Atomenergie als grün gelten kann und wie der Status „Klimaflüchtling“ zu definieren ist.

258 Medienvertreter*innen aus 31 Ländern

Sehr groß war auch das mediale Interesse an der diesjährigen Festivalausgabe. 258 Medienvertreter*innen aus 31 Ländern akkreditierten sich für die Linzer Ars Electronica und berichten etwa für Wired Japan, Der Spiegel, Neue Zürcher Zeitung, Frankfurter Allgemeine, BBC, Arte, La Repubblica, Nikkei, Focus, Deutschlandfunk, Bayerischer Rundfunk, heise, Leonardo, Yahoo Japan News, vdi-nachrichten, N1, Technology Review, artouch, Kunstforum.de oder Neural.it.

ars.electronica.art/planetb

STATEMENTS

Klaus Luger, Bürgermeister der Stadt Linz

„Es ist immer wieder beglückend, so viele Gäste aus aller Welt bei uns Linz begrüßen zu dürfen. Die Vielfalt an Sprachen, Kulturen und Disziplinen, die Offenheit, die Kreativität und der Optimismus – all das formt diese einmalige Atmosphäre, die im Rahmen der Ars Electronica jeden September in unsere Stadt einzieht. Es ist eine Atmosphäre, die inspiriert, die Mut macht und die ansteckt. Wir haben dieses Jahr eine Ars Electronica erlebt, die keinen Zweifel daran gelassen hat, dass riesige Herausforderungen auf uns warten. Dieselbe Ars Electronica hat gleichzeitig zum Ausdruck gebracht, dass wir es immer noch in der Hand haben, diese Herausforderungen zu meistern und den ‚Planet B‘ Wirklichkeit werden zu lassen.“

Doris Lang-Mayerhofer, Kulturstadträtin und Beiratsvorsitzende von Ars Electronica

„Wer im Verlauf der vergangenen fünf Tage in ‚Kepler’s Garden‘ war und die vielen strahlenden Gesichter dort gesehen hat, weiß, wie dringend nötig diese Ars Electronica war. Kein Zoom-Meeting, keine Skype-Schaltung und kein Live-Stream kann diese Energie und Aufbruchsstimmung erzeugen, die entsteht, wenn Menschen aus aller Welt einander treffen und gemeinsam auf Entdeckungsreise gehen. Darüber hinaus ist es jedes Mal aufs Neue faszinierend, wie die Kunst und nur die Kunst es schafft, uns aus unserem Alltag loszureißen und dazu zu verführen, uns auf die aberwitzigsten und verrücktesten Vorstellungen, Gedanken und Geschichten einzulassen. Und auch wenn wir auf dem Heimweg wieder in unserem Alltag ankommen – ein kleiner Rest dieses „Was wäre, wenn …?“ bleibt und das ist gut so!“

Meinhard Lukas, Rektor der Johannes Kepler Universität

„Das Ars Electronica Festival 2022 begeisterte tausende Besucher*innen mit seiner einzigartigen Verschmelzung von Kunst, Technologie und Gesellschaft. Und einmal mehr setzte die Ars damit einen wirkmächtigen globalen Impuls für ein nachhaltiges Miteinander – gestärkt durch eine Symbiose von Wissenschaft und Kunst. Trotz düsterer Zukunftsperspektiven verfiel das Festival nicht in Mut- und Ratlosigkeit, sondern zeichnete mit ‚Planet B‘ eine positive Vision unserer Erde nach einer globalen Transformation. Wie diese Transformation gelingen kann? Vor allem durch eine ebenso globale und diverse Jugend, wie sie die Johannes Kepler Universität Linz und Ars Electronica mit der Festival University am Campus der JKU vereint haben. Die Studierenden aus aller Welt haben vor einem internationalen Publikum eindrucksvoll aufgezeigt, wie der Wandel in Richtung ‚Planet B‘ gelingen kann. Sie haben gelernt, auch mit den Augen ihrer Kolleg*innen aus anderen Ländern und auch Erdteilen auf die großen Krisen unserer Zeit zu schauen und Lösungsansätze zu beurteilen. Die 200 Studierenden kehren als Botschafter*innen dieses Linzer Spirits in ihre 70 Heimatländer auf der ganzen Welt zurück. Ich danke Herrn BM Polaschek, der die einzigartige Festival University mit Mitteln seines Ressorts möglich gemacht hat.“

Brigitte Hütter, Rektorin der Kunstuniversität Linz, über die Ars Electronica 2022

„Die Ars Electronica hat in ihrer langjährigen Geschichte schon oft gezeigt, welchen hohen Stellenwert sie im internationalen Festivalgeschehen hat. Im heurigen Jahr konnte man die hohen Erwartungen noch einmal deutlich übertreffen. Ich bin glücklich, dass wir als Kunstuniversität seit 18 Jahren einen Beitrag zu diesem großartigen Festival leisten dürfen – heuer mit so vielen Künstlerinnen und Künstlern wie noch nie. 2022 war für uns ein echter Meilenstein. Der Hauptplatz, die ganze Stadt war im Festivalfieber, ganz Linz spielte junge und kritische Medienkunst.“

Hemma Schmutz, Direktorin Lentos

„Die realisierten Konzepte der fünf mit den CIFO-Ars Electronica Award ausgezeichneten Künstlerinnen haben die Vielfalt der lateinamerikanischen Medienkunst gezeigt. Die in den Arbeiten verhandelten Themen, wie Ökologie, Aufarbeitung der kolonialen Geschichte und Feminismus sprechen aktuellen Problemfeldes des Kontinents in überzeugender interaktiver künstlerischer Umsetzung an. Für mich eine große Bereicherung unseres Ausstellungsprogramms.“

Martin Rummel, Rektor der Anton Bruckner Privatuniversität

„Es freut mich, dass die Anton Bruckner Privatuniversität auch im Rahmen des heurigen Ars Electronica Festivals als Kooperationspartner zum großen Erfolg der Veranstaltung beitragen konnte. Für uns bedeutet die Interaktion mit anderen Kunstformen und den technischen Wissenschaften eine Bereicherung, die Lehre und Forschung unserer Universität inspirieren. Wir sind stolz, auf diese Weise an der internationalen Sichtbarkeit des Medien- und Digitalstandort Linz einen Anteil zu leisten und unsere Zusammenarbeit mit der Johannes Kepler Universität und der Ars Electronica zu dokumentieren.“

http://www.flickr.com/photos/arselectronica/52349994595/
Laurie Anderson (US) / Foto: Superflux/ Printversion / Best-Of Fotoalbum

http://www.flickr.com/photos/arselectronica/52345195208/
Life Ink / Maki Namekawa (JP) – Wacom Co., Ltd. & Ars Electronica Futurelab / Foto: Florian Voggeneder / Printversion / Fotoalbum

http://www.flickr.com/photos/arselectronica/52342917415/
LightSense / Uwe Rieger (DE/NZ), Yinan Liu (NZ), Tharindu Kaluarachchi (LK), Amit Barde (IN) / Foto: Florian Voggeneder / Printversion / Fotoalbum

http://www.flickr.com/photos/arselectronica/52341112413/
ECOLALIA / Klaus Spiess (AT), Ulla Rauter (AT), Emanuel Gollob (AT), Rotraud Kern (AT) / Foto: Florian Voggeneder / Printversion / Fotoalbum

http://www.flickr.com/photos/arselectronica/52346146343/
Ars Electronica Award Ceremony / Foto: tom mesic / Printversion / Fotoalbum

Video-Impressionen Ars Electronica 2022