Ars Electronica 2025: PANIC – yes/no

(Linz, 2.4.2025) Von 3. bis 7. September wird Linz wieder zum Hotspot der internationalen Medienkunstszene. Verteilt über Festivallocations in der ganzen Stadt werden Ausstellungen, Performances, Konzerte und Konferenzen angeboten, die meisten davon in der POSTCITY, dem zentralen Schauplatz des Festivals. Der Titel der diesjährigen Ars Electronica lautet „PANIC – yes/no“.

PANIC
yes / no

Gerfried Stocker
Artistic Director Ars Electronica

Panik, ja oder nein? Sollten wir nicht längst schon in absolute Panik geraten? Warum sind wir es nicht? Die Gründe für Panik scheinen zahllos. Oder ist alles nur Panikmache? Wie lange hält die Hoffnung noch durch, und was kommt danach?

Ars Electronica 2025

  • Ein Festival zum Status quo unserer Zeit, einer Zeit der Gegensätze und Verunsicherungen.
  • Ein Festival über künstlerische Arbeit und Wirkung in dieser Zeit tiefer Umbrüche.
  • Ein Festival für Kunst, Technologie und Gesellschaft am Beginn des zweiten Quartals des 21. Jahrhunderts.

Wenn wir die Welt um uns herum nicht mehr verstehen, wenn sich die Dinge schneller ändern, als wir sie einordnen können, dann neigen wir Menschen offenbar dazu, irrational zu werden, der (Laut-)Stärke einer Stimme mehr Aufmerksamkeit zu geben als dem, was sie behauptet, und lieber das für Wahrheit zu halten, was wir gerade hören wollen. Wir finden uns wieder in Platos Höhle und verehren die Schattendeuter.

Nichts scheint beunruhigender als Veränderung, nichts brauchen wir dringender als Veränderung. Doch darüber, was oder wer sich ändern soll und wie es zu bewerkstelligen wäre, darüber können wir uns immer weniger einigen.

…und was meinen wir überhaupt, wenn wir von Umbrüchen reden?

Come gather ‚round people
Wherever you roam
And admit that the waters
Around you have grown
And accept it that soon
You’ll be drenched to the bone
If your time to you is worth savin‘
And you better start swimmin‘
Or you’ll sink like a stone
For the times they are a-changin‘

Als Bob Dylan 1963 diese Zeilen schrieb, die nicht zuletzt angesichts der nun real steigenden Wasserspiegel punktgenau auf unsere Tage zutreffen, war die Bürgerrechtsbewegung in den USA auf einem Höhepunkt angelangt – der Marsch auf Washington, Martin Luther King‘s „I have a dream“ sind ikonisch in die Geschichte eingegangen – und allen war ganz klar, von welchem Umbruch da gesprochen wurde: Aufbruch, Fortschritt, Freiheit, codiert als Ideale der westlichen Welt, schienen so unwiderstehlich überzeugend und unstoppable, dass es nur mehr eine Frage der Zeit sein würde, bis sie sich global durchsetzen würden. 

Es war auch die Zeit, in der sich die USA endgültig als die globale Hegemonialmacht positionieren konnten – militärisch, wirtschaftlich und vielleicht vor allem kulturell setzte sich „The American Way of Life“ in der freien Welt durch. Politisch wurde „Ich bin ein Berliner“ von John F. Kennedy (wenige Monate bevor er ermordet wurde) das legendäre Zeichen für ein hegemoniales Verständnis eines beschützenden Souveräns, der nicht unterwirft, sondern durch die Vorzüge und Versprechungen seines Lebensstils zur freiwilligen Gefolgschaft motiviert. So zumindest wollte man es verstanden wissen, war man doch andernorts nicht zimperlich, die militärische Größe und die nukleare Abschreckung sehr wohl als Werkzeuge der Macht einzusetzen. (Der 20 Jahre andauernde Vietnamkrieg, 1955–1975, wurde ja nicht geführt, weil man das Land erobern wollte, sondern um den Führungsanspruch durchzusetzen).

