40 Years of Humanizing Technology

Art, Technology and Society

Ars Electronica, CAFA und Design Society
Sea World Culture and Arts Center, 1187 Wanghai Road, Nanshan District, Shenzhen, China
2. November 2019 – 16. Februar 2020

Es ist alles sehr schnell gegangen. Gerade einmal 50 Jahre nachdem ForscherInnen in den USA das allererste Computernetzwerk überhaupt schufen, sind heute mehr als 4,5 Milliarden Menschen ans Internet angeschlossen. Sie nutzen das World Wide Web um zu arbeiten, einzukaufen, zu spielen, sich untereinander auszutauschen und sich zu informieren. Gleichzeitig haben wir so gut wie alle Prozesse in unserer industrialisierten Welt automatisiert. Wir haben unseren Maschinen beigebracht, ihre Umwelt wahrzunehmen und darauf getrimmt, repetitive Handlungen zu vollziehen. Dass all dies derart selbstverständlich für uns ist, unterstreicht wie allgegenwärtig und unverzichtbar Technologie heute ist. Und doch: Das war erst der Anfang.

Dank der nun verfügbaren Rechenleistung und der riesigen Datenmengen, die unsere digitale Gesellschaft produziert, entfalten erstmals künstliche neuronale Netze ihr Potenzial. Wir erleben die Stunde des „Machine Learnings“ und anderer Anwendungen von „Künstlicher Intelligenz“, die nicht länger von uns programmiert werden, sondern „sich selbst aus Daten lernen“. Wenngleich diese Systeme nicht viel gemein haben mit jener Intelligenz, über die wir Menschen verfügen, leiten wir mit ihnen den Übergang von der Automatisation zur Autonomisation ein: Wir gehen daran, das Denken und Entscheiden zu digitalisieren. Es ist damit höchstens an der Zeit, unsere Rolle in der digitalen Welt zu überdenken und dabei uns und unsere Wünsche und nicht die Technologie und ihr Leistungsvermögen in den Mittelpunkt zu rücken. Es geht um unsere Bedürfnisse, unsere Werte und unser Selbstverständnis als digitale BürgerInnen und darum, wie Technologie uns helfen kann, diese Vorstellungen umzusetzen. Genau dafür steht „Humanizing Technology“.

Die von der Central Academy of Fine Arts Beijing (CAFA), Design Society und Ars Electronica gestaltete Ausstellung zeigt, mit welch großer Sensibilität und feinem Gespür MedienkünstlerInnen schon seit Jahrzehnten die Digitale Revolution begleiten, analysieren, kritisieren und mit vorantreiben. Und die Schau macht deutlich, welch hohe Expertise MedienkünstlerInnen darin besitzen, eine breite Öffentlichkeit in einen Zukunftsdiskurs zu involvieren, der von Kritikfähigkeit, Selbstvertrauen und Optimismus getragen ist.

Curator: Qiu Zhijie, Martin Honzik
Executive Curator: Jo Wei, Christl Baur
Technical Director: Karl J. Schmidinger
Project Manager: Deng Biwen

Collaborators & Sponsors

Ars Electronica
CAFA
Design Society
CFutureLab
SilkRoad

Chijikinkutsu / Nelo Akamatsu (JP)

Credit: Nelo Akamatsu

Chijikinkutsu ist eine Wortneuschöpfung, die zwei japanische Wörter kombiniert: Suikinkutsu und Chijiki. Suikinkutsu ist eine Klanginstallation für traditionelle japanische Gärten. Chijiki bedeutet Geomagnetismus: erdmagnetische Eigenschaften, die es auf der Erde immer gibt. Chijikinkutsu erfasst Magnetfelder von Chijiki und erweitert die subtilen Klänge von Suikinkutsu im Kontext der japanischen Perspektive auf die Natur.
neloakamatsu.jp/chijikinkutsu-eng.html

Origin / Refik Anadol (TR/US)

Credit: Refik Anadol

Origin ist eine immersive Installation, die das unglaubliche kulturelle und wissenschaftliche
Erbe der Ars Electronica mithilfe von Machine Learning erzählt. Basierend auf Archivmaterial
aus den letzten 40 Jahren soll die Geschichte nicht nur die bisherige Voraussicht und Innovation der Institution resümieren, sondern auch dazu genutzt werden, um über zukünftige Trends und Realitäten zu spekulieren und diese zu visualisieren.
refikanadol.com/works
Credit: Refik Anadol Studio (This project is supported by Epson)

