ArtScience Residency 2022 Open Call

Gemeinsam mit Ars Electronica ermöglicht die Art Collection Deutsche Telekom im Rahmen der ArtScience Residency künstlerische Forschung durch wissenschaftliche Zusammenarbeit. Ziel ist es, beim Ars Electronica Festival im September 2022 ein Kunstwerk auszustellen, das sich den herausfordernden Fragen rund um Digitalisierung und KI widmet.

Die Art Collection Deutsche Telekom will sich mit den gesellschaftlichen und politischen Veränderungen nach dem Fall des Eisernen Vorhangs auseinandersetzen und über die bildende Kunst ein breiteres Verständnis für die kulturelle Vielfalt Europas fördern. Der Schwerpunkt liegt dabei auf zeitgenössischer Kunst aus Ost- und Südosteuropa. Im Einklang mit dieser Mission ist die ArtScience-Residency Künstler*innen aus dieser Region oder solchen, die in enger Beziehung zu ihr stehen, gewidmet, die an der Schnittstelle von Kunst, Technologie und Wissenschaft arbeiten und besonders an der Erforschung der sozialen Auswirkungen technologischer Entwicklungen interessiert sind.

Was wir suchen?

Gesucht werden künstlerische Konzepte für Objekte, Installationen, Artefakte, Performances, Screenings oder Interventionen aus den Bereichen Interactive Art, BioArt, Hybrid Art, AI & Life Sciences, Sound Art, Net Art, Digital Communities und Art Activism. Das Ziel des Kunstwerks muss es sein, technologische Entwicklungen und Werkzeuge rund um die folgenden Schlagworte kritisch zu hinterfragen:
Digitalisierung und KI, digitaler Humanismus, Klimagerechtigkeit, Nachhaltigkeit, digitale Demokratie, Transformation der Gesellschaft, Transparenz, Demokratie, Fairness, Ethik, globale Gerechtigkeit und Inklusion.

Die Residency

Die Residency bietet Künstler*innen, Designer*innen oder Künstlerkollektiven die Möglichkeit, durch die Begegnung mit Wissenschaft und Unternehmen neue Dimensionen ihrer künstlerischen Praxis zu erschließen. Bei dem Projekt kann es sich um eine neue Idee oder um die Fortsetzung eines bestehenden Projekts handeln. Darüber hinaus bietet die Residency die Möglichkeit, das Projekt beim Ars Electronica Festival zu präsentieren und die Arbeit international über die Kanäle von Ars Electronica und der Deutschen Telekom zu kommunizieren.

Wissenschaftliche Institution

Im Jahr 2022 wird das Bonn Sustainable AI Lab, das am Institut für Wissenschaft und Ethik der Universität Bonn angesiedelt ist, als wissenschaftlicher Partner fungieren. Es wird der Künstlerin oder dem Künstler in Residence eine Einführung und den Zugang zu den wissenschaftlichen Forschungen des Sustainable AI Lab bieten, die sich mit den oft verborgenen ökologischen und damit verbundenen sozialen und wirtschaftlichen Kosten von Design, Entwicklung und Nutzung von KI in der Gesellschaft befassen.
Die Forschungsarbeiten des Labors befassen sich mit den Auswirkungen von KI in verschiedenen Bereichen (z. B. Migration, Stadtentwicklung, Gesundheitswesen, Datenerfassung und -analyse, Kunst). Die zu untersuchenden Fragen erstrecken sich über mehrere Disziplinen und Analyseebenen, z. B.: die normative Begründung für den Wert der Nachhaltigkeit; die Stärke des Konzepts der Nachhaltigkeit; die Messung der Umweltkosten von KI; das Verständnis der Auswirkungen von KI auf die Generationen; und die Erstellung von Leitlinien für die öffentliche Politik zur Entwicklung einer umweltfreundlichen, angemessenen und nachhaltigen Nutzung von KI.
Das Labor bietet der Künstlerin oder dem Künstler einen Workshop mit dem gesamten Team des Sustainable AI Lab sowie Einzelgespräche mit den Mitgliedern des Labors an, um ihr/ihm die Forschung näher zu bringen.
Der wissenschaftliche Aufenthalt wird von der Alexander-von-Humboldt-Professorin für Angewandte Ethik der KI, Prof. Dr. Aimee van Wynsberghe, ihrem Team im Sustainable AI Lab und der externen Forscherin und Beraterin des Labors Dr. Gry Hasselbalch betreut.

