Mónica Rikić Creates Her World

Zum u19 – CREATE YOUR WORLD Festival kommen jedes Jahr Künstler und Künstlerinnen von überall aus der Welt. Sie zeigen uns ihre Ideen, probieren sie hier aus und lassen sich selbst zu Neuen inspirieren. Mónica Rikić ist mit ihrem Projekt Buildasound aus Spanien zu Gast und erzählt hier von ihren Ideen und wie sie zu ihnen kam.

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Zum u19 – CREATE YOUR WORLD Festival kommen jedes Jahr Künstler und Künstlerinnen von überall aus der Welt. Sie zeigen uns ihre Ideen, probieren sie hier aus und lassen sich selbst zu Neuen inspirieren. Mónica Rikić ist mit ihrem Projekt Buildasound aus Spanien zu Gast und erzählt hier von ihren Ideen und wie sie zu ihnen kam.

Ich war eines der Kinder die glaubten, dass magische Worte in Erfüllung gehen, wenn man sie vor dem Schlafengehen dreimal wiederholt. Und obwohl es nie passiert ist, probierte ich es in der Nacht drauf wieder – denn ich gab mich nicht leicht geschlagen.

Außerdem erinnere ich mich, dass ich immer einen Hund wollte. Da meine Eltern das aber nie erlaubten, erfand ich einen mechanischen Hund aus Stöcken, Gummischnüren und Rädern, die durch die Schnüre in Bewegung versetzt wurden. Baumwolle war der Haarersatz für das Tier und man kann sich vorstellen, dass es damit sehr seltsam aussah.
Eines war mir klar: Es gab immer einen Weg das Unmögliche zu schaffen, man musste nur dem gelben Ziegelsteinweg folgen.
Eines Tages war ich alte genug für die Uni und ich wusste genau was ich machen wollte: „Mama ich werde Künstlerin!“ Und damit begann ich ein Kunststudium.

Meine Freundin Lucia Seguramente und ich begannen surreale Welten aus allem, was wir herumliegen hatten, zu erschaffen und daraus Videos zu machen. Niemand hatte uns Techniken dafür beigebracht, doch das war uns egal – wir erfanden unsere eigenen.

Durch die Uni konnte ich Reisen. Zuerst war ich mit meinem guten Freund David Proto in Griechenland. Wir erschufen dort in Zuge einer Residency eine „leere“ Person: Den Gras-Mann, der einen Charakter bekam, indem wir ihn bei einem Forum kollektiv mit Gedanken und Verhaltensweisen füllten – wir sagten ihm, wie er sich verhalten sollte.

In Griechenland entdeckte ich auch das Internet und dessen Möglichkeiten als künstlerisches Mittel.


Dann ging ich nach Australien, wo ich die Möglichkeit hatte, noch mehr alternative Welten mit Hilfe der neuen Medien zu erschaffen – dabei entdeckte ich wiederum eine ganz neue Art des künstlerischen Schaffens.

Ich kam zurück und wusste was ich weiter machen wollte: „Mama ich werde Programmiererin!“ und das war eine gute Entscheidung: Ich begann das Masterstudium Digital Arts an der Universität Pompeu Fabra und setzte die3 Erfindung neuer Welten fort.

Hier lernte ich programmieren. Es war schwer und das ist es immer noch manchmal. Diese Aneinanderreihung unverständlicher Wörter und Zahlen frustrierten mich bei meinen ersten Versuchen, als es nur darum ging, einen verdammten Ball springen zu lassen.
Aber natürlich hörte ich deswegen nicht auf, sondern machte weiter. Langsam aber stetig entschlüsselte sich der seltsame Code für mich und mit diesem Fortschritt entstand auch Buildasound.

[vimeo 37239791 w=700 h=385]

Buildasound – Full description from Monica Rikic on Vimeo.

Die Idee dahinter war zu zeigen, dass die Verwendung neuer Technologien genau so gemütlich und weich sein kann, wie die Würfel bei diesem Spiel. Man kann hineinspringen, ohne sich davor fürchten zu müssen, etwas kaputt zu machen – nicht wie bei herkömmlichen technischen Geräten. Du kannst die Würfel umarmen, sie lieben oder deine Wut an ihnen auslassen, wie du magst.

Buildasound hat mir Träume erfüllt, von denen ich nicht einmal wusste, dass ich sie hatte und es hat mich zu Orten geführt, von denen ich nicht einmal wusste, dass sie existieren. Es hat mir eine Parallelwelt erschaffen und mich hineingezogen.

Wenn ich aber jetzt in die Zukunft blicke, schaut es ziemlich finster aus. Wir befinden uns in einer Krise und die Regierung meines Landes (Spanien a. d. Ü.) hat entschieden, dass Kunst und Kultur ein unnötiges Privileg ist – und vor allem kein anständiger Beruf. Aber kann das überhaupt ein Grund sein aufzuhören? Eindeutig nicht.

Heute zeige ich Kindern, wie sie ihre eigenen Welten erschaffen können –meine Freundin Joana Moll und ich machen Workshops, wo wir mit interaktiven Kostümen erklären, wie Programmieren geht und zeigen, wie man Natur und Technik zu etwas Neuem verbinden kann. Langsam aber stetig – mit Kunst und Gelächter – That’s how I create my world.

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Mónica Rikic (Barcelona 1986) studierte Bildende Künste an der Universität von Barcelona bis 2009, wo für sie Videokunst und Animation im Vordergrund standen. Während des Studiums war sie für zwei Residencies geladen: Eine an der technischen Universität von Athen, wo sie begann mit Net Art zu arbeiten und eine an der Southern Cross University in Australien, wo sie sich auf Animation und Sound konzentrierte. Danach schloss sie das Masterstudium Digital Arts an der Universität Pompeu Fabra, Barcelona ab, wo sie programmieren und den Umgang mit interaktiven Techniken wie Microcontroller und Bilderkennung lernte. Sie entdeckte Code als eine wichtige künstlerische Ausdrucksweise, mit der sie seither hauptsächlich arbeitet. Rikić nahm an einigen internationalen Kunst- und Musikfestival teil, unter anderem SonarKids in Barcelona, UovoKids in Mailand oder FILE Sao Paulo 2012, TEI’13 Conference und FILE GAMES Rio 2013.