Programm 2025

Ars Electronica Nightline / Belia Winnewisser (CH) x Subrihanna (DE), Photo: vog.photo

Auch dieses Jahr unterstreicht das Ars Electronica Festival seine Bedeutung als internationale Plattform und bringt verschiedene Communities, Disziplinen und Branchen miteinander ins Gespräch. Erwartet werden vielfach ausgezeichnete Künstler*innen und hochrangige Vertreter*innen aus Kunst und Kultur, renommierte Wissenschaftler*innen und aufstrebende Studierende, Unternehmer*innen sowie politische Entscheidungsträger*innen aus Europa und der ganzen Welt.

Besucher*innen dürfen sich auf hochkarätige Ausstellungen, Konzerte, Performances, Symposien, Talks und Townhall Meetings freuen. Im Fokus des vielschichtigen Programms stehen immer wieder psychologische, neurologische und philosophische Aspekte der Panik, die Gleichzeitigkeit und das Spannungsverhältnis zwischen Zusammenbruch, Umbruch und Aufbruch. Zudem wird die Rolle der Kunst in Zeiten radikalen Wandels thematisiert.


Bruckner Symphony No. 7, arrangement for ensemble / Chamber musicians of the Bruckner Orchestra Linz (AT), Photo: tom mesic
Impression: Prix Ars Electronica Award Ceremony 2024, Photo: tom mesic

Events und Konzerte

Der Pre-Opening-Walk (Dienstag, 2. September) bildet den Auftakt der Festivalwoche. Im Lentos Kunstmuseum Linz, an der Kunstuniversität Linz, im Atelierhaus Salzamt und im Ars Electronica Center empfangen Kurator*innen und Künstler*innen das Publikum und eröffnen exklusive Einblicke in ihre Ausstellungen. Der Eintritt ist frei.

Das offizielle Ars Electronica Opening (Mittwoch, 3. September) lädt Linzer*innen und internationale Gäste ein, gemeinsam den Start des Festivals zu feiern. Highlight des Abends sind Ausschnitte der Walzersymphonie, ein Projekt, das vom Ars Electronica Futurelab in Kooperation mit vier renommierten Musik-Universitäten im Auftrag von Johann Strauss 2025 Wien umgesetzt wird. Die weltberühmte Musik des Wiener Walzerkönigs wird dabei zum Gegenstand eines inspirierenden Forschungsprojekts rund um KI und Kreativität. Es spielen Musiker*innen des Bruckner Orchester Linz, der Mariendom bildet die eindrucksvolle Bühne. Das Ars Electronica Opening wird als Gastspiel zum diesjährigen Brucknerfest ausgerichtet. Der Eintritt ist frei.

Die Prix Ars Electronica Award Ceremony (Donnerstag, 4. September) im Design Center Linz ist ein weiterer Höhepunkt der Festivalwoche. An diesem Abend steht die Kunst im Mittelpunkt – und mit ihr die herausragenden Künstler*innen, die 2025 mit der Goldenen Nica des Prix Ars Electronica ausgezeichnet werden. Zudem werden die Gewinner*innen des STARTS Prize, des STARTS Prize Africa und des European Union Prize for Citizen Science auf die Bühne gebeten – diese Preise werden von der Europäischen Union finanziert, die Wettbewerbe von Ars Electronica organisiert und durchgeführt.

“Mishima” Concerto for Piano and Orchestra by Philip Glass / Filharmonie Brno (CZ), Dennis Russell Davies (US), Maki Namekawa (JP/AT), Photo: tom mesic
Ars Electronica Nightline / NVST (CH), Photo: vog.photo

Die Große Konzertnacht (Freitag, 5. September) in der Gleishalle der POSTCITY gedenkt dem Ende des Zweiten Weltkriegs vor 80 Jahren. Im Zusammenspiel von Orchestermusik und szenisch visualisierter Inszenierung wird die Kammeroper Der Kaiser von Atlantis oder Die Tod-Verweigerung aufgeführt, die 1943/44 von Viktor Ullmann und Peter Kien im Ghetto Theresienstadt geschaffen wurde. Die Linzer Produktion ist eine Kooperation von Ars Electronica, der Filharmonie Brno, dem Landestheater Linz und der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw).

