Patient Bonsai

Ein kompletter Baum mit Ästen und Blättern, aber klein wie eine Topfpflanze: ein Bonsai wird das Sinnbild von „In Vivo“, das die Grenzregion zwischen Leben und Tod beleuchtet. Dahinter stecken die beiden Künstler Ernest Wu und Jake Tan aus Singapur, die ihre interaktive Installation im Rahmen der Künstlerresidenz „STEAM Imaging II“ des Fraunhofer-Instituts erarbeiten. Präsentiert wird das Werk im kommenden Jahr auf dem Ars Electronica Festival.

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Hinweis: Fraunhofer MEVIS, Ars Electronica und die Künstler beenden das Projekt aufgrund der derzeitigen Rahmenbedingungen und verzichten auf eine Präsentation der finalen Ergebnisse.

STEAM Imaging ist ein Programm, das das Fraunhofer-Instituts für Digitale Medizin MEVIS in Bremen gemeinsam mit der Linzer Ars Electronica und der International Fraunhofer Talent School Bremen ausrichtet. Es ermöglicht Aufenthalte von Kunstschaffenden, um Wissenschaft mit den Ansätzen der digitalen Kunst zu verknüpfen. Das Akronym STEAM steht für die Verbindung von Wissenschaft, Technologie und Mathematik mit der Welt der Kunst. Integraler Bestandteil sind mehrere Workshops, die Jugendliche für die ungewöhnliche Allianz von Kunst und Wissenschaft faszinieren sollen. Es ist bereits die zweite Residenz, die Fraunhofer MEVIS gemeinsam mit Ars Electronica organisiert: 2017 hatte die taiwanesische Medienkünstlerin Yen Tzu Chang eine Performance entwickelt, in der sie die künftige Rolle von Maschinen in der Chirurgie thematisierte.

Was vom Patienten Bonsai, der Kooperation und den Residencies zu erwarten ist, darüber haben wir mit den beiden Künstler Ernest Wu und Jake Tan, sowie Bianka Hofmann, verantwortliche Entwicklerin und Produzentin von Projekten für die Wissenschaftskommunikation (developer and producer in charge of science communication projects) sowie Sabrina Haase, MEVIS-Forscherin und Expertin für MINT Workshops gesprochen.

Die Residency findet heuer zum zweiten Mal statt. In welchen Punkten war die Erstausgabe besonders erfolgreich?

Bianka Hofmann: Die Erstausgabe half uns, ein passendes Residenzformat für das Institut auszuloten. Idee war, unsere Forschungen nicht nur zu erklären und anderen zugänglich zu machen, sondern auch die WissenschaftlerInnen in die Auseinandersetzung mit den Auswirkungen ihrer Arbeit zu bringen, die Künstlerresidenz als ein dialogorientiertes Hands-on Format der Wissenschaftskommunikation zu integrieren. Wir haben unsere MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) Workshops für den Nachwuchs als integralen Bestandteil eingebettet. So haben wir einen Raum geschaffen, in dem KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen gleichermaßen lehren und lernen und weitere Akteure, in diesem Fall SchülerInnen, mit einbezogen. Wichtig waren uns neben den Gesprächen über die Auswirkungen unserer Forschung die Vermittlung von MINT-Wissen und der Umgang mit den neuen Technologien. Wir verbuchen den STEAM (Science, Technology, Engineering, Art, Mathematics) Workshop neben dem entstandenen Werk der Künstlerin Yen Tzu Chang, die Performance-Installation „Whose Scalpel“, die auf dem Festival 2017 in Linz sowie in München, Berlin und London gezeigt wurde, als großen Erfolg. Am künstlerischen Prozess partizipieren zu können war für das Team am Fraunhofer MEVIS faszinierend und neu.

Die Mathematikerin Sabrina Haase führt die Studenten durch MeVisLab im STEAM Imaging II Workshop bei Fraunhofer MEVIS. Credit: Fraunhofer MEVIS

Was war der ausschlaggebende Punkt, die Residency fortzuführen?