Wind of Shenzhen: Data Paintings / Refik Anadol (TR/US)

Credit: Refik Anadol

Wind of Linz: Data Paintings ist eine ortsspezifische, von Ars Electronica beauftragte Arbeit, die unsichtbare Wind-Muster in und rund um die Stadt Linz auf einer 6 mal 12 Zoll großen digitalen Leinwand in eine Serie poetischer Daten-Gemälde verwandelt. Eine von Refik Anadol Studios entwickelte Individualsoftware nutzt Daten, die über ein Jahr lang am Linzer Flughafen gesammelt wurden und das ganze Jahr über Windgeschwindigkeit, Windrichtung, Windbö-Muster sowie Zeit und Temperatur in 10-Sekunden-Intervallen liest, analysiert und visualisiert.
refikanadol.com/works/

Modified Paradise: Dress / AnotherFarm (JP)

Credit: AnotherFarm

Modified Paradise ist eine Serie von skulpturalen Arbeiten aus „leuchtender Seide“ – geschaffen von gentechnisch veränderten Seidenraupen, durch die Zugabe von Genen leuchtender Quallen und Korallen. Das Kleid, das in einem Rahmen ohne Körper schwebt, soll zum Nachdenken anregen, über die Extreme und Grenzen der Interaktion zwischen Kunst, Wissenschaft und Technik.
Sound by KAITO SAKUMA A.K.A BATIC.

Federate Racing / Chen Baoyang (CN)

Credit: Chen Baoyang

Das Projekt soll zum Nachdenken anregen, dass die KI zur Lösung eines Problems beitragen kann, aber nicht die Ursache des Problems finden wird. Die Zuschauer beobachten das Auto, das im Labyrinth läuft, und sie fragten nicht, warum. Das Roboterauto ist darauf trainiert, sich in dem vom Programm erzeugten Labyrinth zu bewegen. Das Auto löst nur das Problem, das von einem anderen Programm gestellt wird, und erzeugt einen scheinbar geschäftigen, aber leeren Zyklus.

Restricted limit / Deng Biwen (CN)

Credit: Deng Biwen

Das Programm macht es dem Roboterarm möglich, seine erwarteten Grenzen des Bewegungsraumes zu überschreiten – was bedeutet, dass dieser ständig seine eigenen Grenzen überschreitet. Wenn wir das Programm als Gedanken und die sich bewegende Maschine als Körper betrachten, dann soll diese Arbeit die Grenzen der menschlichen Intelligenz und die Grenzen des Körpers im Prozess der Zivilisation reflektieren.

Progress / Akinori Goto (JP)

Credit: Akinori Goto

Wir erweitern uns durch die Nutzung von Technologie, uns nach einer besseren Zukunft sehnend. Dabei bleiben wir nicht bei unserer physischen Erweiterung, sondern haben die Möglichkeit, dass unser multiples Selbst gleichzeitig auf digitalem Boden existiert. Physisch und digital werden in Zukunft verschmelzen, und es wird eine Welt ohne Grenzen geben. Zu diesem Zeitpunkt könnte es „genau das gleiche Ich“ mit dem gleichen Aussehen und Charakter geben, das in der realen Welt multipliziert existiert. Eine Welt, in der sich das „Ich“ ausdehnt. Wo wäre das ursprüngliche „Ich“, wenn diese Zeit kommt? Wie kann ich sagen, dass ich das wahre „Ich“ bin?
akinorigoto.tumblr.com/

Human X Shark / Ai Hasegawa (JP)