Die Ars Electronica Nightline (ebenfalls Freitag, 5. September) lädt zu DJ-Sets und Performances in die Gleishalle.

Der Sonic Saturday (Samstag, 6. September) an der Anton Bruckner Privatuniversität eröffnet wieder faszinierende Klangwelten. Ein musikalisches Highlight findet diesmal auch im Ars Electronica Center statt und wird in Kooperation mit dem Brucknerfest als Auftakt zur Klangwolke im Deep Space 8K zur Aufführung gebracht: Mit ihrem Klavierkonzert chroma präsentieren Daniel Oliver Moser (Komposition) und Konstantin Semilakovs (Klavier und Visuals) ein Stück, das Pianoklänge und generative Visualisierungen verbindet.

Die Futurelab Night (Samstag, 6. September) lädt ebenfalls in den Deep Space 8K und zeigt, wie neue Technologien und künstlerische Herangehensweisen zu ungewöhnlichen und faszinierenden Erlebnissen kombiniert werden können. Präsentiert werden Projekte des Ars Electronica Futurelab, darunter das europaweite XR-Forschungsprojekt SHARESPACE.


Organism + Excitable Chaos / Navid Navab (IR/CA), Garnet Willis (CA), Photo: vog.photo
Calculating Empires / Kate Crawford (AU), Vladan Joler (RS), Photo: vog.photo

Ausstellungen

Die Prix Ars Electronica Ausstellung ist die wichtigste Schau des Festivals und wird zum zweiten Mal in Folge im Lentos Kunstmuseum Linz gezeigt. Zu erleben sind Medienkunstprojekte, die 2025 in den Kategorien New Animation Art, Artificial Life & Intelligence und Digital Musics & Sound Art eingereicht wurden und von der internationalen Jury mit Goldenen Nicas, Awards of Distinctions oder Honorary Mentions ausgezeichnet wurden.

Die Ausstellung zum Festivalthema ist im weitläufigen Bunker der POSTCITY zu sehen. Unter den vielfältigen Beiträgen sind 2025 auch die Resultate des einjährigen Residency-Programms für Künstler*innen im Rahmen des European Digital Deal (kofinanziert von der Europäischen Union). Entstanden sind die Werke an renommierten Kultureinrichtungen wie Onassis Stegi (GR), Braga Media Arts (PT), Waag Futurelab (NL) sowie in Linz bei Ars Electronica. Die Ars Electronica Features Ausstellung wird ebenso in der POSTCITY ihren Platz finden und künstlerische Projekte von Partnerinstitutionen aus dem internationalen Netzwerk von Ars Electronica bündeln.

Die S+T+ARTS Initiative (Science, Technology, and the Arts) der Europäischen Kommission wird eine wesentliche Rolle am Festivalgelände des ehemaligen Postverteilerzentrums spielen – den ausgezeichneten Projekten des STARTS Prize 2025 wird eine eigene Ausstellungsfläche gewidmet. Der STARTS Prize wird von einem Konsortium europäischer Partnerinstitutionen getragen, darunter Sónar, die Salzburger Festspiele, die TUD Technische Universität Dresden sowie das High Performance Computing Center Stuttgart. Mit der STARTS Prize Africa Ausstellung und der Ausstellung zum European Union Prize for Citizen Science werden ebenso preisgekrönte Projekte und Initiativen großer europäischer Wettbewerbe in der POSTCITY präsentiert.

Cascade / Marc Vilanova (ES), Photo: vog.photo
(re)understanding media extension of agency in the global village / Gordon Fung (US), Sam Anthem (US), Benjamin Glass (US), Patrick Glennon (US), Yuwen Huang (CN), Liang He (CN), Photo: flap

Ebenfalls in der POSTCITY gezeigt werden die Preisträger*innen des Wettbewerbs State of the ART(ist) sowie des Ars Electronica Award for Digital Humanity, jeweils prämiert von Ars Electronica und dem österreichischen Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten. Hinzu kommen die Werke lateinamerikanischer Künstler*innen, die 2025 mit den CIFO x Ars Electronica Awards ausgezeichnet wurden,  sowie chilenische Beiträge an der Schnittstelle von Wissenschaft, Technologie und Medienkunst, ausgewählt durch das Kultur- sowie Außenministerium in Chile und Ars Electronica basierend auf einem Open Call.

