Plastics for Life: Nachhaltiger Kunststoff

Wie kann Plastik nachhaltiger gestaltet werden? Die Kunststoffverarbeitungs- und Schaumstoffproduktionsfirma Greiner präsentiert zwei Ideen von eigenen MiterarbeiterInnen am Ars Electronica Festival von 6. bis 10. September 2018 zum Thema.

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Jedes Jahr veranstaltet die Firma Greiner eine Ideenkampagne, zu der MitarbeiterInnen ihre Antworten auf immer andere Fragen einreichen können. 2017 war das Thema, wie man Plastik nachhaltiger einsetzen – oder abbauen – könnte. Zwei der Ideen werden nun am Ars Electronica Festival 2018 ausgestellt und sind von 6. bis 10. September 2018 in der POSTCITY Linz zu besuchen. Axel Kühner, Vorstandsvorsitzender der Greiner Gruppe, hat im Interview schon mehr verraten.

Credit: Greiner

Die Firma Greiner ist ein Kunststoffverarbeiter und Schaumstoffproduzent, das Ars Electronica Festival dreht sich rund um Medienkunst – eine Zusammenarbeit scheint auf den ersten Blick so gar nicht selbstverständlich. Warum ist die Teilnahme am Festival für Sie trotzdem interessant?

Axel Kühner: Die Greiner Gruppe geht oft Wege, die auf den ersten Blick nicht selbstverständlich scheinen. Aber wir sind überzeugt, dass außergewöhnliche Ideen außergewöhnliche Vorgehensweisen und ein Out-of-the-Box-Denken erfordern. Dazu gehört auch die seit mehreren Jahren bestehende Kooperation zwischen Ars Electronica und der Greiner Gruppe.

Der interdisziplinäre Austausch mit Kunstschaffenden ist vor allem im Rahmen der strategischen und technologischen Frühaufklärung, dem sogenannten Strategic Foresight Process, interessant, da Künstler und Künstlerinnen Zukunftsszenarien skizzieren, indem sie Trendbrüche in der Gesellschaft ausprobieren und aufzeigen. Auch im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe „Future in a Nutshell“, bei der wir unseren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen Zukunftsthemen wie etwa Industrie 4.0, Künstliche Intelligenz oder Smart Material in kurzweiligen Vorträgen näherbringen, liefert uns die Zusammenarbeit mit Ars Electronica wertvolle Inputs. Noch in den Kinderschuhen, aber bereits angedacht, ist auch eine Zusammenarbeit im Rahmen künftiger Ausbildungsprogramme – beispielsweise während der Semester- oder Osterferien – für Greiner Lehrlinge. Sie sehen also, es gibt viele Gründe, die die Zusammenarbeit wertvoll für uns machen.

Greiner wird am Ars Electronica Festival zwei Projekte ausstellen. Welche sind das und wie kam es zu den Ideen?

Axel Kühner: Einmal im Jahr sammeln wir bei Greiner im Zuge einer gruppenweiten Ideenkampagne Inputs zu verschiedenen Themenbereichen. 2017 standen der nachhaltige Einsatz von Kunststoff sowie dessen Abbau auf der Agenda. Mit der Präsentation der zwei vielversprechendsten Einreichungen am Ars Electronica Festival hoffen wir auf zahlreiche Rückmeldungen von interessierten, kreativen und innovativ denkenden Besuchern und Besucherinnen, auf konstruktive Diskussionen und viele neue Denkanstöße!

Eines der Projekte ist die Greiner Life Capsule zur Aufforstung brachliegender Flächen. Die Idee ist so einfach wie effektiv: Eiergroße Behälter aus abbaubarem Kunststoff gefüllt mit Pflanzensamen, Nährstoffen und Wasser werden flächendeckend per Flugzeug abgeworfen. Einmal gelandet, zerfällt die Kapsel, die Samen treiben aus, schlagen Wurzeln und die Landschaft erwacht zu neuem Leben. Das zweite Projekt trägt den Namen Enzymatic Recycling und befasst sich mit der Zersetzung von Kunststoff durch Bakterien und damit, wie diese schonende, aber zeitintensive Art, Plastik zu recyceln, durch die synthetische Herstellung von Bakterien vorangetrieben werden kann.

Greiner am Ars Electronica Festival 2015. Credit: Loopex

In der Vorbereitung zum Festival war es Ihnen nicht nur wichtig, die eigenen MitarbeiterInnen miteinzubeziehen, sondern letztendlich auch die BesucherInnen am Festival. Was erwartet also das Publikum? Und warum ist dieser Input für Greiner so wertvoll?

Axel Kühner: Bisher haben wir vorwiegend intern nach Ideen Ausschau gehalten und diese dann gemeinsam mit den besten R & D Projekten und den erfolgreichsten Innovationen vor den Vorhang geholt. Im Rahmen des Ars Electronica Festivals laden wir die Besucher und Besucherinnen nun erstmals ein, mit uns in den Dialog zu treten und uns an ihren Ideen und Gedanken teilhaben zu lassen. Ein weiterer Schritt in Richtung Open Innovation also. Der nächste Schritt ist die Durchführung des ersten Greiner Ideation Hackathons im Oktober in Wien, bei dem wir Start-ups, Studierende, Kreative und Erfinder sowie Erfinderinnen einladen, neue Geschäftsmodelle für unsere Produkte zu entwickeln.

Das diesjährige Festivalthema lautet „Error – The Art of Imperfection“. Können Sie zum Abschluss vielleicht eine Geschichte zu einem mit uns teilen?

Axel Kühner: Aus Fehlern lernt man. Sie eröffnen oft neue Sichtweisen und Chancen, da sie uns dazu zwingen, ausgetretene Pfade zu verlassen und Neues auszuprobieren. Von daher sehe ich Fehler nicht zwangsweise als etwas Negatives. Wenn Sie nach Fehlern in meiner Laufbahn fragen, dann kann ich nur sagen, dass sich Dinge sicher oft anders entwickeln als geplant. Aber das macht das Leben auch spannend. Ich wollte als Jugendlicher beispielsweise immer Arzt werden, konnte dieses Ziel aber nicht weiterverfolgen, weil ich kein Blut sehen kann. Ob es ein Fehler war den Traum aufzugeben? Nein, ich bin jetzt Vorstandsvorsitzender einer weltweit tätigen Firma und habe den schönsten und spannendsten Job, den ich mir für mich vorstellen kann. Wenn Sie so wollen, bin ich also ein lebendes Beispiel dafür, dass vermeintlich Limitierendes neue und vielleicht richtigere Wege eröffnet.

Axel Kühner ist Vorstandsvorsitzender der Greiner Gruppe. Credit: Greiner Holding AG / Joachim Haslinger

 

 

Die beiden Projekte der Firma Greiner werden am Ars Electronica Festival 2018 zu sehen sein. Nähere Informationen finden Sie hier.

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