Controlled / Uncontrolled: Wenn zu Chaos getanzt wird

Kann man unkontrolliert zu elektronischer Musik tanzen? Und kann man nach einiger Zeit dem Rhythmus folgen, um sich selbst wieder unter Kontrolle zu bringen? un ctrl weiß es!

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Das Team von un ctrl arbeitete intensiv mit Ableton und Instruments of Things zusammen, um Antworten auf diese Fragen zu finden. Zum einen präsentiert un ctrl eine innere Erfahrung, die mit einer Person beginnt, die ihre innere Wahrnehmung neu kalibriert, und zum anderen schafft Ableton einen Raum für die Gesellschaft, sich mit der Wahrnehmung von Musik zu beschäftigen: das Open Lab Ableton.

Um euch mehr über un ctrl, eine Performance welche Körper, Musik und Raum in Verbindung bringt, und das Open Lab Ableton zu erzählen, haben wir uns mit den Teams zusammengesetzt, die uns mehr über die Entstehungsgeschichte der Zusammenarbeit von Ars Electronica und Ableton berichtet haben. Create your world-Leiter Hans Christian Merten und DACH Brand Manager und Ableton Certified Trainer Christian Schwanz vermittelten uns die Kollaboration zwischen Ableton und der Ars Electronica. Und das un ctrl Team, bestehend aus Daniel, Cat und Martin, verdeutlichten uns ihren Grundgedanken von un ctrl.

Wie entstand die Zusammenarbeit mit der Ars Electronica?

Hans Christian Merten: Seit 2014 werden im Rahmen des create your world Festivals immer wieder exklusive Projekte umgesetzt, immer mit dem grundsätzlichen Ziel, möglichst vielen Menschen die elektronische Musikproduktion näher zu bringen, aber auch darüber hinaus auf ein experimentelles und künstlerisch neues Level zu heben. Ableton nahm damals Kontakt mit Ars Electronica auf und interessierte sich auch für Formate der create your world TOUR, die sie nun seit zwei Jahren mit Workshops für verschiedene Schulen unterstützen. Seit 2015 ist auch das Soundlab des Ars Electronica Center mit Ableton Live ausgestattet. Viele internationale Kunstprojekte, die bei Ars Electronica präsentiert werden, verwenden die Software Ableton Live.

Was vermittelt das Projekt „un ctrl“ primär?

un ctrl Team: Daniel, Cat und Martin beschreiben ihr Projekt mit diesen Worten: Ein unsichtbares Diagramm wird wie ein weiches Tuch über einen Raum gelegt, der es drei Künstler*innen ermöglicht, live miteinander zu spielen und zu interagieren: Daniel, ein Musiker, Cat, eine Tänzerin und Martin, ein bildender Künstler. Vom Spiel zum Jam zum Wettstreit um die Kontrolle – und plötzlich zur Kapitulation vor Algorithmen, ein Kippen in die Beliebigkeit und eine Beschleunigung der Chancen. Ein Zustand von un ctrl? Was kommt als nächstes? Sehen wir die Schwelle? Und können wir dem Drang widerstehen, uns festzuhalten?

Neue Werkzeuge geben Künstler*innen immer mehr Möglichkeiten, den künstlerischen Output zu kontrollieren und zu steuern – aber trägt mehr Kontrolle wirklich zu einem erweiterten künstlerischen Ausdruck bei? Und wie ordnen wir den Fluss der unvorhergesehenen Zufälle in ein Raster von Regeln ein? Woher kommt der unterschwellige Wunsch nach Kontrolle?

un ctrl lässt Musik, Körper und Raum in einer Live-Improvisation interagieren und spielt mit Hierarchien durch kollaborative Geräte (SOMI-1), die von Instruments of Things und Ableton bereitgestellt werden. Eine innere Erfahrung, die mit einer Person beginnt, die ihre innere Wahrnehmung neu kalibriert, und in eine kollektive Erfahrung eines pulsierenden Clubs im Deep Space übergeht, während tiefsitzende Sehnsüchte unserer Gesellschaft hinterfragt werden.

An wen richtet sich das Open Lab Ableton und was kann man sich darunter vorstellen?

Christian Schwanz: Mit dem Open Lab richten wir uns an interessierte Menschen, die vielleicht schon mit dem Musikmachen begonnen haben und nach neuen Ansätzen suchen. Hier können Kontakte geknüpft werden, neue Arbeitsweisen aufgegriffen und Inspiration gesammelt werden. Zusammen mit Instruments of Things möchten wir auch die technischen Zusammenhänge von un ctrl beleuchten. Besucher*innen können bei uns sozusagen hinter die Kulissen schauen.

Sind weitere Projekte mit der Ars Electronica und Ableton in Zukunft geplant?

Christian Schwanz: Die Zusammenarbeit mit Ars Electronica ist nun schon seit 2015  ist ein fester Bestandteil unserer alljährlichen Planung. Genaue Pläne haben wir aber noch nicht. Es ist ja auch schön, erstmal die diesjährige Ars Edition auf uns wirken zu lassen um dann wieder zusammen nach den Sternen greifen zu können. Ich persönlich bin jetzt schon gespannt, was die Zukunft bringt.

Zu sehen ist un ctrl am 7.9 um 17:00, am 9.9 um 18:00 und am 10.9 um 17:30 im Deep Space 8K. Das Open Lab Ableton ist während dem Ars Electronica Festival am Campus der JKU Linz für Besucher*innen zugänglich. Mehr Informationen zum Festival Programm hier.