Künstliche Kompositionen und maschinelle Musik — das war das AIxMusic Festival 2020

Musik und Technologie, Künstliche Intelligenz und Musikinstrumente, Diskussionsrunden und Workshops. Ein Begriff umfasst all diese Elemente in einem: Das AIxMusic Festival!

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Das AIxMusic Festival, das im Vorjahr vor der außergewöhnlichen Kulisse des Stift Sankt Florian zum ersten Mal stattgefunden hat, war ein großer Erfolg. Dieses Format bietet eine Plattform, die nicht nur wichtige Fragen zu den ethischen und kreativen Dimensionen von künstlicher Intelligenz aufgreift, sondern auch große Köpfe, musikalische Vorreiter*innen, Wissenschaftler*innen und Künstler*innen auf internationaler Ebene zusammenbringt. Zum zweiten Mal veranstaltete Ars Electronica daher im Rahmen der STARTS-Initiative in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission 2020 das AIxMusic Festival. Die heurige Ausgabe war nicht nur aufgrund der äußeren Umstände außergewöhnlich: Das diesjährige Festival fand nicht nur in Linz oder Sankt Florian, sondern auf vielen internationalen Bühnen parallel statt. Ein Festival mit Partizipation aus allen Ecken der Welt also. Hier ein kleiner Rückblick für euch:

Ars Electronica Garden Brussels

Bot Bop Musical: Zwei Musiker, Sondervan und Claes, trainierten bei diesem Projekt einen virtuellen Agenten in musikalischer Autonomie und Echtzeit-Interaktion. So entwickelten sie hybride Instrumente und experimentelle Sounddesigns.

Ars Electronica Garden Paris

Little Etudes for Piano: The Little Etudes wurden ursprünglich einzeln, eine pro Tag, während der World Heart Rhythm Week 2020 veröffentlicht und sind eine Reihe von kurzen Klavierstücken, die auf elektrischen Herzanomalien basieren. Indem diese elektrophysiologischen Anomalien wie in der zeitgenössischen klassischen Musik notiert und mit Fragmenten bestehender Musik abgeglichen werden, entstehen Collage-Kompositionen, die spezifische Erfahrungen mit den Herzerkrankungen vermitteln.

photo: Elaine Chew

Ars Electronica Garden Stockholm

KTH AIxMusic: Der KTH AIxMusic Garden umfasste drei Veranstaltungen, die sich auf Künstliche Intelligenz und Musik konzentrieren: eine Videoaufnahme, die von einer KI erzeugte Volksmusik zeigt, eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Music as Experience in a age of Artificial Intelligence and Computational Creativity“ und eine interaktive Musik-Lernsession, in der eine von KI erzeugte Volksmelodie beigebracht wird.

Ars Electronica Garden Silicon Valley

AIxMusic Festival Opening Ceremony: Ist eine Art Subkonferenz, die von dem Institut The Grid organisiert wurde, welche am 4. Festivaltag stattgefunden hat. Die Eröffnung der Konferenz wurde vom künstlerischen Leiter der Ars Electronica, Gerfried Stocker, ebenso wie von Roberto Viola, Director-General, DG CONNECT (Directorate General of Communication, Networks, Content and Technology) der Europäischen Kommission, begleitet.

photo: Dockyard

Ars Electronica Garden Barcelona

AI for humans: Hier wurde die binäre Trennung von Mensch und Maschine im Prozess des Musikmachens diskutiert und die Möglichkeiten untersucht, wie KI-Systeme dazu beitragen könnten, dass mehr Menschen in der Musikindustire bezahlt werden, anstatt sie zu verdrängen. Außerdem wurde die Notwendigkeit diskutiert, dass KünstlerInnen am Prozess der Entwicklung von KI-Tools teilhaben.

photo: Holly Herndon, Matt Dryhust, Richie Hawtin

Ars Electronica Garden Berkeley

Machine Creativity at CNMAT widmet sich der multidisziplinären Forschung und dem kreativen Einsatz von Klängen und verbindet den Konzertsaal mit dem Versuchslabor. Das Zentrum „The Center for New Music and Audio Technologies“ schafft neue Werke im Bereich Musik und Kunst, erforscht, baut und vertreibt Software-Tools an der Schnittstelle von KI und Musik.

photo: Alice Unchained, The Center for New Music and Audio Technologies (CNMAT)

Ars Electronica Garden Rome

Transient – Impermanent paitings ist ein audiovisuelles Konzert mit zwei motorbetriebenen Klavieren und zwei Dirigent*innen in Zusammenarbeit mit generativen Algorithmen mit dem Ziel, die traditionellen künstlerischen Techniken im Kontext der Wechselbeziehung zwischen Mensch und Maschine neu zu denken.

Ars Electronica Garden Plymouth

Biocomputer Rythms ist ein musikalisches Duett zwischen einem Pianisten und einem intelligenten interaktiven Bio-Computer. Der Biocomputer hört auf das Klavier und erzeugt während der Aufführung musikalische Antworten. Und diese Antworten werden vom Pianisten auf Schlaginstrumente und auf dem Klavier gespielt.

photo: ICCMR – University of Plymouth

AIxMusic Hackathon

Der AIxMusic Hackathon ist eine aus unterschiedlichen Fachleuten bestehende Veranstaltung, die sich kreativ mit Musikdatenproblemen auseinandersetzen und neue Datenlösungen prototypisch entwickeln wollen. Der Hackathon dreht sich um eine Reihe von Hands-on-Workshops, in denen hochkarätige Forscher*innen und Künstler*innen neue Werkzeuge und Forschungsergebnisse austauschen.

photo: Philippe Barbosa

Big Concert Night 2020 + AI Jam

Die „Große Konzertnacht“ in Zusammenarbeit mit dem Brucknerorchester Linz ist seit über einem Jahrzehnt ein fixer Bestandteil jedes Ars Electronica Festivals – und seitdem es das AIxMusic Festival gibt auch von diesem. Eine besondere Performance bot das AIxMusic Projekt von Ali Nikrang, der als Komponist und KI-Forscher im Ars Electronica Futurelab arbeitet. Er hat eine avancierte KI-Kompositions-Software entwickelt und Musiker*innen aus dem großen internationalen Netzwerk der Festivalpartner*innen eingeladen, zu den KI-Kompositionen ihre individuelle musikalische Antwort, Interpretation oder Improvisation zu gestalten.

SPLEEN MACHINE

SPLEEN MACHINE dokumentiert die jahrelange Forschung von Alex Braga auf dem Gebiet von KI und die Schaffung eines neuen Musikinstruments namens A-MINT, ein Angelpunkt der sogenannten ‘Augmented Music’.

photo: Alex Braga

Gnawa Machine

Das modale Gitarrenspiel von Camel Zekri wird am Keyboard von Marc Chemillier begleitet, unterstützt vom Djazz-System, das automatisch lernt, indem es sein Gedächtnis erweitert und dank eines Score-Folge-Algorithmus dem Tempo folgt.

photo: Jeff Joly

The Welcome Chorus

…ist eine interaktive Installation aus 12 Hörnern, die Besucher*innen in den Galerieraum einlädt, das kollaborative Werk, welches künstliche Intelligenz nutzt, um ein Klangerlebnis für die Besucher*innen zu schaffen, auszuprobieren.

photo: vog.photo

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