Credit: Ai Hasegawa

Human X Shark ist ein Forschungsprojekt zur Entwicklung eines Parfums, das uns stark macht und männliche Haie verführt. Sein Ziel ist die Erforschung einer neuen ästhetischen und (fast gewalttätigen) chemischen Kommunikation mit einer anderen Spezies für die kommende „Kompost“-Ära.
aihasegawa.info/human-x-shark
Project team: This project is made for the collaboration project between Ai Hasegawa and Shiseido.
Hiroko Ozeki (Shiseido Global Prestige Brand Operations, SHISEIDO Brand Unit)
Kaori Inaba (Shiseido Global Innovation Center); Design advisor: Fujiwara Dai; Image video part: Naka Takato;
Interview part: Masayuki Iigo (Utsunomiya University), Shizu Takeda (Hitachi), Kyoko Okita (Hitachi);
Support: Culture department of Shiseido Company, Limited; JST ERATO Kawahara Project; T. Hasegawa Co. Ltd.; Hitachi, Ltd.; Beige Creative & Co., Inc.; Parima Taiebi (Shiseido Global Prestige Brand Operations, SHISEIDO Brand Unit)

Lying Sophia and Mocking Alexa / Iris Long (CN)

Credit: Iris Long

In der Arbeit werden die beiden Charaktere „Sophia“ und „Alexa“ in Text und Klang transformiert, der durch das KI-Programm (GPT-2-Modell) erzeugt wird. Der Roboter Sophia hat ein sehr realistisches menschliches Aussehen und eine große Reaktionsfähigkeit. Die Maschine Alexa lebt mit ihrem „schrecklichen Lachen“ als Servicekraft zuhause und symbolisiert die Unkontrollierbarkeit und das Potenzial dieser KI-„Black Box“. In der Arbeit werden die BesucherInnen in einen Raum eingeladen, der mit dem Geschwätz von Sophia und Alexa gefüllt ist.

The Art of Deception / Isaac Monté (BE), Toby Kiers (US)

Credit: Hanneke Wetzer

Menschen nutzen die Täuschung, um Perfektion in Gesellschaft, Kunst und Wissenschaft zu erreichen. Als Reaktion darauf haben wir ausrangierte Schweineherzen in eleganten Gefäßen zu neuem Leben erweckt, indem wir sie dezellularisiert und mit verschiedenen Techniken wiederbelebt haben, zu ästhetisch verbesserten Herzen für Menschen. Mit dieser Sammlung von 21 transformierten Herzen erforschen wir, wie biologische Eingriffe und ästhetische Manipulationen als Werkzeuge für die ultimative Täuschung eingesetzt werden können: die Transformation der inneren Schönheit, von grotesk zu perfekt.
isaacmonte.nl/the-art-of-deception
Commissioned by Bio Art & Design Awards, with the support of ZonMw.

The Sound of One Hand / Jiang Zhuyun (CN)

Credit: Jiang Zhuyun

Mit XYscope (einer Bibliothek von Ted Davis für Processing) entwickelt die Arbeit ein dreidimensionales Modell einer Hand in einem Audioformat, dekodiert und spielt es dann im XY-Modus des Oszilloskops ab. Das chinesische Zeichen wird aus den Schriften einer berühmten Zen-Sekte zitiert.

Anatomy of an AI System / Kate Crawford (US), AI Now Institute & Vladan Joler (RS), SHARE Lab

Credit: Vladan Joler

Anatomy of an AI System ist eine groß angelegte Karte und ein detailliertes Essay, welches die menschlichen Arbeits-, Daten- und Planetenressourcen untersucht, die für den Bau und Betrieb eines Amazon Echo erforderlich sind. Die Explosionszeichnung kombiniert und visualisiert drei zentrale, extrahierte Prozesse, die für den Betrieb eines groß angelegten künstlichen Intelligenzsystems erforderlich sind: materielle Ressourcen, menschliche Arbeitskraft und Daten. Die Karte und das Essay betrachten diese drei Elemente über die Zeit hinweg, als eine visuelle Beschreibung der Geburt, des Lebens und des Todes einer einzigen Amazon Echo-Einheit.
anatomyof.ai/
Maps and design: Vladan Joler and Kate Crawford
Published by: SHARE Lab, SHARE Foundation and The AI Now Institute, NYU

Facebook Algorithmic Factory / Vladan Joler (RS)

Credit: Vladan Joler

Die Facebook Algorithmic Factory beleuchtet die unsichtbaren Prozesse innerhalb des größten sozialen Netzwerks der Welt. In dieser Blackbox entscheiden intransparente Algorithmen, welche Art von Inhalten Teil unserer Realität werden, was zensiert oder gelöscht wird, welche Ideen sich
verbreiten und welche Nachrichten die meiste Aufmerksamkeit erhalten. Sie definieren auch neue Formen von Arbeit und Ausbeutung.
labs.rs/en/the-human-fabric-of-the-facebook-pyramid/