Fehlte eigentlich nur noch der Zerfall der UdSSR nach dem Mauerfall 1989, und die Sache schien besiegelt. Doch man hatte übersehen, dass die wirtschaftlichen Verflechtungen und Abhängigkeiten in Folge der Globalisierung und der weitreichenden Liberalisierung der Märkte – gepaart mit der weltumspannenden digitalen Infrastruktur – auch eine Dezentralisierung von Machtstrukturen mit sich bringen würde; keine Auflösung, aber eine Fragmentierung, in der Macht nicht mehr ausschließlich über direkte Kontrolle oder hierarchische Strukturen ausgeübt wird, sondern zunehmend von Konsensbildung und Interessensausgleich abhängt.

In dem daraus entstandenen hegemonialen Interregnum positionierten sich nicht nur aufstrebende geopolitische Akteure, allen voran China, sondern es vollzog sich zugleich eine massive Verschiebung hin zu Technologiekonzernen, die sich mit ihren eigenen feudalen Machtsphären in vielen Bereichen der staatlichen Regulierung entziehen. Zwar bleiben die USA weiterhin das zentrale Nervensystem der globalen Finanzmärkte, doch auch dieses Machtsymbol hat durch die Dynamiken der Globalisierung und zuletzt durch den Aufstieg der Kryptowährungen sichtbare Erosionserscheinungen erfahren.

Panik entsteht nicht aus der bloßen Angst vor einer Gefahr, sondern aus der Erkenntnis ihrer Unausweichlichkeit – dem Gefühl, ihr schutzlos ausgeliefert zu sein, ohne eine Möglichkeit zur Flucht oder Kontrolle.

Vor diesem Hintergrund ist die irrationale (weil nicht durch Fakten und realitätsbezogene Strategien begründete) Hinwendung zu oligarchisch faschistischen Ideologien, wie wir sie derzeit in den USA sehen, durchaus als Panikreaktion einer Weltmacht zu sehen, die sich vergegenwärtigen muss, dass sie ihre Vormachtstellung verloren hat, bzw. im Begriff ist, sie zu verlieren. Die Frustration über den „American Decline“ ist dementsprechend eine der stärksten Motivationen hinter dem MAGA-Narrativ. Die breite Zustimmung allein mit der Unzufriedenheit über die hohen Eierpreise erklären zu wollen, greift da zu kurz und übersieht die tiefere Psychologie dahinter.

Das aggressiv erratische Verhalten von Trump, seinen Mitläufer*innen und Aufhetzer*innen – diese Luftschlösser aus Wut und Selbstherrlichkeit – tragen in ihrer Wucht und Verbissenheit deutliche Züge eines letzten Aufbegehrens, eines trotzigen Verweigerns der Realität. Wie gefährlich und destruktiv diese Symptome einer Agonie dennoch sind, kennen wir nicht nur von vielen historischen Beispielen, sondern zeigt sich aktuell auch in den kriegerischen Restaurationsbestrebungen Wladimir Putins und der breiten Zustimmung, die seine Politik in Russland erfährt.

Das Gleiche lässt sich natürlich auch über Europas neuen Rechtsextremismus sagen, an dem ja nur die beunruhigend gestiegene Reichweite neu ist und die dumpfe Unempfindlichkeit, mit der wir diesen Auswüchsen gegenüberstehen.

In einer so noch nie dagewesenen vernetzten und digital entgrenzten Welt sucht man plötzlich wieder nach territorialer Abgrenzung und Enge, die Probleme der Migrationsströme sind nur ein Teil der Ursache dafür. Das plötzlich wieder aufwachende Interesse an Landbesitz und physischem Territorium, das sich in der Rhetorik der EU-Aussteiger genauso wiederfindet wie in Trumps Fantasien, sich Grönland und Kanada einzuverleiben, ist eine Reaktion auf den Kontrollverlust, dem man in international und global vernetzen Allianzen ausgesetzt ist. Wer sich in der Weite der Verhandlung und Konsensfindung nicht durchsetzen kann, möchte dann doch lieber an den kleinen Tisch zurück, um mit der Faust drauf zu hauen.

Wovor wir uns fürchten sollten.

Was sich zusammenbraut, ist eine angstgetriebene Stimmung, die sich von diffuser Ablehnung bis zu abgrundtiefem Hass gegen alles richtet, was nach Veränderung riecht. Gegen Zuwanderung, gegen Klimaaktivist*innen, gegen Diversität, gegen Transgender, gegen die Einsicht, dass die Welt viel komplexer ist, als man sie haben möchte.

