Geführte Touren durch das Festival: WE GUIDE YOU 2018

Es ist eines der größten Medienkunstfestivals der Welt – gar nicht so leicht also, sich am Ars Electronica Festival, dieses Jahr von 6. bis 10. September 2018, zurechtzufinden. Damit genau das etwas einfacher wird, bieten wir auch dieses Jahr wieder geführte Touren durch das Programm an. Welche? Das erfahren Sie im Interview.

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12 Festivallocations, mehr als 500 Events, verschiedenste Ausstellungen, Open Labs, Workshops, Performances, Theater, Konferenzen und, und, und….Bei so viel Ars Electronica Festivalprogramm fällt die Auswahl schwer. Wer sich einen ersten Überblick verschaffen oder in einer geführten Tour von ExpertInnen genaueste Details zu ausgewählten Themen erfahren möchte, lässt sich am besten etwas unter die Arme greifen. Mit WE GUIDE YOU ist das möglich – das Führungsprogramm am Ars Electronica Festival, von 6. bis 10. September 2018, bietet Spotlight Tours für den ersten Eindruck, Expert Tours zur thematischen Vertiefung und kostenlose Community Parcours in 11 Fremdsprachen.

Welche Inhalte sich genau hinter den Touren verstecken hat uns Sonja Schachinger, verantwortlich für das Vermittlungsprogramm am Ars Electronica Festival, im Interview verraten.

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Das Ars Electronica Festival umfasst mehr als 500 Events, es gibt mehrere Ausstellungen, viele Open Labs, Workshops und scheinbar endlos Programmpunkte zu entdecken. Wie kann man durch ein so großes Festival führen?

Sonja Schachinger: Einen ersten Überblick verschaffen wir dieses Jahr mit den Spotlight Tours. Wir haben bei den Guides großen Wert darauf gelegt, dass sie ausgebildete Kunst- und Kulturvermittler und –Vermittlerinnen sind, die an mehreren Themenfäden das Festival erklären. Diese Themen spiegelt sich auch in den Expert Tours wieder, eine etwas andere Kategorie der Führungen, die jedoch sehr viel spezifischer sind. Unsere Guides gehen für die Spotlight Tours an unterschiedlichen Gehwegen durch die POSTCITY Linz und erkunden so das Festival. Man weiß bei einer Spotlight Tour vorher nicht, auf welchem Gehweg man das Festival kennenlernen wird, denn jede Tour ist anders. Wenn man also zwei Touren bei unterschiedlichen Guides bucht, wird man auch Unterschiedliches erleben! Man bleibt nicht bei jedem Werk stehen, sondern konzentriert sich wirklich auf Spotlights. Somit kann man sich einen sehr guten ersten Überblick verschaffen und kommt auch durch das gesamte Festivalareal in der POSTCITY Linz, auch auf das gebührenpflichtige Dach oder die Kellerräumlichkeiten, in denen die Themenausstellung ist. Wenn man vielleicht das erste Mal am Festival ist oder noch Berührungsängste mit Medienkunst hat, ist eine Spotlight Tour wirklich eine schöne Einführung.

Credit: Tom Mesic

Du hast sie schon kurz erwähnt, auch dieses Jahr gibt es wieder besondere Expert Tours. Was erwartet uns hier?

Sonja Schachinger: Dieses Jahr werden die Ars Electronica Projektmanager und –Managerinnen jeweils eine Expert Tour zu ihrem Thema geben! Das heißt, hier kann man wirklich Hintergrundinformationen erfahren. Wie wurde ein Kunstwerk in die POSTCITY gebaut? Wie macht man so etwas überhaupt? Das ist sicherlich interessant für Kuratoren und Kuratorinnen, Museumsmitarbeiter und – Mitarbeiterinnen, Experts, die selbst vielleicht an kleineren oder größeren Projekten arbeiten, und für alle, die gerne eine Führung hätten, die wirklich in die Tiefe geht. Man tritt in den Dialog mit Menschen, die sehr lange und intensiv an den Ausstellungen gearbeitet haben. So eine Tiefe ist in einer Spotlight Tour nicht möglich.

