Throwback: Das erste Ars Electronica Festival

Am 18. September 1979 erblickt das allererste Ars Electronica Festival das Licht der Welt und legte den Grundstein für die Erfolgsgeschichte der Ars Electronica.

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Am Abend des 18. September 1979 versammelten sich rund 100.000 Menschen – etwa die Hälfte der Linzer Stadtbevölkerung – im Park am Donauufer vor dem Brucknerhaus, dem Konzertsaal der Stadt. Es war ein milder Abend nach einem meist sonnigen Frühherbsttag. Die Eröffnungsveranstaltung war das Gesprächsthema des Tages gewesen. Der Verkehr brach zusammen, denn niemand hatte mit einem so großen Andrang gerechnet. Um fünf Minuten nach acht begannen die Klänge des ersten Satz von Anton Bruckners Symphonie Nr. 8 in c-Moll „Allegro Moderato“ den Fluss entlang zu fließen. Angekündigt war das Ereignis als „Klangwolke“, die schließlich die ganze Stadt Linz einhüllen sollte. Erreicht werden sollte dies durch eine massive Beschallungsanlage im Donaupark und am gegenüberliegenden Ufer, durch zusätzliche Lautsprechersysteme an vier abgelegenen, erhöhten Stellen in der Stadt und – vielleicht am wichtigsten – durch den regionalen Rundfunk. Die beiden Ereignisse, die den Beginn des ersten Ars Electronica Festivals markierten waren unter anderem die riesige „Klangwolke“ und die Ankunft des Roboters SPA 12, der aus New Jersey, USA, eingeflogen worden war. Er begrüßte die Linzer Bevölkerung herzlich und hielt die Eröffnungsrede auf dem Ars Electronica Festival am 18. September. Er mischte sich sogar unter die Menschen auf der Landstraße, der Haupteinkaufsstraße der Stadt, beantwortete die Fragen der Anrufer einer Live-Radiosendung und war der Star einer Late-Night-TV-Diskussionssendung im Club 2. Das erste Ars Electronica Festival war ein Pilotprojekt, das die gerade heraufziehende digitale Revolution zum Anlass nahm, nach möglichen Zukünften zu fragen und diese Recherche an der Schnittstelle von Kunst, Technologie und Gesellschaft ansiedelte. Mit dieser bis heute gültigen Philosophie legten der Kybernetiker und Physiker Herbert W. Franke, der Elektronikmusiker Hubert Bognermayr, der Musikproduzent Ulli A. Rützel und Hannes Leopoldseder, damaliger Intendant des ORF-Landesstudios Oberösterreich, den Grundstein für die Erfolgsgeschichte der Ars Electronica.

Mehr zum diesjährigen Ars Electronica Festival findest du hier.

In unserer Serie „Throwback“ geben wir einen Rückblick auf vergangene Veranstaltungen, Ausstellungen, Installationen und weitere spannende Ereignisse aus dem Universum der Ars Electronica seit 1979.