Hausverstand wird zum Primat über Wissenschaft und Erkenntnis deklariert, und Wahrheit nicht mehr als Übereinstimmung der Aussage mit ihrem Gegenstand, sondern als kleinster gemeinsamer Nenner von Behauptungen, die am ehesten dem entsprechen, was wir uns wünschen und nicht dem, was wirklich vor sich geht. Ungeachtet dessen, dass 2024 das heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen war, ungeachtet dessen, dass die Coronaimpfung unzählige Menschen vor schwersten Krankheitsverläufen, vor Long-Covid und auch vor dem Tod bewahrt hat… etc. etc.

Dieser Erosion der Wahrheit, getrieben von den profitorientierten Algorithmen der sozialen Medien, folgt die Erosion des Vertrauens, dem vielleicht wichtigsten Element für den Zusammenhalt einer Gesellschaft.

Was die Angst in Panik umschlagen lässt, mehr noch als die Unberechenbarkeit und Rücksichtslosigkeit der Trump-Administration, ist die aufkommende Orientierungslosigkeit, jetzt da Trump der gesamten freien Welt (auch innerhalb der USA) Loyalität und Solidarität – Grundpfeiler der hegemonialen Ordnung seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs vor 80 Jahren – aufgekündigt hat. Eine Orientierungslosigkeit, in deren Folge Europa sich in atemberaubender Geschwindigkeit nun der Kriegswirtschaft verschreibt und sich mit Waffen ausrüstet, die im wirklich entscheidenden Kampf der nächsten Jahrzehnte, dem Kampf gegen die Auswirkungen des Klimawandels, weitgehend nutzlos sein werden.

Wenn die Angst nicht mehr klaren Gefahren und Risiken zuzuordnen ist, wird sie zu Panik; das Stresshormon Adrenalin wird ausgeschüttet, der Herzschlag beschleunigt sich, mehr Blut wird durch die Adern gepumpt, und die Muskeln spannen sich an.

Reagieren wir dadurch kopflos oder bündeln wir unsere Kräfte? Angst macht klein und mutlos. Wie können wir die Zukunftsdynamik behalten und stärken?

Wie vermeiden wir es, in der Angst vor der Unsicherheit stecken zu bleiben und dabei zu vergessen, dass wir nur durch ständige Veränderung weiterkommen werden? Im Beharren auf dem Status quo berauben wir uns der Kraft der Fantasie und des Mutes, die Zukunft als entwicklungsfähige Perspektive zu sehen, die wir gestalten müssen.

Und genau das ist die Aufgabe künstlerischen Arbeitens und Wirkens in dieser Zeit der tiefen Umbrüche.

Das Ars Electronica Festival 2025

POSTCITY und die Festivalmeile

POSTCITY, Mariendom, Lentos Kunstmuseum Linz, Kunstuniversität Linz, Atelierhaus Salzamt, Ars Electronica Center, Stadtwerkstatt und Anton Bruckner Privatuniversität – bislang sind acht Festivallocations im Linzer Stadtzentrum fixiert, weitere sind in Planung.

Darüber hinaus wird es eine Reihe von Associated Venues geben, die sich mit eigenen kuratierten Programmen am Festival für Kunst, Technologie und Gesellschaft beteiligen.

Das Programm im Überblick

Auch dieses Jahr unterstreicht das Ars Electronica Festival seine Bedeutung als internationale Plattform und bringt verschiedene Communities, Disziplinen und Branchen miteinander ins Gespräch. Erwartet werden vielfach ausgezeichnete Künstler*innen und hochrangige Vertreter*innen aus Kunst und Kultur, renommierte Wissenschaftler*innen und aufstrebende Studierende, Unternehmer*innen sowie politische Entscheidungsträger*innen aus Europa und der ganzen Welt.

Besucher*innen dürfen sich auf hochkarätige Ausstellungen, Konzerte, Performances, Symposien, Talks und Townhall Meetings freuen. Im Fokus des vielschichtigen Programms stehen immer wieder psychologische, neurologische und philosophische Aspekte der Panik, die Gleichzeitigkeit und das Spannungsverhältnis zwischen Zusammenbruch, Umbruch und Aufbruch. Zudem wird die Rolle der Kunst in Zeiten radikalen Wandels thematisiert.

