Entangled Sparks

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Die LinzerSchnitte ist ein Radiofrequenzempfänger, den man auf verschiedene Töne programmieren kann

Wollten Sie immer schon mal ein LED-Pixel der Fassade des Ars Electronica Centers adoptieren? Es bequem von zu Hause aus ein- und ausschalten? Oder synchron zur LED-Fassade ihre Kaffeemaschine steuern? Mit den „Entangled Sparks“ macht das Ars Electronica Futurelab nun all dies möglich. Was es dabei mit der sogenannten LinzerSchnitte auf sich hat und welche Rolle die „Connecting Cities“ spielen, erklärt Projektverantwortliche Veronika Pauser.

Erste Skizzen zur LinzerSchnitte

Veronika, du arbeitest am Ars Electronica Futurelab gerade federführend am Projekt „Connecting Cities“. Worum handelt es sich dabei genau?

Veronika Pauser: „Connecting Cities“ ist ein EU-Projekt, das 2012 begonnen hat. Rund 15 Kulturinstitutionen aus Städten innerhalb und außerhalb Europas sind daran beteiligt. Ziel ist es, künstlerische und soziale Inhalte auf Public Screens und Medienfassaden zu bringen. Die teilnehmenden Kulturinstitutionen arbeiten an den unterschiedlichsten Projekten, um dieses Ziel zu erreichen. Am schönsten ist es, wenn erfolgreiche Projekte aus einer Teilnehmerstadt an anderen Orten wiederverwendet werden – dadurch entstehen länder- und kulturenübergreifende Verbindungen. Das Projekt läuft noch bis 2016 und steht jedes Jahr unter einem anderen Motto. Letztes Jahr lautete dieses „Network City“ und rückte die Vernetzung der Städte in den Mittelpunkt. Heuer hingegen geht es um die „Participatory City“, sprich darum, die Bewohnerinnen und Bewohner der Städte in die Projekte miteinzubeziehen.

Mit Hilfe der LinzerSchnitte wurde das Klangwolken ABC zum Leuchten gebracht

Für Connecting Cities kam ja auch die sogenannte „LinzerSchnitte“ zum Einsatz, die Ihr am Futurelab entwickelt habt …

Veronika Pauser: Ja genau. Die LinzerSchnitte ist bereits 2012 für die voestalpine Klangwolke entwickelt worden, die ja auch zum Ziel hatte, die Klangwolke wieder ein wenig partizipatorischer zu gestalten. Die Besucherinnen und Besucher sollten selber aktiv mitmachen können. So entstand die Idee zum „Klangwolken ABC“, in das die Linzerschnitte verbaut wurde. In Workshops konnten Interessierte Buchstaben selber basteln, die am Abend der voestalpine Klangwolke dann im Rhythmus der Musik geleuchtet haben.

Wie funktioniert so eine LinzerSchnitte?

Veronika Pauser: Die LinzerSchnitte ist ein Radiofrequenz-Empfänger, den man auf verschiedene Töne programmieren kann. Sobald die definierte Tonfrequenz dann im Radio gespielt wird, reagiert die LinzerSchnitte und leitet Strom an ein angeschlossenes Gerät weiter. Wobei „Gerät“ hier alles Mögliche bedeuten kann – vom LED-Lämpchen bis zur Kaffeemaschine, wenn man denn will. Bei der Klangwolke 2012 haben wir auf diese Weise die LED-Streifen in den Kartonbuchstaben zum Leuchten gebracht.

Die LinzerSchnitte und die LED-Fassade des Ars Electronica Center werden zu einem Spiegel

Im Sommer werden ja wieder Workshops mit der LinzerSchnitte stattfinden…

Veronika Pauser: Genau, im Ars Electronica Center können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Umgang mit der LinzerSchnitte lernen und danach ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

Während des Ars Electronica Festivals im September ist dann ein Event geplant. Jede Workshop-Teilnehmerin und jeder Workshop-Teilnehmer kann die Patenschaft für ein Pixel in der LED-Fassade des Ars Electronica Centers übernehmen und dieses mit der eigenen LinzerSchnitte verbinden.Über eine Web-Plattform wird man das „adoptierte“ LED-Pixel in der AEC-Fassade dann sogar von zu Hause aus erstrahlen lassen können. Und umgekehrt: sobald eine Visualisierung auf der Fassade läuft und das persönliche Pixel animiert, schaltet sich daheim automatisch der an die LinzerSchnitte angeschlossene Apparatus ein, sei es nun die Nachttischlampe oder auch etwas Ungewöhnlicheres.

Darum ist der Name der „Entangled Sparks“, der verschränkten Funken also, ja auch aus der Quantenmechanik abgeleitet, wo ein Teilchen untrennbar mit einem anderen verbunden ist. Wenn sich bei dem einen etwas tut, tut sich auch bei dem anderen etwas – und umgekehrt. Das war der Hintergedanke von dem Ganzen.

Wer kann an den LinzerSchnitte-Workshops teilnehmen?

Veronika Pauser: Eigentlich jede Person, die etwas mit Elektronik anfangen kann und über ein bisschen Basis-Equipment verfügt. Interesse an neuen Technologien wäre natürlich auch von Vorteil. Momentan arbeiten wir am Futurelab noch an einer Vereinfachung der Software, damit die LinzerSchnitte möglichst leicht zu programmieren sein wird. Nachdem der Programmcode auf Open Source basiert, kann ihn jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer künftig frei verwenden.

Es wird auch Workshops in Brüssel und Brisbane geben. Was ist dort geplant?

Veronika Pauser: Dort kommt die LinzerSchnitte ebenfalls zum Einsatz. In Brisbane ist eine so genannte LabAcademy geplant, in der Studierende auf Basis der LinzerSchnitte kreative Projekte entwickeln können. Die besten davon werden dann beim Ars Electronica Festival von 4. bis 8. September in Linz ausgestellt.

Termine für die Workshops an der LinzerSchnitte im Ars Electronica Center werden in Kürze bekanntgegeben.

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