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Wenn Daten erzählen

Mit WebExpression, einer audiovisuellen Inszenierung von Daten, erzählt das Ars Electronica Futurelab eine abstrakte Geschichte über Cisco Systems hybride Unternehmenskultur.

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Dass sich die konstant wandelnden Formationen aus Linien in dieser ästhetischen Visualisierung auf einen Satz Daten beziehen, ist auf den ersten Blick kaum zu erkennen. Doch zusammen mit dem PX Innovation Team des Telekommunikations- und Hightech-Dienstleistungsunternehmens Cisco Systems, dessen Ziel die globale, digitale Zusammenarbeit ist, hat das Ars Electronica Futurelab für WebExpression Unternehmensdaten künstlerisch interpretiert. Die kühlen Fakten zeigen so eine interessante Geschichte, die es wert ist, erzählt zu werden. Am 8. September, dem Futurelab Day, wurde sie im Rahmen der Night Performances im Deep Space 8K erstmals präsentiert.

Wenn wir Daten sehen, sind wir oft mit unvorstellbar langen Listen an Zahlen und Fakten konfrontiert, die unsere menschliche Vorstellungskraft überfordern. Um die globale Nutzung von WebEx bei Cisco – bestehend aus über 100.000 Mitarbeitenden – sichtbar zu machen, wurden anonymisierte Daten von internen Verbindungen in Calls und Meetings aus der Kommunikationsplattform extrahiert. Die intensive Zusammenarbeit des internationalen Teams über alle sprachlichen und kulturellen Grenzen hinweg wirkt üblicherweise im Verborgenen, doch in Form dieses Netzwerks aus fließenden Fäden wurde sie von Künstlern und Forschern aus dem Ars Electronica Futurelab visualisiert: Die unzähligen geographischen Standorte des hybriden Cisco-Teams wurden so deutlich gemacht; Distanzen und Zeitzonen wurden auch visuell überbrückt: Dunkel bleibt das Netz nur über dem Ozean.

Die Farbnuancen der Kurven variieren mit der Funktion der Mitarbeitenden im Unternehmen, ihre Länge mit deren geographischer Distanz. Die Intensität der zwischenmenschlichen Beziehungen wird durch die Höhe der Kurven visualisiert. Ästhetische Spannungen ergeben sich aber auch aus Parametern, wie der Verschiebung der Zeit. Auch die Musikkomposition von Rupert Huber, die sich aus Samples immer wieder neu kombiniert, folgt dieser Idee: Höhen, Tiefen und Farbe des Klangs werden, genau wie die Bilder, aus den Verbindungsdaten generiert. Ihre Visualisierung ermöglicht es aber auch, die Daten zu analysieren und gewisse Dynamiken zwischen Nutzer*innen und Abteilungen in wertvolle Meta-Information zu verwandeln, die die Verbindungsdaten greifbar machen und sie ästhetisch bereichern. Von der Arbeit mit Echtzeitinformationen wurde aus Datenschutzgründen Abstand genommen; die Zahlen stammen daher aus der jüngsten Vergangenheit. Mit diesem digitalen Kommunikationskunstwerk wurden sie zum Inhalt einer audiovisuellen Geschichte.

Erfahre mehr über WebExpression auf der Website des Ars Electronica Futurelab oder über neue Wege der Datanvisualisierung, Dataspace und die Auswirkungen des russischen Krieges gegen die Ukraine am Ars Electronica Blog.