Events und Konzerte

Der Pre-Opening-Walk (Dienstag, 2. September) bildet den Auftakt der Festivalwoche. Im Lentos Kunstmuseum Linz, an der Kunstuniversität Linz, im Atelierhaus Salzamt und im Ars Electronica Center empfangen Kurator*innen und Künstler*innen das Publikum und eröffnen exklusive Einblicke in ihre Ausstellungen. Der Eintritt ist frei.

Das offizielle Ars Electronica Opening (Mittwoch, 3. September) lädt Linzer*innen und internationale Gäste ein, gemeinsam den Start des Festivals zu feiern. Highlight des Abends sind Ausschnitte der Walzersymphonie, ein Projekt, das vom Ars Electronica Futurelab in Kooperation mit vier renommierten Musik-Universitäten im Auftrag von Johann Strauss 2025 Wien umgesetzt wird. Die weltberühmte Musik des Wiener Walzerkönigs wird dabei zum Gegenstand eines inspirierenden Forschungsprojekts rund um KI und Kreativität. Es spielen Musiker*innen des Bruckner Orchester Linz, der Mariendom bildet die eindrucksvolle Bühne. Das Ars Electronica Opening wird als Gastspiel zum diesjährigen Brucknerfest ausgerichtet. Der Eintritt ist frei.

Die Prix Ars Electronica Award Ceremony (Donnerstag, 4. September) im Design Center Linz ist ein weiterer Höhepunkt der Festivalwoche. An diesem Abend steht die Kunst im Mittelpunkt – und mit ihr die herausragenden Künstler*innen, die 2025 mit der Goldenen Nica des Prix Ars Electronica ausgezeichnet werden. Zudem werden die Gewinner*innen des STARTS Prize, des STARTS Prize Africa und des European Union Prize for Citizen Science auf die Bühne gebeten – diese Preise werden von der Europäischen Union finanziert, die Wettbewerbe von Ars Electronica organisiert und durchgeführt.

Die Große Konzertnacht (Freitag, 5. September) in der Gleishalle der POSTCITY gedenkt dem Ende des Zweiten Weltkriegs vor 80 Jahren. Im Zusammenspiel von Orchestermusik und szenisch visualisierter Inszenierung wird die Kammeroper Der Kaiser von Atlantis oder Die Tod-Verweigerung aufgeführt, die 1943/44 von Viktor Ullmann und Peter Kien im Ghetto Theresienstadt geschaffen wurde. Die Linzer Uraufführung ist eine Kooperation von Ars Electronica, der Filharmonie Brno, dem Landestheater Linz und der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw).

Die Ars Electronica Nightline (ebenfalls Freitag, 5. September) lädt zu DJ-Sets und Performances in die Gleishalle.

Der Sonic Saturday (Samstag, 6. September) an der Anton Bruckner Privatuniversität eröffnet wieder faszinierende Klangwelten. Ein musikalisches Highlight findet diesmal auch im Ars Electronica Center statt und wird in Kooperation mit dem Brucknerfest als Auftakt zur Klangwolke im Deep Space 8K zur Aufführung gebracht: Mit ihrem Klavierkonzert chroma präsentieren Daniel Oliver Moser (Komposition) und Konstantin Semilakovs (Klavier und Visuals) ein Stück, das Pianoklänge und generative Visualisierungen verbindet.

Die Futurelab Night (Samstag, 6. September) lädt ebenfalls in den Deep Space 8K und zeigt, wie neue Technologien und künstlerische Herangehensweisen zu ungewöhnlichen und faszinierenden Erlebnissen kombiniert werden können. Präsentiert werden Projekte des Ars Electronica Futurelab, darunter das europaweite XR-Forschungsprojekt SHARESPACE.

Ausstellungen

Die Prix Ars Electronica Ausstellung ist die wichtigste Schau des Festivals und wird zum zweiten Mal in Folge im Lentos Kunstmuseum Linz gezeigt. Zu erleben sind Medienkunstprojekte, die 2025 in den Kategorien New Animation Art, Artificial Life & Intelligence und Digital Musics & Sound Art eingereicht wurden und von der internationalen Jury mit Goldenen Nicas, Awards of Distinctions oder Honorary Mentions ausgezeichnet wurden.