Struktur

Teil Eins: Entwicklungsphase von 4-8 Wochen in der ersten Jahreshälfte 2022 als wissenschaftlicher Mentoring-Prozess inklusive einer öffentlichen Veranstaltung in Bonn oder Berlin in den Räumen der Deutschen Telekom (ca. 1 Woche in der Wissenschaftsorganisation Ende März / Anfang April; weiterer Austausch remotely; Details TBA).
Zweiter Teil: Produktionsphase für einen Zeitraum von ca. einem Monat bei der Ars Electronica Linz bis spätestens Ende August 2022.
Dritter Teil: öffentliche Präsentation am Ende der Residency beim Ars Electronica Festival 2022 mit möglicher Teilnahme an Veranstaltungen.

Benefits

Es wird eine künstlerische Förderung vergeben und diese beinhaltet eine finanzielle Unterstützung von 15.500 € bestehend aus Künstler*innenhonorar und Produktionskosten*:
Die Honorarstruktur ist wie folgt:
3.000 € Künstler*innenhonorar
10.000 € Produktionsbudget, für die ein Vorschlag erforderlich ist.
Bis zu 2.500 € für Reise, Unterkunft und Verpflegung, einschließlich: 1 Reise zum wissenschaftlichen Partner und 1 Reise zu Ars Electronica
Unterstützung durch Ars Electronica-Mitarbeiter*innen und das Ars Electronica Festival.

*Falls die Gewinner*innen ein Künstler*innenkollektiv sind, müssen das Honorar, die Produktionskosten sowie die Reise- und Aufenthaltskosten zwischen den Mitgliedern aufgeteilt werden.

Verbindlichkeit

Von den Künstler*innen wird erwartet, dass sie

  • an einem online Austausch mit dem wissenschaftlichen Partner und Ars Electronica teilnehmen.
  • an einem Forschungsworkshop mit dem wissenschaftlichen Partner vor Ort teilnehmen.
  • öffentliche Vorträge oder Workshops in Linz und möglicherweise am Ort des wissenschaftlichen Partners halten.
  • ihre Erfahrungen während der Residency auf Social Media teilen
  • an Ars Electronica Bilder über die Forschungsreise und Produktion zur Verfügung stellen, um die Erfahrung zu bewerben (mindestens einmal pro Monat, beginnend mit dem Besuch in der Wissenschaftsorganisation)
  • das Produktionsbudget gemeinsam mit Ihrem Ars Electronica-Projektmanager koordinieren.
  • ein Kunstwerk für das Ars Electronica Festival entwickeln und gestalten. Die Gewinner*innen der ArtScience Residency muss sich verpflichten, am Ars Electronica Festival 2022 teilzunehmen.

Alle Eigentumsrechte und sonstigen Rechte verbleiben bei den Künstler*innen. Die Künstler*innen verpflichten sich, bei allen zukünftigen Ausstellungen und Dokumentationen des Werkes die folgende Erwähnung vorzunehmen: Dieses Kunstwerk entstand im Rahmen der ArtScience Residency, ermöglicht durch die Partnerschaft der Ars Electronica und der Deutschen Telekom und mit Unterstützung des Bonn Sustainable AI Lab.