Sabrina Haase: In der ersten Residency hatten wir durch die Künstlerin Yen Tzu Chang die Möglichkeit, Klangkunst in unsere MINT-Workshops zu integrieren. Das hat sehr viel Spaß gemacht und auch bei mir neue Blickwinkel eröffnet. Jake Tan und Ernest Wu bringen nun interaktive Medien, Werkzeuge und Zeichnen ein. Das positive Feedback der Schüler und selbst neue Blicke auf für mich bekannte Themen zu bekommen, motivierten mich.
Bianka Hofmann: Das positive Feedback aller Beteiligten hat uns sehr motiviert. Wir haben die jetzige Residency dahingehend angepasst, dass die KünstlerInnen länger am Institut sein können und wir neben den SchülerInnenworkshops in Bremen und Linz auch einen STEAM-Workshop für Studierende an der Nanyang Technological University in Singapur anbieten. Ziel ist es, unsere Forschungsthemen jenseits der eigenen Disziplinen zu betrachten und zu diskutieren und eine transdisziplinäre Kultur des Lernens und Arbeitens mit anderen aufzubauen.

Wie kamt ihr als Künstler zu diesem Projekt?

Ernest Wu: Zunächst einmal haben wir beide unsere eigenen künstlerischen Praktiken und Interessen. Jake versteht sich als Technologe und ist mit einer Vielzahl von Soft- und Hardware vertraut. Ich hingegen verstehe mich als bildender Künstler, der mit einer Vielzahl von visuellen und zeitbasierten Medien arbeitet. Das Projekt, In Vivo, entstand mit einer zeitlich perfekt abgestimmten offenen Ausschreibung von Fraunhofer MEVIS und Ars Electronica in Zusammenarbeit mit der International Fraunhofer Talent School Bremen. Wir begannen, über das Projekt nachzudenken, durch eine Reihe von Gesprächen darüber, wie wir als Künstler individuell vorgehen, aber auch über unser Interesse, bestimmte Forschungsinteressen, die wir unabhängig voneinander verfolgen, zu kombinieren.
Jake Tan: An der Nanyang Technological University Singapore gab es einen Open Call unter der Leitung meiner Betreuerin Assoc. Prof. Ina Conradi, die bereits mit Fraunhofer MEVIS und Ars Electronica gearbeitet hat. Das Projekt beschäftigt sich direkt mit der Frage, was passiert, wenn ein Komapatient nicht sprechen, sich bewegen oder reagieren kann? Können wir einen Weg finden, um mit Technologie und Wissenschaft eine neue Art der Kommunikation zu ermöglichen? Als Künstler beschäftigen wir uns viel mit Metaphern und hier verwenden wir einen Bonsai als Metapher für einen Patienten, der nicht sprechen und sich nicht bewegen kann. Mittels medizinischem Gerät möchten wir Fragen erforschen: Weißt etwas auf Lebendigkeit hin? Und bedeutet Lebendigkeit auch Bewusstsein? Wir haben keine Antworten und sind am Potenzial der Wissenschaft interessiert, solche Fragen zu beantworten.
Ernest Wu: Der Unterschied in unserem Ansatz ist – und wir denken, das ist der Schlüssel – dass wir im Gegensatz zur traditionellen Forschung, die versucht, Pflanzen mit Menschen zu verstehen, die Pflanze benutzen, um den Menschen zu verstehen. Wir sind daran interessiert, in ein Lebewesen hineinzuschauen, wissen aber nicht, ob uns die so generierten Informationen dem Verständnis näherbringen, was etwas lebendig macht.

Künstler Jake Tan und Ernest Wu mit dem Physiker Professor Matthias Guenther bei der Arbeit am Kunstprojekt In Vivo im Fraunhofer MEVIS MRI-Labor. Credit: Jake Tan

Welche Wünsche habt ihr an die Kooperation? In welcher Rolle sieht sich das Fraunhofer-Institut im Rahmen der Zusammenarbeit?