Topography of Information Warfare / Vladan Joler (RS)

Credit: Vladan Joler

Regierungen, politische Akteure und Akteurinnen sowie Unternehmen experimentieren heute mit ausgefeilteren Methoden (die schwieriger zu erkennen und zu dokumentieren sind), um Kontrolle über das Internet und Störungen im Informationsfluss auszuüben. Ziel dieser Analyse war es, einige der Formen und Interventionsmethoden zu erforschen (und zu visualisieren), mit denen verschiedene politische EinflussnehmerInnen oder Machtstrukturen unterschiedliche Online-Sphären kontrolliert und eingenommen haben. Dabei konzentrierten wir uns vor allem auf versteckte, indirekte Handlungen, Interventionen unbekannter Akteure und Akteurinnen, Unternehmen ohne sichtbare Verbindungen zu RegierungsvertreterInnen, politische Trollarmeen und Troll-Lords sowie den Einsatz von künstlicher Intelligenz.
labs.rs/en/

Project Alias / Bjørn Karmann (DK), Tore Knudsen (DK)

Credit: Bjørn Karmann, Tore Knudsen

Alias ist ein lernfähiger „Parasit“, der BenutzerInnen mehr Kontrolle über ihre intelligenten Assistenten geben soll, in Hinblick auf Individualisierung wie auch auf Privatsphäre. Mithilfe einer einfachen App können BenutzerInnen Alias trainieren, auf ein benutzerdefiniertes Aufwachwort zu reagieren. Anschließend kann Alias die Kontrolle über den Heimassistenten übernehmen, indem er ihn für dich aktiviert. Solange das Wake Word nicht verwendet wird, unterbricht Alias die Mikrofone des Assistenten und stellt damit sicher, dass dieser gelähmt ist und nicht zuhören kann.
bjoernkarmann.dk/project_alias
toreknudsen.dk/work/project-alias/

Racing Thoughts / Liu Wa (CN)

Credit: Liu Wa

Die Arbeit zeichnet das ziellose Surfen der Künstlerin im Internet durch zwei unterschiedliche, sich aber ergänzende Ansätze nach. Auf dem rechten Kanal misst sie die Echtzeit-Emotionen klinisch über ein EEG-basiertes Gehirn-Computer-Interface. Auf dem linken Kanal überlagert sie ihre handgezeichneten Animationen mit dem Screencast und schildert ihre Fantasie.

Alternative World-Painting Dreams / Xia Yubing (CN)

Credit: Xia Yubing

XiaoIce von Microsoft untersuchte die Werke von 236 berühmten Malern, die in den letzten 400 Jahren die Kunstgeschichte geprägt haben. „Es“ kann selbst Gemälde schaffen, wenn es von einem Wort oder anderen Impulsen inspiriert wird. Für diese Ausstellung ist das zentrale Thema von XiaoIce „Träume malen“. Die BesucherInnen können Schlüsselwörter zu Träumen eingeben, die dann als kreative Inspiration von XiaoIce dienen.

Meandering River / onformative (DE), kling klang klong (DE)

Credit: Onformative

Meandering River ist eine audiovisuelle Kunstinstallation, die von einer KI durch maschinelles Lernen komponierten Musik mit Echtzeit-Visualisierungen kombiniert. Das Stück interpretiert das Wanderverhalten von Flüssen in der Landschaft aus der Vogelperspektive neu. Kleine Veränderungen der Flussbetten sind für das bloße Auge nicht erkennbar. Über mehrere Bildschirme verteilt, visualisiert Meandering River die sich wandelnden Landschaften und macht die Veränderungen sichtbar. Dies erlaubt den BetrachterInnen eine einzigartige Wahrnehmung der Zeit.
onformative.com/work/meandering-river

Sisyphus / Qiu Siyao (CN)

Credit: Qiu Siyao

Im Inneren des Werkes ist eine mechanische Vorrichtung installiert, die ein magnetisches Flüssigmetall in einen weichen Feststoff verwandelt und auf die Spitze eines „Berges“ zieht. Wenn es auf dem Weg zum Gipfel ist, kehrt das Metall in seinen flüssigen Zustand zurück und bildet somit einen endlosen Kreislauf.