Die Juryentscheidung

Die Jurymitglieder sind Antje Hundhausen (Vice President Brand Experience, Deutsche Telekom), Rainald Schumacher / Nathalie Hoyos (Office for Art), Prof. Dr. Aimee van Wynsberghe (Sustainable AI Lab), Gerfried Stocker und Martin Honzik (Ars Electronica).

Kriterien

  • Originalität: Das Projekt muss eine originelle Forschungsarbeit betreffen, die nachweislich neue Wege und Ideen beschreitet.
  • Durchführbarkeit: Das Projekt muss in der zur Verfügung stehenden Zeit und mit dem zur Verfügung stehenden Budget realisierbar sein.
  • Interesse am ArtScience-Programm und an den Aktivitäten der Wissenschaftspartner.
  • Innovatives und überzeugendes Konzept
  • Qualität der bisherigen Arbeiten und Projekte, die im Portfolio vorgestellt werden
  • Außerdem: Die Bewerber*innen müssen
    • über 18 Jahre alt sein.
    • aus Ost- oder Südosteuropa stammen oder einen engen Bezug zu dieser Region haben. Förderfähige Länder sind: Albanien, Armenien, Aserbaidschan, Weißrussland, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kosovo, Kroatien, Zypern, Tschechische Republik, Estland, Georgien, Griechenland, Ungarn, Lettland, Litauen, Moldawien, Montenegro, Nordmazedonien, Polen, Rumänien, Russland, Serbien, Slowakei, Slowenien und Ukraine
    • Online-Registrierung und Einreichung aller obligatorischen Informationen in englischer Sprache auf der Bewerbungsplattform.
      • Ein kurzes Video-Statement, das erklärt, wer der Bewerber ist, was der Vorschlag beinhaltet und was das Interessante daran ist. (bis zu 1 Min.)
      • Ein schriftlicher Projektvorschlag, in dem die Forschungsidee erläutert wird. (max. 300 Wörter)
      • Eine kurze Beschreibung der Erwartungen des Künstlers an die Zusammenarbeit mit den Wissenschaftlern. (max. 300 Wörter)
      • Ein kurzer Entwurf eines Produktionsplans für den Forschungsaufenthalt, einschließlich eines Zeitplans und einer Kostenabschätzung.
      • Ein Lebenslauf und ein Portfolio, in dem frühere Arbeiten des Bewerbers vorgestellt werden.
      • Einverständnis mit den Open Call Rights

Open Call Rights

Verständigung

Die Gewinner*innen des ArtScience Residency Program werden unmittelbar nach der Jurysitzung benachrichtigt. Diese Jurysitzung findet im März 2020 statt. Wir bitten darum, dass der Teilnehmer*innen oder ein von ihm benannter Vertreter*in während des Zeitraums, in dem die Gewinner*innen benachrichtigt werden, erreichbar sind. Die Gewinner*innen werden über die im Teilnahmeformular angegebenen Details kontaktiert.

Covid-19 Erklärung

Es ist wichtig zu betonen, dass wir hinsichtlich der Planung des ArtScience Residency Programms feststellen, dass es in Zukunft möglicherweise noch einige Einschränkungen für das öffentliche Leben und internationale Reisen geben wird. Daher werden wir die Situation weiterhin beobachten und den Empfehlungen der Regierung folgen. Wir werden alle notwendigen Änderungen vornehmen oder die Durchführung so gut wie möglich innerhalb des vorgegebenen Zeitrahmens anpassen. Wir werden weiterhin Szenarien prüfen, die uns auferlegt werden könnten, und uns bemühen, Partner*innen und Künstler*innen rechtzeitig über alle Änderungen zu informieren und Klarheit zu schaffen. Wir hoffen auf Ihr Verständnis, wenn Änderungen vorgenommen werden müssen, und dass wir gemeinsam daran arbeiten können, diese ungewöhnlichen Zeiten zu bewältigen.

Noch Fragen? Schicke eine E-Mail an artscience-residency@ars.electronica.art