Tag 0: Pre-Opening – Es geht los!

„A New Digital Deal” lautet der Titel des Ars Electronica Festival 2021 und will damit einen neuen Weg für Herausforderungen propagieren. Als Plattform für Kunst, Technologie und Gesellschaft wollen wir Impulse geben, Fragen stellen, Wege erkunden und auch gleich ins Umsetzen kommen.

| | |

Von 8. – 12. September 2021 wird der neue Deal erkundet, in Linz, in 86 Gärten weltweit und online. 750 involvierte Künstler*innen, 127 Events in Linz, 466 Sessions auf Swapcard, 15 Online Tours. Hier geht’s zum Programm in Linz, hier zu den Online Events und hier zu den Tickets. Und für den Fall, dass angesichts der Fülle der Möglichkeiten eine Entscheidungshilfe benötigt wird, haben wir hier eine Auswahl an Touren je nach Interesse zusammengestellt.

Wenn Sie den Inhalt starten, sind Sie damit einverstanden, dass Daten an www.youtube-nocookie.com übermittelt werden.
Datenschutzerklärung

Der Tag vor dem offiziellen Festivalstart eröffnet die Linzer Ausstellungen abseits von Kepler’s Gardens. Der Kulturspaziergang startet beim OÖ Kulturquartier mit der Schau der prämierten Werke des Prix Ars Electronica.

Die Kategorie Artifical Intelligence & Life Art widmet sich der künstlerischen Praxis und dem künstlerischen Denken in allen Bereichen der künstlichen Intelligenz und der Life Sciences. 2021 geht die Goldene Nica an das Projekt „Cloud Studies“ der internationalen Rechercheagentur Forensic Architecture, die weltweit Menschenrechtsverletzungen, staatliche Gewalt und Umweltverbrechen untersucht.

Cloud Studies, Forensic Architecture, Credit: Ars Electronica, Bauernhansl

Digital Musics & Sound Art würdigt zeitgenössische digitale Klangproduktion aus dem breiten Spektrum der elektronisch erzeugten Musik. „Organ Scape“ ist eine analoge Installation von Xoán Xil López, die er für ein Orgelpfeifenfestival kreiert hat.

Organscape, Xoán-xil López, Credit: Ars Electronica, Bauernhansl

Eine sehr poetische Arbeit aus dem Musikbereich ist „A Father’s Lullaby“ von Rashin Fahandej, die die Ungleichbehandlung aufgrund ethnischer Herkunft im Strafvollzugswesen der USA thematisiert. Väter singen Wiegenlieder, dazu können unterschiedliche Geschichten und Interviews gehört werden. Ein kraftvolles Projekt…

A Father’s Lullaby, Rashin Fahandej, Credit: Ars Electronica, Bauernhansl

„When The Sea Sends Forth A Forest“ von Guangli Liu erhielt die Goldene Nica der Computer Animation. Es erzählt die vergessene Geschichte der chinesischen Bevölkerung Kambodschas zur Zeit der Gewaltherrschaft der Roten Khmer. Weil es kaum Aufnahmen aus dieser Zeit gibt, nutzt Guangli Liu eine Mischung aus Propagandamaterial und Bildern nach dem Sturz des Regimes und montiert diese eindrucksvoll.

When The Sea Sends Forth A Forest, Guangli Liu, Credit: vog.photo

Der Gewinner des 2021 erstmalig vergebenen Isao Tomita Special Prize ist Khyam Allami mit Counterpoint. Die Arbeit Apotome ist eine Online-Kompositionsanwendung, mit der auch abseits des klassischen westlichen Kanons komponiert werden kann.

Apotome, Khyam Allami & Counterpoint, Credit: vog.photo

Hannes Leopoldseder, Mitbegründer des Prix Ars Electronica, verstarb im Februar dieses Jahres – ihm ist eine Hommage in der CyberArts-Ausstellung gewidmet.

Hannes Leopoldseder bei der Eröffnungsrede der Ars ELectronica 1979

Weiter geht’s zur Kunstuniversität Linz, wo sich die Ausstellung “Loops of Wisdom” als durchdachtes Set von inspirierenden Ausstellungen, Präsentationen, Performances, Interventionen, Workshops und Laborsettings sowie als diskursive Plattform präsentiert. Kuratiert und zusammengestellt wurden die unterschiedlichen Formate von Studierenden und Lehrenden. Der Kunstuni Campus zum Ars Electronica Festival 2021 ist dieses Mal so groß wie noch nie. Es gibt fast 100 Ausstellungsexponate mit 190 beteiligten Künstler*innen.

Credit: vog.photo

Partneruniversität ist dieses Jahr die Zürcher Hochschule der Künste. „Infinite Nows“, die Ausstellung der Studierenden der ZHdK, erforscht das Miteinander, menschlich-sozial oder menschlich-nicht menschlich.

Credit: vog.photo

„Eerie Me“ von Barbara Jazbec basiert auf Furby, einem interaktiven Spielzeug mit Kultustatus. Die Künstlerin erforscht persönliche Wege, das Spielzeug zu hacken und seine Identität zu erweitern, indem sie Teile ihres Körpers und ihrer Persönlichkeit in eine hybride Schöpfung einbezieht.

Es geht weiter zum Atelierhaus Salzamt, wo Ateliers, kleine Wohnungen und ein Studio für lokale und internationale Künstler*innen zur Verfügung stehen.

Hosted by Bildraum Vienna und Ars Electronica at Salzamt Linz werden drei Künstler*innen dargeboten: Simon Lehner, Flavia Mazzanti und Michaela Putz. Die Ausstellung im Salzamt Linz umfasst eine Auswahl von Videoarbeiten, Fotografien, Vorstudien und Skizzen, die für das Thema des Ars Electronica Festival kuratiert wurden, sowie eine räumliche Intervention und eine VR-Installation.

Flavia Mazzanti, Credit: vog.photo

Letzte Station des Pre-Opening-Abends ist das Ars Electronica Center, wo mit „There Is No Planet B” eine neue Ausstellung eröffnet wird.

There Is No Planet B, Credit: Ars Electronica, Robert Bauernhansl

Globale Erwärmung und menschliche Verantwortung sind die großen Themen der Zeit – und natürlich die Frage, wie wir damit umgehen sollen. Die Ausstellung „There Is No Planet B“ zeigt Dringlichkeit und Lösungsmöglichkeiten.

Museum of Edible Earth, masharu, Credit: Ars Electronia, Robert Bauernhansl

Das Ars Electronica Futurelab ist 25 Jahre alt. Anlässlich dieses Jubiläums lädt es ein auf eine Reise in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Als würdiger Abschluss des Abends und freudiger Auftakt in ein Ars Electronica Festival voller Kunst, Technologie und Gesellschaft lauschen wir dann Maki Namekawa im Deep Space 8K. Pianographique heißt die Mischung aus Klavier und Visuals, die uns immer wieder in ihren Bann zieht.