Dschungel: Als ob man durch einen Instagram-Feed scrollt

Es soll sich anfühlen, als ob man durch einen Instagram-Feed scrollt. Alex Lazarov ist 19 Jahre, ein junger kreativer Filmemacher und YouTuber aus Wien. Er nimmt uns in seiner Webserie „Dschungel“, für die er die Goldene Nica des Prix Ars Electronica 2019 in der Kategorie „u19 – CREATE YOUR WORLD“ gewonnen hat, mit auf eine Reise durch einen Sommer seiner Generation.

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Im letzten Schuljahr vor seiner Matura hat sich Alex Lazarov vorgenommen, alles in seinem Notizbuch zu notieren, was ihm durch den Kopf geht – seine persönlichen Erlebnisse, Ideen und Gedanken, aber auch das, was er in dieser Zeit gelernt hat. Daraus ist schließlich zusammen mit seinem Team ein authentisches Filmprojekt entstanden, ein Porträt der Internet-Generation, das es als Web-Serie aus fünf Episoden auf seinem YouTube-Kanal zu sehen gibt. „Dschungel“ ist nicht nur ein Auszug aus der Lebenswelt junger Erwachsener und eine Liebeserklärung an seine Generation. Alex Lazarov hat hier seinen ganz persönlichen ästhetischen Fingerabdruck hinterlassen – mit Bildern und Szenen, die eine große Bandbreite an Emotionen auslösen und dem Publikum so das Gefühl vermitteln, – damals 2018 – mit dabei gewesen zu sein. Für „Dschungel“ hat er nun die Goldene Nica 2019 des Prix Ars Electronica in der Kategorie „u19 – CREATE YOUR WORLD“ erhalten.

Wer Alex Lazarov und weitere TeilnehmerInnen der Kategorie „u19 – CREATE YOUR WORLD“ persönlich treffen möchte: Im Rahmen der CREATE YOUR WORLD Award Ceremony in der POSTCITY Linz, am DO 5. September 2019, 10:30, werden den jungen GewinnerInnen des Prix Ars Electronica die Preise überreicht!

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Wie bist du auf die Idee gekommen, so eine Webserie wie „Dschungel“ zu drehen?

Alex Lazarov: Auf die Idee bin ich gekommen im letzten Schuljahr. Und zwar wollte ich den Sommer nach meiner Matura nutzen, um einen Moment einzufangen. Ich hab mir gedacht, dass es jetzt eine Phase sein wird in meinem Leben, die ich in dieser Form höchstwahrscheinlich nicht mehr wieder haben werde. Ich habe das Projekt dazu genutzt, meine Perspektive und meine Interessen einzubauen. In jeder einzelnen Minute des Films wollte ich das einpacken, wollte Dinge zeigen, die ich selbst sehen möchte, wenn ich einen Film sehe – eine Art Suche nach dem eigenen Fingerabdruck. Und dabei habe ich mit meinem Team zusammengearbeitet, denn so ein Projekt kann man nicht alleine machen. Wir haben verschiedene Sachen ausprobiert, ohne zu versuchen, perfekt zu sein – und es ist ein sehr verspieltes Projekt daraus geworden, das meiner Meinung nach sehr viel von dieser Energie in sich trägt, die während dem Dreh entstanden ist.

Behind the Scenes

Woher hast du deine Inspirationen geholt?

Alex Lazarov: Ich hoffe, dass es sich, wenn man die Webserie ansieht, so anfühlt, als ob man durch einen Instagram-Feed scrollt. Es gibt Sequenzen mit orthodoxer Kirchenmusik aber auch Rap-Musik. Die größte Inspiration für dieses Projekt war sicher der Filmemacher John Hughes und seine Teenagerfilme aus den 1980er Jahren wie „The Breakfast Club“, aber auch „Eyes Wide Shut“ von Stanley Kubrick, „Funny Games“ von Michael Haneke genauso wie das „Blair Witch Project“ oder „The Nightcrawler“. Da gibt es eine unheimliche Menge an verschiedenen Filmen, die alle hier eingeflossen sind – ganz zu schweigen von dem, was ich von Kindheit an im Internet gesehen habe oder in meinem persönlichen Umfeld erleben durfte. Manche Momente im Film habe ich wirklich so erlebt, die sind nicht frei erfunden, andere wiederum schon.

Behind the Scenes

Wie hast du deine Liebe zum Genre Film gefunden?

Alex Lazarov: Ich glaube, ich habe eine sehr lange Zeit unterbewusst geahnt, dass Filme meine Sache sind. Schon als Kind hab ich gerne beobachtet und im Kino habe ich letztendlich einen Ort gefunden, in dem meine audiovisuellen Wahrnehmungen gelenkt wurden. Das habe ich lange Zeit nicht verstanden – bis ich mit etwa 12 Jahren den Film „Inception“ von Christopher Nolan gesehen habe und wirklich verstand, was ein Regisseur eigentlich macht, nämlich Kontrolle darüber zu nehmen, was man als Zuseher hört und sieht. Das war vielleicht der Moment, an dem ich dachte, dass auch ich das gerne machen möchte! Ich habe dann auf meinem iPad auf der Wiener Donauinsel mit meinen Mitschülern meinen ersten Film gedreht und jetzt bei „Dschungel“ hatte ich die wunderbare Gelegenheit, mit einem exzellenten jungen Team zu arbeiten.

Behind the Scenes

Weißt du schon, wie es bei dir weitergeht, nach der Goldenen Nica?

Alex Lazarov: Das ist eine sehr gute Frage. Genau weiß ich es noch nicht, aber ich möchte die nächsten Jahre auf jeden Fall an all meinen Projekten weiterarbeiten, die ich noch im Kopf habe. Gedanklich befinde ich mich schon an einem ganz anderen Ort als vor zwei Jahren, an dem die erste Idee dieser Webserie entstanden ist. „Dschungel“ ist für mich eine Sammlung geworden, verschiedene Sachen auszuprobieren, und das werde ich weiterhin auch tun. Einfach das zu machen, das zu filmen, was ich möchte.

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