European Platform for Digital Humanism

Donnerstag, 5. September 2019, 10:00 - 19:30
Freitag, 6. September 2019, 10:00 - 19:30
Samstag, 7. September 2019, 10:00 - 19:30
Sonntag, 8. September 2019, 10:00 - 19:30
Montag, 9. September 2019, 10:00 - 18:00
Alle Termine werden in der Mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ / UTC+2) angegeben.
POSTCITY

Kann es, oder soll es so etwas wie einen europäischen Weg in die digitale Gesellschaft geben, zwischen dem „Daten-Kapitalismus“ der IT-Monopolisten und dem „Daten-Totalitarismus“, den autoritäre Regime verfolgen? Und wenn, wäre so ein europäischer „Daten-Humanismus“ auch wettbewerbsfähig? Könnte eine an den menschlichen Bedürfnissen und an etablierten gesellschaftlichen Konventionen orientierte Anwendung der digitalen Technologie, die eine Autonomie der UserInnen über ihre Daten ernst nimmt, nicht sogar gerade dieser Wettbewerbsvorteil sein?

Einiges spricht dafür, dass der Erfolg vieler digitaler Produkte und Dienstleistungen bald nicht mehr davon abhängen wird, ob der Prozessor noch ein wenig schneller und der Bildschirm noch etwas bunter ist, sondern vielmehr vom Vertrauen der UserInnen in die Services, die angeboten werden, und von der Glaubwürdigkeit der Anbieter.

In dem Ausmaß, in dem digitale Daten tatsächlich das „neue Öl“, der Rohstoff der Zukunft, sein werden, kommt der „Veredelung“ dieses Rohstoffs bald eine größere Rolle zu als dem Rohstoff selbst. Das eröffnet auch Möglichkeiten, nicht nur die Profitabilität, sondern auch die gesellschaftliche Angemessenheit im Umgang mit unseren Daten ernst zu nehmen.

BLP-2000D
BCL – Georg Tremmel (AT), Shiho Fukuhara (JP)

DNA-Synthesizer oder „DNA-Drucker“ sind Geräte, die DNA-Sequenzen chemisch synthetisieren oder „drucken“. Da die Synthese von langen DNA-Sequenzen derzeit noch ein kostspieliger Prozess ist, werden DNA-Synthesizer zentralisiert als Dienstleistung für Universitäten und Forschungseinrichtungen angeboten. Wenn eine bestimmte DNA-Sequenz beauftragt wird, werden die DNA-Informationen an das Unternehmen gesendet, die DNA wird synthetisiert und in ihrer physikalischen Form zurückgegeben, aufbereitet für biologische Experimente. Diese Zentralisierung hat auch einen beabsichtigten Nebeneffekt: Die Unternehmen steuern, welche DNA synthetisiert werden soll und welche nicht. Eine inoffizielle „Schwarze Liste“ potenziell schädlicher und verbotener DNA-Sequenzen wurde erstellt und wird zwischen den Anbietern weitergegeben – offiziell aus Gründen der biologischen Sicherheit. Aufgrund der teuren Chemikalien, die für den Prozess notwenig sind, war die Herstellung eines DIY-DNA-Synthesizer nicht realisierbar – bis jetzt. DIY-Mikrofluide machen den Prozess möglich und günstiger. Jedoch ist dieser noch fehleranfällig und erzeugt Mutationen in den physikalischen DNA-Sequenzen. Der Druckprozess von „verbotenen“ DNA-Sequenzen schafft auch ein moralisches und gesellschaftliches Dilemma. BLP-2000 entwickelt Prototyp-DNA-Synthesizer, welche nur die „verbotenen“, auf der schwarzen Liste stehenden DNA-Sequenzen drucken.

Die Kooperation von Kunst und Technologie ist dabei ein vielfach angesprochener Hoffnungsträger und eine Vielzahl von EU-Projekten und Kooperationsinitiativen haben sich zum Ziel gesetzt, die Rolle von Kunst, Kreativität und Bildung in der Entwicklung der dafür notwendigen Ideen, Konzepte und Handlungsmöglichkeiten zu stärken.