HORTUS

Begriffe wie urban farming oder urban gardening sind ja bereits in aller Munde. Die KünstlerInnen vom Ecologicostudio greifen diese Trends auf und ziehen radikale Konsequenzen aus ihnen, in dem sie über bisher Gesehenes hinausgehen und gerade dabei sind ein eigenes cyber-gardening System zu entwerfen.

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von [ecoLogicStudio]

Die Weltbevölkerung wächst immer schneller und die Effekte der Klimaerwärmung gefährden zunehmend die weltweiten Ernteerträge. Dadurch befinden wir uns in einer Situation in der die globalen Essensreserven ihren historischen Tiefststand erreichen.
Auf Grund dieser Veränderungen könnten sich globale Metropolen wie London schon bald in einem Zustand des Mangels befinden. In diesem Zusammenhang hat der Philosoph Matteo Pasquinelli die These aufgestellt, dass es in Zeiten wie diesen die Kochkunst immer wieder geschafft hat den Horizont des Essbaren zu erweitern, in dem die städtische Landschaft und ihr produktives Potential genutzt wurde.

Genau in diese Richtung geht das, von den italienischen KünstlerInnen des ecologicstudio erfundene, Projekt HORTUS (Hydro Organisms Responsive to Urban Stimuli). Dabei handelt es sich um ein Gerät das zur Entwicklung neuer Praktiken der Algenbewirtschaftung dient. Es stimuliert eine radikale Einstellung gegenüber urbaner Landwirtschaft, die weit über die gegenwärtigen Trends der Nutzung eines Kleingartens oder lokaler Bauernmärkten hinausgeht und sich zum Ziel gesetzt hat unsere Wahrnehmung für all jene urbanen Nischen wiederherzustellen die eigentlich in unseren Metropolen überall vorzufinden sind, aber bisher unbeachtet blieben. Die Rede ist von den unzähligen und unsichtbaren Orten an denen Algen wachsen und in denen sich die Natur der menschlichen Kontrolle entzieht und unbeobachtet gedeiht.

Konkret radikalisiert HORTUS den Begriff der urbanen Selbstversorgung durch einen neuen „cyber-garden“ Prototypen: Eine hängenden Bio-Pixel Wolke, designed um das Entstehen neuer urban farming Praktiken zu unterstützen. Ausgestattet mit Umgebungssensoren und virtuellen Interfaces beinhaltet jeder Pixel essbare Alge-Mikroorganismen, die in einem künstlichen Substrat gezüchtet werden.

Die Besucher und Besucherinnen von HORTUS atmen CO2 in diese Bio-Pixel ein, passen den Nährstoffgehalt an, entlassen Sauerstoff und ernten die Biomasse. Mit Smartphones können dabei die neuesten Daten der Installation abgelesen werden und auch Informationen empfangen die Auskunft geben wann den Algen wieder Nährstoffe zugeführt werden müssen. Dadurch wird jeder tweet ein neuer Partikel in der entstehenden „cyber-gardening“ Wolke.

[the next idea] voestalpine art and technology grant, Video:

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