Sabrina Haase: Ich sehe mich als Gesprächspartnerin auf Augenhöhe mit allen Partnern sowie den KünstlerInnen und wünsche mir dieses im Rahmen der Residency von allen Beteiligten – was für mich in der ersten Residency schon ein voller Erfolg war. Voneinander zu lernen und vertiefte Einblicke in andere Fachdisziplinen zu bekommen ist mein Hauptanliegen.
Bianka Hofmann: Fraunhofer MEVIS bietet den KünstlerInnen die Möglichkeit, sich in einem gemeinsamen Prozess mit neuen Möglichkeiten der digitalen Medizin auseinanderzusetzen und ein Kunstwerk zu entwickeln. Darüber hinaus machen die KünstlerInnen diese Themen gemeinsam mit den MEVIS WissenschaftlerInnen einer breiteren Öffentlichkeit, die sich möglicherweise sonst nicht damit befasst, zugänglich – einmal natürlich über ihr Werk und zudem über die STEAM-Workshops. Die weitere Kontextualisierung der Forschungsthemen am Institut, wie bspw. die Auswirkungen von KI auf das Gesundheitssystem, die MedizinerInnen und natürlich die PatientInnen, oder Fragen nach Algorithmen, die vorurteilsbehaftet sind, nach Datensicherheit und mangelnder Transparenz für die PatientInnen, ist ein notwendiger Schritt zur bewussten Entwicklung neuer Technologien und zum bewussten Umgang mit den Folgen für die Gesellschaft. Fraunhofer MEVIS will gemeinsam mit KünstlerInnen Laien inspirieren, sich mit diesen Themen zu beschäftigen und die Öffentlichkeit unterstützen, informierte Diskussionen zu führen und fundierte Entscheidungen zu treffen – aber eben auch die Diskussion unter den ForscherInnen anregen, sich zu hinterfragen, was sie an ihrer Arbeit als verantwortlich und zukunftsorientiert definieren. Das Ziel ist Raum für eine nachhaltige Wissenschaftskommunikation unter Einbezug verschiedener Akteure der Gesellschaft und unterschiedlicher Expertisen am Institut zu bieten.

Wie sieht das aus der Perspektive der Künstler aus?

Jake Tan: In Zusammenarbeit mit Fraunhofer MEVIS und Ars Electronica sind wir sehr zufrieden mit den Ressourcen, die beide Institutionen zur Verfügung stellen und die direkt zum Ergebnis der Residenz beitragen. Als Künstler ist dieser transdisziplinäre Ansatz zur Herstellung eines Kunstwerks etwas, das wir sehr schätzen. Es werden Verhandlungen darüber geführt, was mit der bestehenden Technologie möglich ist, und es wird untersucht, wie diese Technologie für andere Anwendungen genutzt werden kann. Mit der Unterstützung von Ars Electronica haben wir die Möglichkeit, ihre bisherigen Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit KünstlerInnen in Bezug auf Fertigung und Installationen sowie die Diskussionen, die von einem Tech Art Festival kommen, zu nutzen.
Ernest Wu: Da die Arbeit transdisziplinär ist, hoffen wir, dass die Schnittstellen zwischen unseren Fragen und den späteren Ergebnissen andere Mitglieder der Gesellschaft inspirieren, sich über Technologie und neue Möglichkeiten in der digitalen Medizin zu unterhalten. Ein direktes Ergebnis, das erwähnenswert ist, ist die Integration der STEAM-Workshops als Teil der Residency. Für uns beide ist es das erste Mal, dass wir einen solchen Workshop organisieren, und wir hoffen, dass die TeilnehmerInnen sich mit uns beschäftigen werden und wir wiederum auch etwas über ihre Anliegen erfahren.

Der Künstler Jake Tan berät BerufsschülerInnen und GymnasiastInnen im Workshop STEAM Imaging II bei Fraunhofer MEVIS. Credit: Fraunhofer MEVIS

Was ist die Herausforderung an interdisziplinärem Arbeiten? Was die Bereicherung?

Sabrina Haase: Bei uns am Institut sind wir es im Bereich der digitalen Medizin gewohnt, interdisziplinär zu arbeiten. Allerdings sind hier fast alle WissenschaftlerInnen, MathematikerInnen, InformatikerInnen oder PhysikerInnen, was die gemeinsame Arbeit einerseits etwas erleichtert, andererseits aber auch durch den Fokus auf die MINT-Themen etwas einschränkt. Die Verknüpfung unserer Forschungsthemen beispielsweise mit der Kunst bietet uns WissenschaftlerInnen neue Sicht- und Herangehensweisen auf und an Probleme. Üblicherweise wird fast ausschließlich entlang der bekannten Prozesse gearbeitet, analytisch und fachspezifisch lösungsorientiert gedacht, da dieses ja auch speziell durch unser Anwendungsfeld der digitalen Medizin und den damit verbundenen hohen Qualitätsstandards gefordert ist. Es ist selten Zeit, ergebnisoffen explorative Kreativität in den Prozess mit einzubinden. Das ist das Besondere an dieser interdisziplinären Residency.
Jake Tan: Die Herausforderungen sind vielfältig, aber in erster Linie ist es die Unwissenheit darüber, welche Informationen wir sammeln, was wir lernen, welche Daten wir erfassen können und was wir nicht wissen. Jeder hat seine eigene Expertise und hat unterschiedliche Hintergründe und kann das gleiche Problem auf unterschiedliche Weise angehen. Dies kann sich als schwierig erweisen, wenn es darum geht, die Ähnlichkeiten zwischen zwei völlig getrennten Disziplinen herauszufinden, aber auch unglaublich lohnend sein, wenn eine Schnittmenge inmitten all der Unterschiede gefunden wird. In der Wissenschaft gibt es eine Hypothese und es wird ein Experiment durchgeführt, um diese Hypothese zu unterstützen oder zu widerlegen. In der Kunst ist das Ergebnis nicht so exakt definiert. Es gibt eine Tendenz, etwas herauszufinden und einen Prozess, um herauszufinden, wie man es findet. Die Bereicherung besteht dann darin, den Sweet Spot zwischen den verschiedenen Prozessen zu finden, und das ist sowohl die Herausforderung als auch der Lohn.