Das LIT – Linz Institute of Technology, angesiedelt an der Johannes Kepler Universität Linz, zeigt einzigartige Projekte von JKU-Forscher*innen und Künstler*innen, die innovative Zugänge zu wissenschaftlichen Themen finden. Mit der neuerlichen Beteiligung des LIT wird eine langfristige Partnerschaft zwischen Ars Electronica und JKU vertieft und verdeutlicht, welcher Mehrwert im permanenten Austausch zwischen Kunst und Wissenschaft steckt.

Die Kunstuniversität Linz ist seit mehr als zwei Jahrzehnten ein wesentlicher Partner der Ars Electronica und bietet auch 2025 eine Bühne für vielfältige Arbeiten der eigenen Studienrichtungen sowie für Beiträge von Studierenden internationaler Partneruniversitäten.  Der Ars Electronica Campus – kuratiert von der Kunstuniversität Linz und Ars Electronica – erstreckt sich über die beiden Brückenkopfgebäude der Kunstuniversität und die POSTCITY. Gezeigt werden Werke und Performances junger Kunstschaffender, die mit kreativen Zugängen und Themen faszinieren. Special Featured University in der Galerie splace am Hauptplatz ist in diesem Jahr die National Academy of Art aus Sofia/Bulgarien.


AI in Creativity and Critique — A fireside chat with Hito Steyerl (DE), AC Coppens (FR), Photo: flap
AI x Art / Ali Nikrang (AT), Susanne Kiesenhofer (AT), Photo: flap

Konferenzen, Talks und Workshops

Die POSTCITY wird von 3.-7. September nicht nur Hub für eine ganze Reihe von Ausstellungen, sondern auch Forum für spannende Vorträge, Präsentationen und Panels zum Festivalthema, die Besucher*innen durch die Festivalwoche begleiten. Zusätzlich stehen weitere Fachkonferenzen am Programm:

Die Ars Electronica setzt 2025 einen mehrtägigen Bildungsschwerpunkt. Das seit Jahren gemeinsam mit der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich ausgerichtete Symposium wird durch eine internationale Fachtagung ergänzt, die sich als Teil des EU-geförderten Projekts Critical ChangeLab auf die Themen Demokratie, Medienkompetenz und Didaktik richtet.

Gemeinsam mit Partner*innen wie der Oulu University of Applied Sciences, der European Theater Convention und mehr als zehn europäischen Theaterhäusern wird im Rahmen des EU-kofinanzierten Projekts ACuTe das Thema AI and Artistic Creation bearbeitet und der Fokus auf Digital Theater gelegt. Präsentiert und diskutiert werden Anwendungen von KI bei der inhaltlichen Gestaltung, in der Produktionsphase, im Ticketing oder im Bereich Audience Engagement. 2025 wird es außerdem wieder einen S+T+ARTS Day geben, der Akteur*innen aus Industrie, Kunst und Technologie ein Forum gibt, um die digitale Souveränität und Zukunft Europas zu diskutieren.

Creative Business Innovation Lounge / Ars Electronica Futurelab (AT), Photo: flab
Town Hall Meeting: Citizen Science / Vanessa Hannesschläger (EU), Nicole Grüneis (AT), Photo: vog.photo

Am 1. Januar 1995 trat Österreich der Europäischen Union bei, zum Jubiläum plant Ars Electronica gemeinsam mit dem Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport eine Schwerpunktveranstaltung zum Thema 30 Jahre Österreich in der EU. Im Zeichen des europäischen Austauschs ist 2025 zudem eine Workshop-Reihe für Kulturmanager*innen europäischer Institutionen geplant. Eine Schlüsselrolle nimmt dabei das 2025 initiierte EU-geförderte Projekt EXCENTRIC ein, das die digitale Transformation in Kulturorganisationen ins Zentrum rückt, und von Ars Electronica gemeinsam mit Institutionen wie der Erasmus Universität Rotterdam, KEA European Affairs, Europeana oder der European Festival Association realisiert wird.

Eigene Präsentationen und Diskussionsrunden zum Thema Citizen Science – als Teil des EU-geförderten Projektes IMPETUS – komplettieren das Konferenzangebot in der POSTCITY. Im Mittelpunkt stehen wegweisende Methoden und die Frage, wie vor allem Künstler*innen und junge Menschen aktiv zum Forschungsprozess beitragen können.