Die Ausstellung zum Festivalthema ist im weitläufigen Bunker der POSTCITY zu sehen. Unter den vielfältigen Beiträgen sind 2025 auch die Resultate des einjährigen Residency-Programms für Künstler*innen im Rahmen des European Digital Deal (kofinanziert von der Europäischen Union). Entstanden sind die Werke an renommierten Kultureinrichtungen wie Onassis Stegi (GR), Braga Media Arts (PT), Waag Futurelab (NL) sowie in Linz bei Ars Electronica. Die Ars Electronica Features Ausstellung wird ebenso in der POSTCITY ihren Platz finden und künstlerische Projekte von Partnerinstitutionen aus dem internationalen Netzwerk von Ars Electronica bündeln.

Die S+T+ARTS Initiative (Science, Technology, and the ARTS) der Europäischen Kommission wird eine wesentliche Rolle am Festivalgelände des ehemaligen Postverteilerzentrums spielen – den ausgezeichneten Projekten des STARTS Prize 2025 wird eine eigene Ausstellungsfläche gewidmet. Der STARTS Prize wird von einem Konsortium europäischer Partnerinstitutionen getragen, darunter Sónar, die Salzburger Festspiele, die TUD Technische Universität Dresden sowie das High Performance Computing Center Stuttgart. Mit der STARTS Prize Africa Ausstellung und der Ausstellung zum European Union Prize for Citizen Science werden ebenso preisgekrönte Projekte und Initiativen großer europäischer Wettbewerbe in der POSTCITY präsentiert.

Ebenfalls in der POSTCITY gezeigt werden die Preisträger*innen des Wettbewerbs State of the ART(ist) sowie des Ars Electronica Award for Digital Humanity, jeweils prämiert von Ars Electronica und dem österreichischen Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten. Hinzu kommen die Werke lateinamerikanischer Künstler*innen, die 2025 mit den CIFO x Ars Electronica Awards ausgezeichnet wurden, sowie chilenische Beiträge an der Schnittstelle von Wissenschaft, Technologie und Medienkunst, ausgewählt durch das Kultur- sowie Außenministerium in Chile und Ars Electronica basierend auf einem Open Call.

Das LIT – Linz Institute of Technology, angesiedelt an der Johannes Kepler Universität Linz, zeigt einzigartige Projekte von JKU-Forscher*innen und Künstler*innen, die innovative Zugänge zu wissenschaftlichen Themen finden. Mit der neuerlichen Beteiligung des LIT wird eine langfristige Partnerschaft zwischen Ars Electronica und JKU vertieft und verdeutlicht, welcher Mehrwert im permanenten Austausch zwischen Kunst und Wissenschaft steckt.

Die Kunstuniversität Linz ist seit mehr als zwei Jahrzehnten ein wesentlicher Partner der Ars Electronica und bietet auch 2025 eine Bühne für vielfältige Arbeiten der eigenen Studienrichtungen sowie für Beiträge von Studierenden internationaler Partneruniversitäten. Der Ars Electronica Campus – kuratiert von der Kunstuniversität Linz und Ars Electronica – erstreckt sich über die beiden Brückenkopfgebäude der Kunstuniversität und die POSTCITY. Gezeigt werden Werke und Performances junger Kunstschaffender, die mit kreativen Zugängen und Themen faszinieren. Special Featured University in der Galerie splace am Hauptplatz ist in diesem Jahr die National Academy of Art aus Sofia/Bulgarien.

Konferenzen, Talks und Workshops

Die POSTCITY wird von 3.-7. September nicht nur Hub für eine ganze Reihe von Ausstellungen, sondern auch Forum für spannende Vorträge, Präsentationen und Panels zum Festivalthema, die Besucher*innen durch die Festivalwoche begleiten. Zusätzlich stehen weitere Fachkonferenzen am Programm:

Die Ars Electronica setzt 2025 einen mehrtägigen Bildungsschwerpunkt. Das seit Jahren gemeinsam mit der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich ausgerichtete Symposium wird durch eine internationale Fachtagung ergänzt, die sich als Teil des EU-geförderten Projekts Critical ChangeLab auf die Themen Demokratie, Medienkompetenz und Didaktik richtet.

