Die besten Festivaltipps für: Studierende

Mehr als 540 Events mit mehr als 1400 KünstlerInnen an 16 Locations in und um Linz stehen 2019 am Ars Electronica Festival am Programm. Um die Auswahl etwas zu erleichtern, haben wir für euch die besten Festivaltipps für Studierende zusammengefasst.

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Du studierst an einer Uni in Linz oder irgendwo auf der Welt, bist interessiert an den Projekten anderer Unis, egal ob im Medienkunstbereich oder darüber hinaus? Feminismus ist für dich kein Fremdwort und die Sache mit der Gleichberechtigung längst noch nicht abgehakt? Du bist engagiert für eine bessere Welt oder hast manchmal einfach Lust, alles rauszutanzen? Dann haben wir die besten Festivaltipps für junge und junggebliebene Studierende im weitest möglichen Sinn für dich!

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Erste Anlaufstelle für Studierende ist – wie könnte es anders sein – der Ars Electronica Campus. 57 Universitäten aus Australien, Asien, den USA und Europa tummeln sich hier und präsentieren die Ergebnisse ihrer Ausbildungsprogramme an der Schnittstelle von Kunst und Technologie, allen voran die Bauhaus-Universität Weimar, die dieses Jahr ihr 100-jähriges Jubiläum begeht. In den Räumlichkeiten der Linzer Kunstuniversität am Hauptplatz zeigt man die große Schau „Shared Habitats“. Die Gemeinschaftsausstellung von Studierenden und Lehrenden untersucht den Einfluss der Technik auf soziokulturelle Prozesse und lädt BesucherInnen zur Begegnung mit anderen Lebewesen ein. Insgesamt 16 digitale, biologische und interaktive Arbeiten widmen sich der Rolle unterschiedlicher Organismen in ihrer Umwelt, den Auswirkungen des Menschen auf ihre Lebensräume, den Wechselwirkungen zwischen menschlichen und nichtmenschlichen Wesen sowie den Beziehungen zwischen Mensch und Maschine.

Campus, Kunstuni, Credit: Tom Mesic

Der zweite Teil des „Ars Electronica Campus“ kann in der POSTCITY besucht werden. Im Zentrum steht hier die große Ausstellung TRANSCODE! der Studierenden der „Interface Cultures“ der Linzer Kunstuniversität. Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Recherche ist der allgemeine Diskurs rund um die Veränderung unserer Welt und den dystopischen Visionen unseres zukünftigen Lebens oder aber technologiebezogenen Allheilsversprechungen, die dabei so häufig bemüht werden. Mit der Ausstellung „TRANSCODE!“ treten die Studierenden der Abteilung Interface Culture die Flucht nach vorn, in Richtung Zukunft, an und fordern eine Veränderung unseres Denkens, unseres Funktionierens und unseres „Fiktionierens“.

bauhaus Universität Weimar, Credit: Lehrstuhl Media Environments

Ein Thema innerhalb der verschiedenen Aussstellungen möchten wir, nicht nur für Studierende, hervorheben: Projekte, mit feministischem Hintergrund. Women Reclaiming AI (WRAI) zum Beispiel ist eine kollaborative KI-Sprechassistenz und eine Form des Aktivismus, die von einer wachsenden Gemeinschaft von Personen, die sich als Frauen definieren, geschaffen wurde. Das Projekt schafft eine Plattform für kollektives Schreiben und kreiert eine KI, welche die Geschlechterrollen herausfordert. Zu diesem Thema findet auch ein Workshop statt.

Joy Buolamwini und Timnit Gebru haben in Gender Shades die Vorurteile von KI-Gesichtserkennungsprogrammen untersucht. Die Studie zeigt, dass bereits populäre Anwendungen eine offensichtliche Diskriminierung aufgrund des Geschlechts oder der Hautfarbe aufweisen.

Feminist Data Set ist ein laufendes, mehrjähriges Kunstprojekt, das Vorträge und Workshops kombiniert und zur Sammlung feministischer Daten aufruft, die Interventionen im Bereich des maschinelles Lernens schaffen sollen. Was sind feministische Daten? Feministische Daten können Kunstwerke, Essays, Interviews und Bücher über Feminismus oder aus einer feministischen Perspektive sein. Mit diesem feministischen Datensatz soll dem Bias im maschinellen Lernen entgegengewirkt und die Möglichkeit der Datenerhebung als feministische Praxis eingeführt werden.