AI Calligrapher / Qiu Zhijie (CN), He Xiaodong (CN)

Credit: Qiu Zhijie, He Xiaodong

Der AI Calligrapher kann die in verschiedenen chinesischen Zeichen enthaltenen Emotionen durch seinen KI-Algorithmus verstehen und sie dann in einem Stil schreiben, der den Emotionen entspricht. Es besteht aus drei Modulen: Emotionserkennung, Kalligraphieerstellung und Layoutpräsentation.

An Interactive Artistic Mind Map Generator with Artificial Imagination / Qiu Zhijie (CN), He Xiaodong (CN)

Credit: Qiu Zhijie, He Xiaodong

Es handelt sich um eine interaktive Echtzeit-Installation, die durch die Technologie der künstlichen Intelligenz realisiert wird. Die Karte wurde vom Team der Central Academy of Fine Arts auf der Grundlage der handgemalten Karte des Künstlers Qiu Zhijie erstellt und durch das Team des Institute of Artificial Intelligence, JD Group, ergänzt. Nach einem Monat Training kann die künstlichen Intelligenz das vom Publikum diktierte Vokabular in eine Karte mit Landschaften, Gebäudeformen und anderen Schlüsselwörtern gemäß der Denkweise des Künstlers einfügen.

Positions of the Unknown / Quadrature (DE)

Credit: Quadrature

Zu Beginn des Weltraumzeitalters bildete die US-Regierung die Menschen dazu aus, nach ausländischen artifiziellen Satelliten zu suchen. Als sie 1975 aufhörten, beobachteten Laien immer wieder den Himmel und suchten nach geheimen Objekten. Ausgehend von ihren Erkenntnissen zeigen die 52 kleinen Maschinen auf diese mysteriösen Objekte, während sie sich um die Erde drehen und als stille Zeugen des Unbekannten dienen.
quadrature.co/work/unknown/
Supported by Ars Electronica and Drive VW Group Forum

Pluto and Proserpina / Quayola (IT)

Credit: Quayola

Pluto und Proserpina werden von der Sculpture Factory hergestellt, einer fortlaufenden Forschungsarbeit zur klassischen Bildhauerei mit Hilfe von Robotern. Inspiriert von Michelangelos Technik des „Non-Finito“ (des „Unvollendeten“), untersucht die Installation die Spannungen zwischen Form und Materie, dem Realen und dem Künstlichen, dem Alten und dem Neuen.
quayola.com/work/series/sculpture-factory.php
Courtesy of bitforms gallery

Pleasant Places / Quayola (IT)

Credit: Quayola

Pleasant Places, als die erste Reihe von in Holland im 17. Jahrhundert hergestellten Landschaftsdrucken bezeichnet, besteht aus einer Reihe digitaler Malereien, welche die Grenze zwischen Darstellung und Abstraktion erforschen. In Anlehnung an die Arbeit von Vincent Van Gogh hat Quayola dieselbe Landschaft der Provence 125 Jahre später wiedergegeben. Die Landschaften dienen als Ausgangspunkt – ein Vorwand, um innere Bewegung und Vorstellung zu gestalten. Über die Zweckentfremdung von Bildauswertung und Manipulation von Rechenregeln fordert Pleasant Places das fotografische Bild heraus und bietet alternative Sichtweisen und Synthesen an.
quayola.com/work/selected/pleasant-places.php
Courtesy of bitforms gallery

Remains / Quayola (IT)

Credit: Quayola

Remains ist ein fortlaufendes Projekt, das sich mit der Natur und der Tradition der Landschaftsmalerei beschäftigt. Hochpräzise Laserscanner werden eingesetzt, um Naturlandschaften in großer Auflösung zu erfassen, was zu komplexen digitalen Renderings auf großformatigem Archivpapier führt. Die Kombination aus hochdetaillierten geometrischen Rekonstruktionen und den Unvollkommenheiten des 3-D-Scannings ergeben hybride Formationen, irgendwo zwischen dem Realen und dem Künstlichen. Während sie ähnliche Bedingungen wie die „en plein air“-MalerInnen des späten 19. Jahrhunderts nachstellen, werden die Naturlandschaften tatsächlich durch umfangreiche technologische Apparate beobachtet und analysiert und durch neue Formen der visuellen Synthese umgewidmet.
quayola.com/work/series/remains-series.php
Commissioned by Audemars Piguet

