Die Zukunft des Medizinstudiums hat begonnen

Das Ars Electronica Futurelab zeigt mit "Virtual Anatomy" im neuen JKU medSPACE, wie das Medizinstudium der Zukunft aussieht: mit hochauflösender Anatomie echter Menschen in 3D, bis zum kleinsten Gefäß frei zoom- und drehbar.

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Eine ganz neue Faszination und Ehrfurcht für den menschlichen Körper hautnah erleben: das ermöglicht die Software „Virtual Anatomy“ im nun eröffneten JKU medSPACE am Kepler Universitätsklinikum in Linz im Rahmen von Anatomie-Lehrveranstaltungen. Das Ars Electronica Futurelab hat die Leitung des weltweit einzigartigen Prestigeprojekts inne, das in Kooperation mit Siemens Healthineers und Primar Univ.-Prof. Dr. Franz Fellner von der JKU erstellt wurde.

Studierende können den Menschen hier völlig neu erkunden: hochauflösend in 3D, von der äußersten Hautschicht bis zum kleinsten Gefäß frei zoom- und drehbar – und das raumfüllend in 8K Auflösung auf 14 x 7 Metern. Mit „Virtual Anatomy“ gibt es statt abstrahierter Modelle Echtdaten aus der Radiologie (MRI- und CRT-Aufnahmen) zu sehen, als 3D-Anatomie-Details eines lebenden Menschen.

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Echte Daten – in Echtzeit

Besonders wertvoll für Forschung und Lehre ist das Projekt auch deshalb, weil das Futurelab-Team in jahrelanger Entwicklungsarbeit dafür gesorgt hat, dass die Erstellung komplett neuer Datensätze – vom Gehirn- bis zum Ganzkörper-Scan – in „Virtual Anatomy“ inzwischen statt mehrerer Stunden nur noch 15 Minuten in Anspruch nimmt. So ist es Vortragenden eigenständig möglich, neue Daten von Patient*innen quasi in Echtzeit in die Lehre einzubinden.

Organe und Blutgefäße, Muskeln und Sehnenstränge, Knochen und Bänder, aber auch Tumore und Verletzungen können als dreidimensionale, gestochen scharfe Objekte zigfach vergrößert werden. Lehrende können in die 3D-Bilder regelrecht eintauchen und sie gemeinsam mit den Studierenden aus allen möglichen Winkeln betrachten. Vortragende fügen die Daten aus Computertomographie- oder Magnetresonanz-Scans mithilfe von “Virtual Anatomy” nach ihren Bedürfnissen zusammen und können sie zur Veranschaulichung einfärben.

Initiiert wurde das Projekt von Primar Univ.-Prof. Dr. Franz Fellner – heute Vorstand des Zentralen Radiologie Instituts am Kepler Uniklinikum –, der das Team um Siemens-Forscher Klaus Engel mit jenem des Ars Electronica Futurelab zusammenbrachte. Im September 2015 wurde der 16 mal 9 Meter große Deep Space 8K im Ars Electronica Center erstmals mit „Cinematic Rendering“ zum Hörsaal für virtuelle Anatomie. Reguläre Vorlesungen folgten ebenso wie Anatomie für Laiinnen und Laien sowie Live-Schaltungen zu Operationen.

Vorbereitung durch transdisziplinäre Arbeit

Aus all diesen Erfahrungen wurden „Virtual Anatomy“ und der JKU medSPACE entwickelt und realisiert. Geleitet wurde das mehrjährige Forschungsprojekt vom Ars Electronica Futurelab, mit der medizinisch-didaktischen Expertise der JKU, aufbauend auf der Software von Siemens Healthineers: Diese wurde vom Lab auf die Anforderung eines modernen multimedialen Hörsaals hin maßgeschneidert.

Mit „Virtual Anatomy“ wird der Universitätsbetrieb der Zukunft Wirklichkeit, um Mediziner*innen darauf vorzubereiten, gemeinsam mit Robotern zu operieren, mit KI-Systemen Diagnosen zu stellen und in virtuellen Umgebungen zu lehren und zu lernen. Der JKU medSPACE macht deutlich, welches Potential transdisziplinäre Arbeit bietet, wie sie das Ars Electronica Futurelab seit 25 Jahren betreibt – wenn Neugierde und Offenheit, fachliche und didaktische Expertise, technologische Kompetenz und nicht zuletzt künstlerische Kreativität aufeinandertreffen.

Sie möchten mehr wissen? Weitere Informationen über „Virtual Anatomy“ finden Sie auf der Seite des Ars Electronica Futurelab, den Beginn von „Cinematic Rendering“ können Sie auf unserem Blog nachlesen – oder kontaktieren Sie uns für weitere Informationen!