Wir bieten dieses Jahr 18 Expert Tours an, zusätzlich zu unseren Projektmanagern und –Managerinnen haben wir auch Experts aus unterschiedlichen Bereichen eingeladen. Die Ars Electronica Projektleiterin Florina Costamoling wird gemeinsam mit Christiane Luible-Bär, Leiterin des Studiengangs Fashion & Technology an der Kunstuniversität Linz, durch die STARTS-Projekte führen. Die Journalistin Ariana Dongus, die auch bei der Themenkonferenz spricht, führt unter dem Titel „Who decides what the norm is?“ durchs Festival und sucht sich unter den vielen Angeboten die Punkte, die besonders zu ihrem Thema passen. In ihrer Arbeit befasst sie sich mit Migration, dem Nahostkonflikt und Digital Divides. Ihr Vortrag vom Themensymposium kann sich in dieser Führung genauso wiederspiegeln wie persönliche Schwerpunkte. Xin Liu vom MIT Media Lab gibt eine Tour namens „Art & Space – Humanity in Space“, wo es sicherlich auch darum gehen wird, wie sich der Mensch sowohl sozial als auch über die technischen Herausforderungen entwickeln kann.

Bei „ERROR – Die Mutation der botanischen Intelligenz“ geht es um Fehler als treibende Kräfte der Evolution, während sich der Künstler Isaac Monté und die Künstlerin Susana Ballesteros bei „The Imperfection of Humanity“ damit auseinandersetzen, wie der Mensch transformiert werden könnte – oder vielleicht schon wird. Und das sind nur einige Beispiele!

Credit: Florian Voggeneder

Als drittes Standbein von WE GUIDE YOU gibt es die Community Parcours. Worauf können wir uns freuen?

Sonja Schachinger: Die Community Parcours sind Gratistouren in den wichtigsten Fremdsprachen für die Stadt Linz, sodass auch Communities, die kein oder nur wenig Deutsch oder Englisch sprechen, das Festival erleben können. Wir haben mittlerweile 11 Sprachen und ein Zusatzformat, ein inklusiver Parcours. Hier kommt eine Expertin aus Wien, eine Inklusivpädagogin und zertifizierte Kunst- und Kulturvermittlerin. Wir sind in der POSTCITY Linz leider nicht zu 100 Prozent barrierefrei, was daran liegt, dass es ein altes Postverteilzentrum ist. Wir sind zwar sehr, sehr glücklich mit der Location, aber sie ist nun einmal nicht für ein Festival ausgelegt, die Bunkerstrukturen sind nicht barrierefrei gestaltet und aufgrund der allgemeinen Sicherheitsvorkehrungen dürfen wir leider nicht überall Rampen einbauen. Das, was wir ändern können, machen wir auch – und in der Inklusionsführung werden wir versuchen, dass unsere Besucher und Besucherinnen auch wirklich so viel wie möglich vom Festival sehen können. Vielleicht wird unser Guide noch zusätzliche Medien ins Spiel bringen, um die Ausstellungen noch besser erlebbar zu machen.

Credit: Tom Mesic

Was ist dein persönlicher Tipp für Festivalbesucherinnen?

Sonja Schachinger: Wenn man noch nie am Festival war, empfehle ich, zuerst einmal auf unsere Homepage zu gehen und sich einen ersten Überblick zu verschaffen. Das Festival ist wirklich sehr groß und man sollte nicht glauben, dass man um 17 Uhr ankommen kann und bis 19 Uhr alles gesehen hat. Nach einer Tour ist es meistens so, dass man danach noch viel mehr Dinge entdecken möchte! Eine gute Idee ist es auch, eine Tour am Ende des Tages zu nehmen, um das, was man untertags selbst erkundet hat, noch einmal im Dialog mit der Gruppe zu erfahren. Um wirklich das ganze Festival zu sehen, das ja nicht nur auf die POSTCITY Linz beschränkt ist, sondern sich wirklich über die gesamte Stadt erstreckt, benötigt man aber sicherlich fünf Tage – und selbst dann bin ich mir sicher, dass man noch nicht alles gesehen hat. Für den ersten Eindruck ist aber sicherlich die Spotlight Tour ein Goodie, damit man zuerst die Gegenden in der POSTCITY sieht. Damit ich wirklich im Bunker jede Ecke finde, lasse ich mich doch gerne guiden.

Sonja Schachinger weist langjährige internationale Ausstellungserfahrung durch ihre Tätigkeiten bei der Messe Frankfurt vor. Sie absolvierte ein postgraduales Studium an der Donau Universität in Krems, das sie am Department for Image Science im Studienlehrgang „Media Art Histories“ abschloss. Sie hat bereits für das BIO-FICTION Festival und die synth-ethic Ausstellung der Biofaction KG in der Produktionsorganisation gearbeitet. Sie ist im Team der Kunstvermittlung an der Kunstmeile Krems und für das Kulturvermittlungsprojekt denkmalwien des Mauthausenkomittee Österreich tätig.

Alle Details sowie einen Überblick über die verschiedenen WE GUIDE YOU Touren – von Spotlight Tours über die unterschiedlichen Expert Tours bis hin zu den kostenlosen Community Parcours – finden Sie auf unserer Webseite.

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