Eine virtuelle Kunsthalle & Open Call 2022

Kulturdiplomatie und künstlerische Freiheit

Der Krieg in der Ukraine hat verheerende Folgen, vernichtet Existenzen und versucht, die kulturelle Identität der Ukraine und ihrer Bürger*innen zu zerstören. Diese dramatischen und beängstigenden Entwicklungen im osteuropäischen Kulturraum sind ein wichtiger Anlass, sich mit der Situation von Kulturschaffenden und Künstler*innen auseinanderzusetzen. Gemeinsam mit dem österreichischen Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten und im Sinne des bereits etablierten Preises für „Digitalen Humanismus“ laden wir Künstler*innen, Kreative und Aktivist*innen aus der Ukraine und diejenigen, die politisch gefährdet sind und denen das Menschenrecht auf Meinungsfreiheit verwehrt wird, dazu ein, ihre Werke und Projekte einzureichen.

Verlängerter Einreichschluss: 3. Juli 2022

FAQ

Alle eingereichten Projekte sind Teil des Ars Electronica Festival 2022 und werden online präsentiert. Ausgewählte Gewinner*innen werden in kuratierten Ausstellungen in einer virtuellen Kunsthalle und durch kuratierte Vorträge, die live im Ars Electronica Festival TV Channel übertragen werden, hervorgehoben. Wir bieten einen digitalen, virtuellen Raum, der, anonymisiert oder personalisiert, ein integraler Ort des Ausdrucks und der Dokumentation der Freiheit des künstlerischen Denkens und Schaffens sein soll. Dieser digitale Raum soll als Aktions-, Ausdrucks- und Austauschraum für all jene Kunstschaffenden verstanden werden, deren Lebenssituation es ihnen nicht erlaubt, sich frei zu äußern. Dieser soll darüber hinaus ein Dokumentationsraum und Mahnmal für das sein, was Künstler*innen in solch drastischen Situationen bewegt. Ein Raum, der symbolisieren soll, dass auch massive politische oder militärische Einflussnahme die kritische Reflexionskraft von Künstler*innen nicht behindern kann und darf.

Diese Initiative richtet sich an Kunstschaffende aus der Ukraine und darüber hinaus, um Künstler*innen, die in unterdrückten politischen Systemen leben, konkrete finanzielle Unterstützung und Sichtbarkeit zu bieten. Sie will aber auch die Dringlichkeit der drastischen Situation in der Ukraine als Ausgangspunkt nehmen, um die globale Frage zu stellen, wo sonst noch politische Einflussnahme und Aggression Künstler*innen daran hindern, ihre Rolle für und in der Gesellschaft wahrzunehmen.

Der State of the ART(ist) Call sucht nach Arbeiten, Aktionen, Projekten und gemeinschaftlichen Aktivitäten, die sich an der Schnittstelle von Menschenrechten und Kunst befinden. Wir wollen eine Plattform und Sichtbarkeit für Künstler*innen und Kreative schaffen, die politisch bedroht sind und weltweit vor Unterdrückung und Krieg fliehen. Der Open Call ist der Unterstützung verfolgter Kunstschaffender gewidmet und soll sie in unseren „Online-Aktions- und Dokumentationsraum“ einbeziehen.

Künstler*innen, Kreative, Kurator*innen, Schriftsteller*innen, Kritiker*innen, Wissenschaftler*innen, Unternehmer*innen, Verbände, öffentliche Einrichtungen, Nichtregierungsorganisationen oder private Unternehmen, egal ob Einzelpersonen oder Gruppen, können sich an dem Open Call beteiligen. Die Einreichung kann entweder personalisiert oder anonym erfolgen, aber wir benötigen eine Kontakt-E-Mail-Adresse. Kommerzielle oder propagandistische Projekte sind von der Teilnahme am Wettbewerb ausgeschlossen.

Der Schwerpunkt liegt auf der Botschaft und der Aktivität und nicht auf den Werkzeugen und Materialien, die zum Ausdruck gebracht werden.

Projekte, die eingereicht werden können (zum Beispiel und nicht ausschließlich):

  • soziale Software
  • künstlerisches und technologisches Gemeinschaftsprojekt
  • nutzergenerierte Inhalte und Metadaten
  • Crowdsourcing und Ko-Kreation
  • Bürger*innenbeteiligung / Bürger*innenjournalismus
  • Ermächtigung / Widerstand
  • Bürger*innenüberwachung
  • Lobbying-Projekte
  • Smart Citizen Projekte
  • Open Data- / Open Government-Projekte
  • (e)Rechte / (e)Demokratie / (e)Governance / öffentliche Dienstleistungen
  • KI, Maschinelles Lernen
  • Pop-up-Basisbewegungen (einschließlich Initiativen, die nicht mehr aktiv sind)
  • Arbeiten im öffentlichen Raum
  • Performances
  • und alles, was wir nicht im Kopf haben…

Vorteile für die Einreichenden

  • Ein internationales Expert*innengremium, bestehend aus renommierten Persönlichkeiten der internationalen Medienkunst- und Kuratorenwelt, die internationale Institutionen vertreten, wird nicht nur eine qualitative Auswahl treffen, sondern auch die sozialen Kontaktmöglichkeiten bieten, um die Karrieren der Künstler*innen zu fördern.
  • Die 15 Gewinner*innenprojekte werden in der virtuellen Kunsthalle präsentiert, kuratiert von den eingeladenen Expert*innen. Alle anderen Arbeiten werden auf der Website von Ars Electronica präsentiert und mit dem Archiv verlinkt. Die virtuelle Kunsthalle, ein Online-Dokumentations- und Aktionsraum, ist während des Festivals und darüber hinaus frei zugänglich und lädt internationale Expert*innen ein, die Arbeiten zu erkunden.
  • Der Festival TV Channel wird die Gewinner*innen des offenen Aufrufs vorstellen. Kuratierte Vorträge und Gespräche, künstlerische Präsentationen und überraschende Interventionen werden über den Kanal live gestreamt und sind online über die Festival-Website und den Online-Ausstellungsraum frei zugänglich.
  • Sowohl die Kurator*innen als auch die ausgewählten Künstler*innen sind eingeladen, uns in Linz zu besuchen und aktiv am Festivalprogramm teilzunehmen. Diejenigen, die nicht zu uns kommen können, werden über hybride und digitale Medien Teil des Programms sein. Erfahrene Moderator*innen werden durch das Programm führen.

Noch Fragen?

Falls die Antworten auf unserer FAQ-Seite nicht ausreichend sind, können Sie uns gerne unter stateoftheartist@ars.electronica.art kontaktieren!

Credits

The State of ART(ist) ist ein gemeinsames Projekt des österreichischen Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten und Ars Electronica. Projektkonzeption: Simon Mraz

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