Worin liegen die Vorteile im Format Residency aus eurer Sicht?

Bianka Hofmann: Wir haben die außergewöhnliche Gelegenheit, mit internationalen PartnerInnen und KünstlerInnen und der jungen Generation andere Herangehensweisen an Themen der digitalen Medizin im Prozess gemeinsam zu explorieren und zudem durch die STEAM-Workshops transdisziplinäre Wege in der Vermittlung von MINT-Themen einzuschlagen, das ist ausnehmend inspirierend. Auch in unterschiedlichen Altersgruppen zu lehren und zu lernen ist bereichernd. Wir möchten die Talente aller Beteiligten nähren und stärken. Disziplin- und generationsübergreifende Bildung ist ein wesentliches Thema der Zukunft. Durch die Residency verknüpfen wir außerdem Partner, national das Schulzentrum Walle in Bremen mit unserem Institut und mit der Fraunhofer Talent School und international mit der Ars Electronica und der Nanyang Technological University in Singapore.
Ernest Wu: KünstlerInnen beschäftigen sich in der Regel mit persönlichen Themen, philosophischen Idealen oder kulturellen und gesellschaftlichen Themen. Und in vielen Fällen ist der Künstler immer etwas zu weit weg von den anderen großen Themen oder hat nicht die Mittel, sie zu verfolgen. Durch diese einzigartige, prozessorientierte Residency konnten wir größere ethische Fragen bezüglich der gesellschaftlichen Auswirkungen der fortschreitenden Medizintechnik verstehen. Der Zugang und die Vermittlung von Informationen aus erster Hand über ethische und soziale Auswirkungen auf die moderne Medizin haben einen enormen Einfluss darauf gehabt, wie wir den Kunstproduktionsprozess während der Residency angehen.
Jake Tan: Wir freuen uns sehr, dass wir mit dieser Residency die Zeit haben, Fragen in einem Umfeld wie dem Fraunhofer MEVIS zu beantworten, in dem nicht die Kunst im Vordergrund steht, sondern Menschen mit der Bereitschaft, sich trotzdem mit Kunst auseinanderzusetzen. Der Austausch von Ideen und Denkprozessen ist sowohl für uns als auch für die Menschen, mit denen wir durch die Residency in Kontakt gekommen sind, wertvoll. Darüber hinaus ist als Künstler jede Art von institutioneller und finanzieller Unterstützung bei der Kunstproduktion immer willkommen, und es ist uns eine große Ehre, die Möglichkeit zu haben, an dieser STEAM Imaging Residency teilzunehmen.

Der Künstler Ernest Wu unterrichtet BerufsschülerInnen und GymnasiastInnen im Workshop STEAM Imaging II bei Fraunhofer MEVIS. Credit: Fraunhofer MEVIS

Die International Fraunhofer Talent School Bremen setzt schon bei Jugendlichen an. Welche Visionen ergeben sich durch die Integration der Kunst?