In Posse ist ein Work in Progress. Die Künstlerin Charlotte Jarvis arbeitet mit Prof. Susana Chuva de Sousal Lopes in Leiden und Biotehna / Kersnikova Institute in Ljubljana zusammen, um den weltweit ersten „weiblichen“ Samen herzustellen. Ein Workshop für alle Frauen ergänzt die Arbeit der Künstlerin am Festival.

Women Reclaiming AI/Birgitte Aga (UK), Coral Manton (UK), Credit: Birgitte Aga, Coral Manton (UK)

Abseits von diesen Projekten, gibt es auch zahlreiche Konferenzen, die einen Besuch wert sind. Neben den Themenkonferenzen möchten wir besonders das Symposium „Perspektiven politischer Bildung“ hervorheben: Die Pädagogische Hochschule will gemeinsam mit Ars Electronica und Arbeiterkammer Oberösterreich untersuchen, inwieweit Social Media einen Beitrag zu einer neuen Konflikt- und Kampfkultur leisten kann, oder ob diese Medien eine solche Kultur behindern, ob die Digitalisierung Kommunikation, Kooperation und Manipulationsmöglichkeiten verändert hat und nicht zuletzt, ob die digitale Transformation der Gesellschaft neue Konfliktformen hervorbringt. In Vorträgen und Workshops werden neue gesellschaftspolitische Auswirkungen aufgezeigt und auf verschiedenen Ebenen diskutiert. Fragen, die nicht nur für (zukünftige) LehrerInnen Relevanz haben.

Lecture Stage, Credit: vog.photo

Wer tagsüber in Workshops aktiv ist und durch Ausstellungen flaniert, muss abends etwas entspannen. Wir empfehlen hier vor allem die Freitagnacht: Gleich nach der Großen Konzertnacht ist es Zeit für die Ars Electronica Nightline – nicht nur für Tanzbegeisterte und NachtschwärmerInnen ein Höhepunkt jedes Ars Electronica Festival. Zum Auftakt heizt Moritz Simon Geist im Hof der POSTCITY mit seinen robotischen Instrumenten ein, genauso ungewöhnlich ist dann das Live-Set von „Rrucculla“, die zu ihrer digitalen Musik Drums spielt und ihre Visuals steuert. In der Gleishalle eröffnet Silk, gefolgt von BABii, Cid Rim sowie Sinjin Hawke & Zora Jones. Auf der Salon Stage treten Stefan Tiefengraber aus Linz, Chronic Youth aus Graz und HDMIRROR, bekannt durch „Rave Tool 66“, sowie DJsets von Masha Dabelka und Polyxene auf.

Credit: BABii (UK)

Alternativ zur Ars Electronica Nightline in der POSTCITY gibt es auch andernorts tanzbare Beats auf die Ohren: Holy Hydra ist eine zweitägige Veranstaltung in der Stadtpfarrkirche Urfahr, neben dem Ars Electronica Center, mit zeitgenössischen Tanzperformances, elektronischer Musik, raumfüllenden Projektionen und einem Symposium zum Thema “Sakralraum = Stadtraum”. Das Projekt versteht sich als Vorschlag, inwiefern architektonisch und kulturgeschichtlich wertvolle Räumlichkeiten, wie Kirchen, auch einer erweiterten Nutzung zugeführt werden können. Ab 20 Uhr gibt es am Freitag und auch am Samstag eine Nightline, wo zum Beispiel Marlene Fally, DVRST oder Therese Terror zu hören sind.

Holy Hydra / Raumteiler Linz Kulturverein – Amanda Augustin AT, Lorena Höllrigl AT, Credit: Laurin Doepfner

Zum Schluss noch ein Tipp ganz anderer Art: Der u19 Preis: netidee SPEZIALPREIS 2019 ging heuer an Tweakr, ein Tool, das unter anderem für Studierende interessante Möglichkeiten bietet. Tweakr ist eine Online-Plattform, um die visuelle Zusammenarbeit zwischen einem Kunden und einem Designer schneller, kollaborativer und kostengünstiger zu gestalten. Man kann den Tweakr-Link über die bestehenden Kommunikationswege teilen und Tweakr erweitert einfach den kreativen Workflow. Die Mission dahinter ist, die visuelle Zusammenarbeit einfacher, schneller und kostenlos für alle zu gestalten.

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