„Welcome to the Sound of Planet B“

Was macht Julie Andrews mit VR-Brille im Aralsee? Gerfried Stocker, künstlerischer Leiter der Ars Electronica, erklärt die Gedanken hinter dem Festival-Sujet "Welcome to Planet B" und erzählt, wie das Bild entstanden ist.

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Das Sujet erzählt eigentlich perfekt das heurige Festivalthema: unser Tanz am Abgrund des Vulkans und die Widersprüchlichkeiten unserer Zeit.

Als der mittlerweile legendäre Club of Rome Bericht vor 50 Jahren erschien, waren diese Schiffe noch in Betrieb und der Aralsee der viertgrößte See der Welt. Mittlerweile gehen zahlreiche Flüsse und Wasserreservoirs weltweit dem gleichen Schicksal entgegen und der Grundwasserspiegel sinkt nicht nur in Mexico City auf dramatische Weise, sondern auch „bei uns“ z.B. in Bayern.

Und dennoch verheizen wir immense Mengen an fossilen Brennstoffen, wiederholen die gleichen Fehler auch in der digitalen Welt, für Bitcoins und NFTs … und um all das nicht sehen zu müssen, lassen wir uns eine schöne neue virtuelle Welt aufschwatzen, flüchten in die scheinbar heile Konsumwelt, die uns die digitalen Feudalherren des 21. Jhd. verkaufen, in denen wir mit virtuellen Lamborghinis und digitalen Designerklamotten um Influence und Anerkennung buhlen, während die Masters of the Universe auf ihre privaten Weltraumstationen flüchten … Science Fiction? Nein, eigentlich mitten aus dem Leben gegriffen, dem Leben der nächsten Jahrzehnte, dem Leben unserer Kinder und Enkel … es sei denn, wir reißen das Ruder herum, bekennen uns zu einer anderen Art als Menschheit auf diesem Planeten zu leben, und auch wenn wir noch nicht wissen, wie es genau gehen soll, beginnen wir damit! Welcome to the Sound of Planet B.

Was konnte also besser passen als die heile Hollywoodwelt der 1950er Jahre, in der Julie Andrews zum Sound of Musik in idyllischen Berglandschaften tanzt, in die zerstörte Natur unserer Tage zu beamen. Um eine wirklich gute, plakattaugliche Bildqualität für dieses Sujet zu erzielen, entschieden wir uns, die Tanzszene neu zu fotografieren. Jutta Schmiederer, die gemeinsam mit Gerhard Kirchschläger für die grafische Entwicklung des Festivalsujets verantwortlich ist, fand nicht nur den passenden Schürzenstoff in den Schränken ihrer Mutter, sondern auch die richtigen Künstler*innen aus Linz, um das Vorhaben umzusetzen: Michaela Riess/Zoe Goldstein Photography als Fotografin, Jürgen Christian Hörl/JCH als Fashion Designer und Silke Grabinger als Tänzerin, unterstützt von Photoassistent Roland Bindreiter und Radostina Baier, die für Make up+Hairdesign verantwortlich zeichnet.

Das Foto von den Schiffwracks in Moynaq, Aral Sea stammt von Arian Zwegers und ist unter einer CC BY 2.0 lizensiert und ward in den wundervollen Archiven von Wikimedia Commons gefunden. Die Rakete im Hintergrund stammt aus den Archiven der NASA.

Um mehr über das Festival zu erfahren, besuche unsere Festival-Website und folg‘ uns auf Social Media!