Bianka Hofmann: Seit vielen Jahren begeistern MEVIS-Fachleute auf anschauliche und interaktive Weise für die vielfältigen Anwendungen, die die Informatik mittlerweile in der Medizin hat. Der Workshop im Rahmen der Künstlerresidenz hat dabei eine besondere Stoßrichtung. Er wird von KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen gleichermaßen konzipiert und ausgerichtet. Dadurch erhalten die Jugendlichen einen Einblick sowohl in die bei MEVIS stattfindende Forschung als auch in die vielfältigen Möglichkeiten der Medienkunst.
Sabrina Haase: Die Vision ist, dass sich die Jugendlichen aus dem schulischen Denken – das ähnlich wie die Arbeit von WissenschaftlerInnen sehr analytisch, leistungs- und lösungsorientiert ist – etwas befreien, um Lösungsansätze für Probleme aus verschiedenen Blickwinkeln zu entwickeln. Das gleiche gilt natürlich für uns WissenschaftlerInnen auch: Abseits von bekannten Mustern zu denken, kann nur positiven Einfluss haben und die Kreativität bei Lösungsansätzen fördern. Für mich steht die Kunst hier stellvertretend für eine Disziplin mit anderen Denkmustern als sie in den MINT-Wissenschaften gelehrt und gelebt wird – Kunst ist also für mich eine Bereicherung in Lösungsprozessen.
Bianka Hofmann: Die SchülerInnen und Studierenden können sich auf ihre Interessen und Talente konzentrieren und sich zu den inhaltlichen Themen in Bezug setzen, ohne dabei auf äußere Vorgaben und Ziele fixiert zu werden. Uns geht es auch darum, dass die TeilnehmerInnen ihre Talente und Vorlieben spüren und sich ausprobieren können – und erleben, wie man mit neuen Technologien selbstbestimmt und mit MINT-Themen kreativ und explorativ umgehen kann. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, müssen junge Menschen zunehmend transdisziplinär denken und arbeiten können, und das soll dieser Workshop fördern.
Ernest Wu: Dabei geht uns nicht darum, die Jugendlichen in eine bestimmte Richtung zu drängen. Stattdessen wollen wir sie in die Lage versetzen, selber herauszufinden, was sie eigentlich gerne machen würden.

Jake TAN (geb. 1994, Singapur) träumt in Code. Seine Arbeiten erforschen die unscharfen Grenzen zwischen Mensch, Maschine und Natur und schaffen nachdenkliche Interaktionen und Erfahrungen, die das Menschsein in einer Gesellschaft von Maschinen hinterfragen. Er durchquert physische Räume und Skulpturen und spricht die Sprache von Mensch und Maschine.

Ernest WU (geb. 1991, Singapur) nutzt die Kamera als Meditationswerkzeug, erforscht die Möglichkeiten der Bildgestaltung und stellt traditionelle Betrachtungsweisen von Bildern durch unkonventionelle Schöpfungs- und Präsentationsmethoden in Frage. Seine Projekte wenden diese einzigartigen Methoden an, um Fragen der Existenz und der sterblichen Natur der Dinge zu untersuchen.

Sabrina Haase studierte Mathematik an der Universität Bremen. Seit 2009 ist sie am Fraunhofer-Institut für Digitale Medizin MEVIS tätig, wo sie internationale Forschungs- und Industrieprojekte koordiniert. Ihre bisherige Forschung am Fraunhofer MEVIS beschäftigte sich mit bio-physikalischen Verfahren zur mathematischen Modellierung und Simulation thermischer Therapien, um den Therapieerfolg zu verbessern. Derzeit beschäftigt sie sich auch mit der Softwarequalität von Medizinproduktekomponenten und interessiert sich für die regulatorischen Aspekte der Zertifizierung von Medizinprodukten. Seit vielen Jahren erweitert und leitet sie das Bildungsangebot des Instituts für den wissenschaftlichen Nachwuchs…

Bianka Hofmann ist eine preisgekrönte Produzentin und Entwicklerin von Inhalten und Formaten für die Wissenschafts- und Technologiekommunikation. Sie schafft Räume, um Menschen aus verschiedenen Bereichen für interdisziplinäres Gespräch, Kooperation und Co-Kreation zu verbinden, um gesellschaftlich relevante Themen zu untersuchen und durch interaktive und künstlerische Ansätze der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Seit über 15 Jahren entwickelt sie Inhalte und Formate für Unternehmen, Universitäten, Forschungseinrichtungen wie stereoskopische 3D- und 360° immersive digitale Erlebnisse, Kurzfilme, interaktive Ausstellungen, Installationskunst, STEAM-Workshops, Kindercollege, Lehrerfortbildungsprojekte und ein prozessorientiertes Artist-in-Residence-Programm, die im Ars Electronica Center & Festival, Österreich, German Museum of Technology, Media Art Nexus NTU, Singapur, Raw Science Film Festival, UCLA Art Sci Center + Lab, USA, und an vielen anderen Orten stattgefunden haben. Derzeit arbeitet sie als Leiterin der Unternehmenskommunikation am Fraunhofer-Institut für Digitale Medizin MEVIS.