Throwback: inForm

Die Anwendung inFORM des MIT-Medialab beschäftigte sich mit der Frage, wie wir das Digitale wieder in die physische Welt bekommen.

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In enger Kooperation mit Professor Hiroshi Ishii vom MIT-Medialab entstand 2016 die neue Ausstellung “RADICAL ATOMS — Die Dinge neu denken“ im Ars Electronica Center. Die “Radical Atoms“ standen für eine Art digitale Kernschmelze, bei der sich Information und Materie verbinden: Die Information wird dabei von den Beschränkungen des Pixeluniversums befreit, die Atome aus ihrer Starre heraus und in Bewegung gebracht. Das Ergebnis ist eine smarte Materie, die sich immer wieder neu modellieren lässt. Wissenschaftler*innen und Ingenieur*innen entwickeln daraus Hightechmaterialien mit völlig neuen Eigenschaften und Fähigkeiten. Eine wichtige Rolle dabei spielen Neuro- und Biotechnologien, Robotik sowie Hard- und Software genau wie alte Handwerkstraditionen. Ein Hotspot dieser bahnbrechenden Entwicklungen ist das Media Lab des Massachusetts Institute of Technology (MIT), wo Hiroshi Ishii mit seiner Tangible Media Group seit über 20 Jahren an solch neuen Interaktionsformen von Mensch und Maschine arbeitet. Einer dieser bahnbrechenden Prototypen, die dabei entstanden sind, war die Anwendung inFORM. Der Begriff “Fernsteuerung“ bekommt mit inFORM als Prototyp eines neuartigen Interface eine völlig neue Bedeutung. Durch Manipulation eines digitalen Modells können (auch tausende Kilometer) entfernte Objekte auf einer 3-D-Oberfläche aus dynamischen Bauteilen — motorgesteuerten physikalischen Pixeln — bewegt werden. inFORM taugt jedoch auch zur körperlichen Darstellung von mathematischen Gleichungen, Geodaten, Architekturdesigns, Röntgen- und CT-Bildern sowie zahlreicher anderer Datenbestände. Für Ars Electronica wählte die Tangible Media Group eine inFORM-Anwendung für Videokonferenzen. inFORM ermöglichte hier die Interaktion mit Objekten über die dynamische 3-D-Benutzeroberfläche, ohne dass die Besucher*innen das Interface berührten. Die Gesten der Nutzer*innen wurden mit einer Microsoft Kinect aufgezeichnet und gerendert. Auf diese Weise konnte man mit weit entfernten Objekten interagieren, ohne sich in ihrer unmittelbaren Nähe zu befinden.

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In unserer Serie “Throwback“ geben wir einen Rückblick auf vergangene Veranstaltungen, Ausstellungen, Installationen und weitere spannende Ereignisse aus dem Universum der Ars Electronica seit 1979.