Mosaic Virus / Anna Ridler (UK)

Credit: Anna Ridler

Mosaic ist der Name des Tulpenvirus, der für die begehrten gestreiften Blütenblätter verantwortlich ist, die die spekulativen Preise während der Tulpenmanie in den 1630ern verursachten. Diese Arbeit zieht eine Parallele zu den heutigen Spekulationen zu Kryptowährungen und zeigt blühende Tulpen, deren Streifenbild vom Wert der Bitcoin- Währung abhängt. Und so wie historische Stillleben imaginäre statt realer Sträuße zeigten, konstruiert die Künstliche Intelligenz hier das Bild einer Tulpe, wie sie sie sich vorstellt.
annaridler.com/mosaic-virus
This work has been commissioned by Impakt within
the framework of EMAP/EMARE, co-funded by Creative Europe.

Myriad (Tulips) / Anna Ridler (UK)

Credit: Emily Grundson

Diese Arbeit ist das Trainingsdatenset für die Parallelarbeit Mosaic Virus. Zehntausend, oder eine Myriade, Tulpen wurden fotografiert und von Hand nach Kriterien der Farbe, Typ und Streifen sortiert. Die Bilder zeigen diesen menschlichen Aspekt hinter Datenbanken maschinellen Lernens, sowie auch die Mehrdeutigkeit der Einordnung, die dann von der Künstlichen Intelligenz übernommen wird. Wie objektiv kann sie dann eigentlich sein? Wie kann sie etwas so komplexes wie Geschlecht oder Identität einordnen, wenn es schon schwierig ist, eine weiße von einer hellrosa Tulpe zu unterscheiden?
annaridler.com/myriad-tulips
This work has been commissioned by Impakt within
the framework of EMAP/EMARE, co-funded by Creative Europe.

The Wall of Gazes / Mariano Sardón (AR) & Mariano Sigman (AR/ES)

Credit: Mariano Sardon

The Wall of Gazes besteht aus einem Bildschirm, auf dem die Besucher sehen können, wie Porträtbilder durch die gleichzeitigen Augenbewegungen vieler Personen freigelegt werden. Die Blicke wurden mittels eines Eyetrackers erfasst. Rund hundert Teilnehmer saßen vor einem Porträtbild, und der Tracker nahm ihre Blicke 15 Sekunden lang auf. Der Bildschirm ist mit einem Computer verbunden, und eine spezielle Software zeigt die in einer Datenbank gespeicherten Augenspuren an. Die Porträts sind eine sich ständig ändernde Komposition, die von den Blicken bestimmt wird, die mit der Software aufgenommen und von ihr angezeigt werden.
marianosardon.com.ar/wall/wall.htm

Walking City / Universal Everything (UK)

Credit: Universal Everything

Walking City bezieht sich auf die utopischen Visionen des Architekturbüros Archigram aus den 1960er Jahren und ist eine sich langsam entwickelnde Videoskulptur von Universal Everything. Die Sprache der Materialien und Muster, die in der radikalen Architektur zu sehen sind, verwandelt sich, während die nomadische Stadt endlos in diesem Bewegtbild-Kunstwerk wandert und ihre Bewegung und Form an die Umgebung anpasst, der sie begegnet.
universaleverything.com/projects/walking-city
Creative Director: Matt Pyke
Animator: Chris Perry
Sound Designer: Simon Pyke

WJH.Zip / Wu Juehui (CN)

Credit: vog.photo

WJH.Zip besteht aus den Projekten des Künstlers: bitTower, Star Zoo, Organs Project und Neuro Nebula. Sein künstlerisches Schaffen umfasst Disziplinen wie Biologie, Informationstechnologie und interaktive Medien.

