Deep Space EVOLUTION: Von der Höhle in den weiten Raum

Mit dem CAVE hat das Ars Electronica Futurelab in den 1990er Jahren den Grundstein dieses Erlebnisraumes gelegt. „Deep Space EVOLUTION“ ist das nächste Kapitel von Ars Electronica, wenn es um immersive Bildwelten geht.

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Zurück in die Zukunft oder alles beginnt mit dem CAVE, …

Am 6. September 1996 lädt das Team des Ars Electronica Futurelab zu einer Weltpremiere. Auf dem Programm steht die Eröffnung des CAVE – ein 3 x 3 x 3 Meter kleiner Raum, der große Stücke spielt. Alles in seinem Inneren – Boden, Decke, Wände – ist Projektionsfläche. Ein Netzwerk aus vier Rechnern und einem Trackingsystem, das ständig die Position der mit 3D-Brillen ausgestatteten Besucher*innen ermittelt, ermöglicht ein noch nie dagewesenes Eintauchen in virtuelle Welten. In Gestalt des CAVE verfügt Ars Electronica fortan über eine einmalige Spielwiese, auf der sich schon bald Wissenschaftler*innen, Künstler*innen und Entwickler*innen aus aller Welt tummeln und hier in Linz mit neuen Ideen experimentieren.

… führt über den Deep Space …

Wir springen ins Jahr 2009. Linz ist „Kulturhauptstadt Europas“ und lädt gleich am 2. Januar zur Eröffnung des neuen Ars Electronica Center. Das auf 6.500 m² erweiterte Museum der Zukunft verfügt nun über einen „Deep Space“, der sofort zum Publikumsmagneten avanciert. Wand- und Bodenprojektionen messen hier beachtliche 16 mal 9 Meter, dazu kommt, dass dank Lasertracking auch interaktive Bildwelten inszeniert werden können. Weil die ausgeklügelte Hightech-Komposition des Ars Electronica Futurelab die weltweit einzige ihrer Art ist, die auch der breiten Öffentlichkeit zugänglich ist, sorgt der Deep Space international für große Aufmerksamkeit.

… und den Deep Space 8K …

Im Frühjahr 2015 nimmt das Team des Ars Electronica Futurelab den nächsten Meilenstein in Angriff. Nach Monaten intensiver Recherchearbeit, zähen Verhandlungen und umfangreicher Tests wird aus dem Deep Space der Deep Space 8K. Letzteres verweist auf die Auflösung der projizierten Bilder, die jetzt für jeden der acht Projektoren sage und schreibe 4096 mal 2160 Bildpunkte umfassen. In Summe ergibt sich damit abhängig von der Geometrie der verbauten Projektion eine Auflösung von bis zu 8K auf Wand und Boden. Der Deep Space 8K garantiert visuelle Erlebnisse, die wahrlich den Atem rauben.

… zu Deep Space EVOLUTION

29. März 2022, hier und heute. Über Monate haben die Teams von Ars Electronica Futurelab und Ars Electronica Solutions die Evolution des Deep Space 8K weiter vorangetrieben. Für die Bespielung der 16 x 9 Meter großen Wand verfügt der Deep Space 8K ab sofort über vier Laserprojektoren, die gleich mehrere Vorteile bringen: sie können einen viel größeren Farbraum darstellen, benötigen 32 Prozent weniger Strom und sind im Betrieb – weil sie nicht so stark gekühlt werden müssen – wesentlich leiser.

Ebenfalls komplett erneuert wurden die sieben Workstations, auf denen der Deep Space 8K läuft. Ergebnis ist eine um rund 200 Prozent gestiegene Rechenleistung, bei gleichzeitiger Reduktion des Stromverbrauchs um 10 Prozent. Eine deutliche Performancesteigerung gibt es auch bei den Grafikkarten – statt bislang vier werden nur noch zwei pro Rechner benötigt, was deren Stromverbrauch wiederum um rund 40 Prozent reduziert. Verfügte der Deep Space 8K bislang über 2D-Tracking, das die Position von Objekten am Boden ermitteln konnte, ist der Raum nun mit einem neuen 3D-Trackingsystem ausgestattet, das jede beliebige Position im Raum identifiziert. Genutzt wird das neue System für interaktive Publikumsprogramme, künstlerische Projekte und nicht zuletzt die vielen Interaktionsexperimente des Ars Electronica Futurelab. Darüber hinaus bildet das neue Trackingsystem die technische Grundlage eines ebenfalls im Futurelab entwickelten Virtual Production Systems, das im Rahmen der Home Delivery Streamings bereits zum Einsatz kam.

Last but not least steht Deep Space EVOLUTION für eine grundlegende Überarbeitung und Weiterentwicklung auch des Steuerungs- und Bediensystems. Dies beinhaltet eine Aktualisierung der Software, um mehr Sicherheit, mehr Zuverlässigkeit und eine höhere Robustheit zu erreichen. Ein neu implementiertes Content-Managementsystem eröffnet zahlreiche Zusatzfunktionen, den Präsentator*innen steht zudem ein neues Steuerungsinterface am Smartphone zur Verfügung. Zur 3D-Contententwicklung wird nun die in den weltweit führenden Computerspielproduktionen verwendete Unreal Engine eingesetzt. Ein neues Lizenzmanagement für Content-Pakete garantiert darüber hinaus, dass Inhalte aus dem Deep Space 8K ganz einfach an Partner*innen weitergegeben werden können. Zum Einsatz kommt dieses System bereits im JKU medSPACE am JKU MED Campus Linz genau wie im Cubo Negro im Centro de Ciencias in Culiacan, Sinaloa Mexiko.