Im Sky Loft des Ars Electronica Center trifft sich das internationale Fachpublikum, um von  3.-5. September bei der Expanded-Konferenz aktuelle Trends in Sachen Animationskunst zu diskutieren. Das Programm an Präsentationen und Panels wird gemeinsam mit der Fachhochschule Oberösterreich – Campus Hagenberg organisiert. Daran anknüpfend verwandelt sich das Atelierhaus Salzamt während des Festivals wieder in einen Schauplatz innovativer Animationen.


Innovationshauptplatz RoboRave, Photo: flab
Tinkertank—Forge of Hope / Ryan Jenkins (US), Thomas Kühn (DE), Johannes May (DE), Photo: tom mesic

Specials

create your world wird einmal mehr auf der ersten Etage der POSTCITY Station machen. Auf einer Fläche von 2.000 Quadratmetern wird ausprobiert, getüftelt, präsentiert und diskutiert – ein buntes Angebot an Open Workshops wird das Herz junger und junggebliebener Entdecker*innen höherschlagen lassen. Highlight ist die Ausstellung der beim Prix Ars Electronica in der Kategorie u19 ausgezeichneten Projekte.

Eine Premiere bildet die Verleihung des Media Literacy Award für Lehrer*innen aus Österreich, die sich mit innovativen Unterrichtskonzepten hervorgetan haben. Hauptpreis des Wettbewerbs, der gemeinsam vom österreichischen Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Ars Electronica und der Agentur für Bildung und Internationalisierung (OeAD) vergeben wird, ist ein Medienbildungsworkshop für eine Schulklasse im Wert von 2.000 Euro.

Gigantic Oribotic Spiral @ Open Futurelab / Ars Electronica Futurelab (AT), Kanata Warisaya (JP), Luca Zimmerman (CH), Structural Origami Group, Photo: Bettina Gangl
Deep Space Community / Ars Electronica Solutions (AT), Photo: Magdalena Sick-Leitner

Wer nach Rolle und Impact der Kunst in Zeiten radikalen Wandels fragt, muss sich nicht nur mit Künstler*innen, sondern auch mit Institutionen befassen. Welche Rolle also spielt Ars Electronica und was will sie erreichen?

Ars Electronica ist mehr als „nur“ ein Festival und ein Museum. Es sind vor allem das Ars Electronica Futurelab und Ars Electronica Solutions, die für Auftraggeber*innen aus Wissenschaft und Forschung, Wirtschaft und Industrie, sowie Verwaltung und Politik forschen und entwickeln – und Impact erzielen wollen. Im Rahmen des Festivals gestalten die Teams von Ars Electronica Futurelab und Ars Electronica Solutions erstmals einen gemeinsamen Bereich, in dem es nicht nur darum geht, was, sondern vor allem wie und mit welchen Zielen sie Projekte umsetzen. Im Mittelpunkt stehen Gespräche und Diskussionen darüber, wie Kunst- und Kulturinstitutionen wie Ars Electronica ihre gesellschaftliche Rolle anlegen und umzusetzen versuchen. Welche Form von Innovation wollen Ars Electronica Futurelab und Ars Electronica Solutions vorantreiben? Welchen Mehrwert wollen sie für wen schaffen?

Neu in der POSTCITY ist der Pavillon gegen Gleichgültigkeit, der als Teil des Projekts Flood  the Zone with Courage von Ars Electronica und Zirkus des Wissens (Johannes Kepler Universität) etabliert wird. Im Mittelpunkt stehen demokratische Prozesse, Protestformen und gemeinschaftliches Handeln. Festivalbesucher*innen sind eingeladen, sich über interaktive Workshops, Live-Diskussionen und künstlerische Interventionen aktiv einzubringen.

Seit Jahren bildet Cultural Heritage eine zentrale Programmschiene jedes Ars Electronica Festival. Nach dem Louvre, den Uffizien, dem Museo Reina Sofía oder den Vatikan Museen präsentiert 2025 die National Gallery London hochkarätige Digitalisate im Deep Space 8K.

Wir freuen uns auf deinen Besuch beim

Ars Electronica Festival 2025

3. – 7. September 2025, POSTCITY Linz