Curators

 

Qiu Zhijie

Dekan und Professor der School of Experimental Art an der Central Academy of Fine Arts, Professor der School of Intermedia Art an der China Academy of Art
Qiu Zhijie war der Kurator der ersten Videokunstausstellung in China 1996 und kuratierte in den Jahren 1999 und 2005 eine Reihe von „Post-sense Sensibility“-Ausstellungen, die die junge Generation chinesischer Kunstschaffender fördern. Im Jahr 2012 war er Chefkurator der 9. Shanghai Biennale „Reactivation“, 2017 war er Chefkurator des chinesischen Pavillons der 57. Venedig Biennale. Seit 2015 ist er akademischer Direktor des Ming Contemporary Art Museum (Shanghai). Im Jahr 2017 initiierte er die EAST (Education, Art, Science, Technology) Alliance in Central Art of Fine Arts Beijing.

 

Martin Honzik

Leiter des Ars Electronica Festivals, Prix und Exhibitions, Linz, Österreich
Martin Honzik ist Künstler und Leiter der Abteilungen Festival, Prix und Exhibitions der Ars Electronica. Er studierte visuelles Experimentaldesign an der Kunstuniversität Linz (Abschluss 2001) und absolvierte den Masterstudiengang Kultur- und Medienmanagement an der Universität Linz und dem ICCM Salzburg (Abschluss 2003). Neben seiner Tätigkeit als freischaffender Künstler in mehreren Kunstprojekten gehörte er zu den Mitarbeitern des Ars Electronica Futurelab, wo er bis 2005 für Ausstellungsdesign, Kunst in der Architektur, Interface-Design, Eventdesign und Projektmanagement verantwortlich war. Seit 2006 ist Martin Honzik Direktor des Ars Electronica Festivals und des Prix Ars Electronica und verantwortlich für die Ausstellungen im Ars Electronica Center sowie für die internationalen Ausstellungsprojekte von Ars Electronica.

 

Executive Curators

 

Jo Wei

Forscherin für Kunst, Wissenschaft und Technologie (AST) an der Zentralakademie für Bildende Kunst
Jo Wei ist Kuratorin und Forscherin und Gründerin des Pan Bio-Art Studio (PBS). Wei ist derzeit als Forscherin für Kunst, Wissenschaft und Technologie (AST) an der Central Academy of Fine Arts (CAFA) tätig. Ihre jüngsten Forschungsschwerpunkte umfassen AST im posthumanen Kontext, Biokunst, KI und ökologische Kunst, etc. Zu ihren zahlreichen Kurationen gehören Quasi – Nature:Bio Kunst, Borderline, Labor (2019, Hyundai Motorstudio, Peking) und When Forms do not Become Attitude (2016, CAFAM, Peking). Wei war im kuratorischen Team von Ethics of Technology (2016) und Post-Life (2018), jeweils Teil der ersten und zweiten Ausgabe der Beijing Media Art Biennale. Sie ist auch internationale Beraterin für den STARTS Prize 2019 der Europäischen Kommission.

 

Christl Baur

Co-Producer des Ars Electronica Festivals, Prix und Exhibitions, Linz, Österreich
Christl Baur ist Co-Producer bei der Ars Electronica, Forscherin mit interdisziplinärem Hintergrund in Kunstgeschichte, Kulturmanagement und Naturwissenschaften. Ihr besonderes Interesse gilt der Verbindung von ästhetischen und sozialen Praktiken, die sich auf Kollaboration und Experimentierfreude konzentrieren und dominante soziale, politische und wirtschaftliche Protokolle hinterfragen. Ihr Forschungsgebiet umfasst Themen wie Videokunst, neue Medientechnologien, Computer, Biotechnologie und interaktive Kunst, und sie arbeitet an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft. In den letzten Jahren hat sie große Ausstellungen und Performances, Forschungs-, Aufenthalts- und Publikationsprojekte entwickelt, koproduziert und durchgeführt – zuletzt in Zusammenarbeit mit Universitäten und wissenschaftlichen Vereinigungen wie Google Arts & Culture, Microsoft, Hyundai sowie der Central Academy of Fine Arts Beijing. Sie arbeitet eng mit KünstlerInnen zusammen, deren Praxis an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Technologie angesiedelt ist.

Credit: Ars Electronica / Robert Bauernhansl

Art. Technology. Society.