Gemeinsam mit Partner*innen wie der Oulu University of Applied Sciences, der European Theater Convention und mehr als zehn europäischen Theaterhäusern wird im Rahmen des EU-kofinanzierten Projekts ACuTe das Thema AI and Artistic Creation bearbeitet und der Fokus auf Digital Theater gelegt. Präsentiert und diskutiert werden Anwendungen von KI bei der inhaltlichen Gestaltung, in der Produktionsphase, im Ticketing oder im Bereich Audience Engagement. 2025 wird es außerdem wieder einen S+T+ARTS Day geben, der Akteur*innen aus Industrie, Kunst und Technologie ein Forum gibt, um die digitale Souveränität und Zukunft Europas zu diskutieren.

Am 1. Januar 1995 trat Österreich der Europäischen Union bei, zum Jubiläum plant Ars Electronica gemeinsam mit dem Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport eine Schwerpunktveranstaltung zum Thema 30 Jahre Österreich in der EU. Im Zeichen des europäischen Austauschs ist 2025 zudem eine Workshop-Reihe für Kulturmanager*innen europäischer Institutionen geplant. Eine Schlüsselrolle nimmt dabei das 2025 initiierte EU-geförderte Projekt EXCENTRIC ein, das die digitale Transformation in Kulturorganisationen ins Zentrum rückt, und von Ars Electronica gemeinsam mit Institutionen wie der Erasmus Universität Rotterdam, KEA European Affairs, Europeana oder der European Festival Association realisiert wird.

Eigene Präsentationen und Diskussionsrunden zum Thema Citizen Science – als Teil des EU-geförderten Projektes IMPETUS – komplettieren das Konferenzangebot in der POSTCITY. Im Mittelpunkt stehen wegweisende Methoden und die Frage, wie vor allem Künstler*innen und junge Menschen aktiv zum Forschungsprozess beitragen können.

Im Sky Loft des Ars Electronica Center trifft sich das internationale Fachpublikum, um von 3.-5. September bei der Expanded-Konferenz aktuelle Trends in Sachen Animationskunst zu diskutieren. Das Programm an Präsentationen und Panels wird gemeinsam mit der Fachhochschule Oberösterreich – Campus Hagenberg organisiert. Daran anknüpfend verwandelt sich das Atelierhaus Salzamt während des Festivals wieder in einen Schauplatz innovativer Animationen.

Specials

create your world

create your world wird einmal mehr auf der ersten Etage der POSTCITY Station machen. Auf einer Fläche von 2.000 Quadratmetern wird ausprobiert, getüftelt, präsentiert und diskutiert – ein buntes Angebot an Open Workshops wird das Herz junger und junggebliebener Entdecker*innen höherschlagen lassen. Highlight ist die Ausstellung der beim Prix Ars Electronica in der Kategorie u19 ausgezeichneten Projekte.

Eine Premiere bildet die Verleihung des Media Literacy Award für Lehrer*innen aus Österreich, die sich mit innovativen Unterrichtskonzepten hervorgetan haben. Hauptpreis des Wettbewerbs, der gemeinsam vom österreichischen Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Ars Electronica und der Agentur für Bildung und Internationalisierung (OeAD) vergeben wird, ist ein Medienbildungsworkshop für eine Schulklasse im Wert von 2.000 Euro.

Ars Electronica Ecosystem

Wer nach Rolle und Impact der Kunst in Zeiten radikalen Wandels fragt, muss sich nicht nur mit Künstler*innen, sondern auch mit Institutionen befassen. Welche Rolle also spielt Ars Electronica und was will sie erreichen?

Ars Electronica ist mehr als „nur“ ein Festival und ein Museum. Es sind vor allem das Ars Electronica Futurelab und Ars Electronica Solutions, die für Auftraggeber*innen aus Wissenschaft und Forschung, Wirtschaft und Industrie, sowie Verwaltung und Politik forschen und entwickeln – und Impact erzielen wollen. Im Rahmen des Festivals gestalten die Teams von Ars Electronica Futurelab und Ars Electronica Solutions erstmals einen gemeinsamen Bereich, in dem es nicht nur darum geht, was, sondern vor allem wie und mit welchen Zielen sie Projekte umsetzen. Im Mittelpunkt stehen Gespräche und Diskussionen darüber, wie Kunst- und Kulturinstitutionen wie Ars Electronica ihre gesellschaftliche Rolle anlegen und umzusetzen versuchen. Welche Form von Innovation wollen Ars Electronica Futurelab und Ars Electronica Solutions vorantreiben? Welchen Mehrwert wollen sie für wen schaffen?