Ars Electronica

Seit 1979 beschäftigt sich Ars Electronica mit der Gestaltung der Zukunft und den Auswirkungen neuer Technologien auf unser Leben. Die Aufmerksamkeit richtet sich dabei immer auf die Rolle des Menschen, die kulturellen und gesellschaftlichen Herausforderungen und die daraus entstehenden Gestaltungsmöglichkeiten. Aus dem richtungsweisenden Austausch und Zusammenspiel von Kunst, Technologie und Gesellschaft hat Ars Electronica eine international erfolgreiche Plattform entwickelt, die heute eine ganze Reihe unterschiedlicher Aktivitäten umfasst: Das „Ars Electronica Festival“, das Jahr für Jahr mehr als 1.000 KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen versammelt, den jährlichen ausgeschriebenen „Prix Ars Electronica“, zu dem stets mehr als 4.000 Einreichungen aus rund 100 Länder eingereicht werden, das ganzjährig geöffnete „Ars Electronica Center“, das pro Jahr mehr als 170.000 BesucherInnen zählt, das international renommierte „Ars Electronica Futurelab“ und seine äußerst erfolgreiche Initiative „Ars Electronica Japan“, „Ars Electronica Solutions“ die aus prototypischen Projekten marktreife Produkte gestaltet, „CREATE YOUR WORLD“, das Programme mit der und für die nächste Generation umsetzt, die Stabstelle Ars Electronica EXPORT, die Kunstausstellungen, Konferenzen, Performances und Workshops für KundInnen weltweit entwickelt und schließlich das Ars Electronica Archiv, eine weltweit einzigartige Sammlung von Beschreibungen und Dokumentationen von mehr als 75.000 Projekten aus nunmehr fast vier Jahrzehnten Digitale Revolution.

1979_ Ars Electronica Festival / 1987_Prix Ars Electronica & Ars Electronica Archiv / 1996_Ars Electronica Center & Ars Electronica Futurelab / 2004_Ars Electronica EXPORT / 2009_Ars Electronica Center (Erweiterung) / 2013_Ars Electronica Solutions / 2016_Ars Electronica Japan

ars.electronica.art

Credit: CAFA Art Museum

Central Academy of Fine Arts

Die Central Academy of Fine Arts (CAFA) ist die einzige Kunsthochschule, die unmittelbar Chinas Ministerium für Bildung unterstellt ist. CAFA widmet sich einer Bildungsstruktur für zeitgenössische Kunst, in der sich Programme wie Bildende Kunst, Design, Architektur und Geisteswissenschaften gegenseitig beeinflussen, unterstützen und fördern. CAFA spielt eine führende Rolle im chinesischen Kunstvermittlungssystem des neuen Jahrhunderts. Mit seinen einzigartigen chinesischen Merkmalen, fortschrittlichen Lehr- und Forschungsressourcen hat CAFA weltweite Anerkennung im Bereich der Kunstausbildung erhalten und sich zu einer Modellschule entwickelt, die die chinesische Hochschulbildung repräsentiert und leitet.

cafa.edu.cn

Credit: Exterior of Design Society | Sea World Culture and Arts Center © Design Society

Design Society

Design Society ist eine innovative Kulturinitiative, die von den China Merchants Shekou (CMSK) gegründet wurde, einem Unternehmen, das sich unter der 147-jährigen China Merchants Group mit ganzheitlicher Stadtentwicklung beschäftigt. Als kreative Plattform hat die Design Society bereits ein umfangreiches Netzwerk von Partnern, Mitwirkenden und Unterstützern aus China und der ganzen Welt aufgebaut, das sich auf Wissenschaft, Wirtschaft, Regierungsangelegenheiten und Bildung sowie auf die Zusammenarbeit mit großen Museen, Wohnprogrammen und Archivierungseinrichtungen erstreckt. Mit dem Rat von Branchenexperten zeigt das Wachstum dieses Netzwerks die sich überschneidenden kreativen Praktiken – eng verbunden mit Gesellschaft und Industrie -, die für die Nachhaltigkeit der Design-Gesellschaft entscheidend sind. Ein umfangreiches Mitgliedschaftsprogramm bietet exklusive Branchenmöglichkeiten und Aktivitäten zur Karriereplanung und macht die Design Society zu einer der führenden Ressourcen auf lokaler und internationaler Ebene.

designsociety.cn