Pavillon gegen Gleichgültigkeit

Neu in der POSTCITY ist der Pavillon gegen Gleichgültigkeit, der als Teil des Projekts Flood the Zone with Courage von Ars Electronica und Zirkus des Wissens (Johannes Kepler Universität) etabliert wird. Im Mittelpunkt stehen demokratische Prozesse, Protestformen und gemeinschaftliches Handeln. Festivalbesucher*innen sind eingeladen, sich über interaktive Workshops, Live-Diskussionen und künstlerische Interventionen aktiv einzubringen.

Cultural Heritage @ Deep Space 8K

Seit Jahren bildet Cultural Heritage eine zentrale Programmschiene jedes Ars Electronica Festival. Nach dem Louvre, den Uffizien, dem Museo Reina Sofía oder den Vatikan Museen präsentiert 2025 die National Gallery London hochkarätige Digitalisate im Deep Space 8K.

ABOUT Ars Electronica Festival

Das Ars Electronica Festival 2025 wird gefördert von der Stadt Linz, dem Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport sowie dem Land Oberösterreich und zahlreichen Sponsor*innen und Partnerinstitutionen. Historisch eng miteinander verbunden, wird das Festival auch 2025 in Kooperation mit dem ORF OÖ durchgeführt.

Das Ars Electronica Festival wird in diesem Jahr erneut als Green Event umgesetzt – Energieeffizienz, sorgsames Abfallmanagement, zirkuläre Materialnutzung sowie ganzheitliche Nachhaltigkeit haben Priorität. Damit trägt das Festival zur Erreichung ausgewählter Nachhaltigkeitsziele (SDGs) der Vereinten Nationen bei.

Nächste Ankündigungen

In den kommenden Wochen und Monaten werden alle Details zum Programm der Ars Electronica 2025 bekanntgegeben:

Mitte MaiPresseinformationen zum Cultural-Heritage-Schwerpunkt
Ende MaiPresseinformationen zum öffentlichen Ars Electronica Opening
JuniPresseinformationen zu den Gewinner*innen des STARTS Prize, des STARTS Prize Africa, des European Union Prize for Citizen Science und des Media Literacy Award (MLA)
Anfang JuliPressekonferenz zu den Preisträger*innen des Prix Ars Electronica
Ende AugustPressekonferenz zu den Highlights des Ars Electronica Festival
September1.9.: Presseführung im Lentos Kunstmuseum Linz
2.9.: Presseführung an der Kunstuniversität Linz
3.9.: Presseführung in der POSTCITY

Statements

„Panik – Ja oder Nein“ titelt die diesjährige Ars Electronica und thematisiert die rasante und tiefgreifende Veränderung unserer Welt, die vermeintliche Selbstverständlichkeiten in Frage stellt und unsere Zukunft so ungewiss wie nie zuvor erscheinen lässt. Das Festival macht bewusst, dass manche von uns dies als Zusammenbruch, manche als Umbruch und wieder andere als Aufbruch erleben. Und es unterstreicht, dass Panik an sich nicht falsch ist – dass es aber entscheidend ist, was sie in uns als Individuen und als Gesellschaft in Bewegung setzt.“

Dietmar Prammer, Bürgermeister der Stadt Linz und Eigentümervertreter von Ars Electronica

„Gerade in herausfordernden Zeiten braucht es Zukunftsperspektiven und Visionen, und keine ‚Angstmache‘. Es ist die Rolle der Kunst und der Ars Electronica, die uns in Zeiten eines radikalen Wandels die Möglichkeit gibt, uns international auszutauschen, um uns mit den brisanten Themen und Fragen unserer Zeit zu befassen, wie Demokratie und Partizipation, Klimawandel und Ökologie, Migration und Technologie, um uns als Gesellschaft stetig weiterzuentwickeln.“

Doris Lang-Mayerhofer, Kulturstadträtin und Beiratsvorsitzende von Ars Electronica

Festivalsujet 2025

Credit: Ars Electronica

Impression POSTCITY

Credit: Bettina Gangl

Impression Nightline

Credit: vog.photo

Impression create your world

Credit: tom mesic

Impression Mariendom

Credit: tom mesic