CoBot Studio

Wenn Menschen und Roboter Seite an Seite arbeiten, ist das nicht immer einfach: Wie kommuniziert man mit einem Kollegen, der nur aus einem Greifarm besteht? Wie schafft man ein sicheres Arbeitsverhältnis, auch wenn Mensch und Maschine körperlich eng zusammenarbeiten – und wie kann die Akzeptanz von Robotern im Arbeitsalltag erhöht werden?

Das bundesweite Forschungsprojekt CoBot Studio des LIT Robopsychology Lab an der Johannes Kepler Universität Linz, das in Kooperation mit dem Ars Electronica Futurelab und fünf weiteren Projektpartnern durchgeführt wird, beschäftigt sich mit genau dieser Frage. Ziel ist es, eine einzigartige Mixed-Reality-Umgebung zu schaffen, in der zukünftige Formen der Zusammenarbeit mit CoBots, also kollaborativen Robotern, bereits heute simuliert werden können. Verschiedene Disziplinen, von der Robotik über Psychologie und virtuelle Realität bis hin zur nonverbalen Kommunikation, werden daran beteiligt sein.


Leichter, sicherer, näher: CoBots

Im Gegensatz zu herkömmlichen Industrierobotern, die aus Sicherheitsgründen meist nur hinter Absperrungen oder in Käfigen eingesetzt werden, sind CoBots leicht und sicher genug, um in unmittelbarer Nähe von Menschen zu arbeiten. Dies wirft jedoch zunehmend Fragen zum gegenseitigen Verständnis auf: Woher wissen wir, welches Objekt ein Roboter als nächstes anfassen wird? Wie teilt die Maschine mit, dass sie auf Eingaben wartet? Und kann ein Mensch abschätzen, in welche Richtung sich der Roboterarm bewegen wird?

CoBot Studio will untersuchen, welche Robotersignale in welchen Arbeitsumgebungen für welche Gruppe von Menschen tatsächlich zu (gegenseitigem) Verständnis, Vertrauen und letztlich zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit beitragen. Im Idealfall wird das Ergebnis ein intuitives Verständnis zwischen Mensch und Roboter sein – aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Erweiterte Realität im Deep Space 8K

Der Deep Space 8K im Ars Electronica Center spielt dabei eine wichtige Rolle: Hier wird in einer neuen Mixed-Reality-Simulationsumgebung geforscht. Kommunikative Kollaborationsprozesse können mit mobilen Robotern getestet und gleichzeitig unter kontrollierbaren Bedingungen evaluiert werden. Proband*innen spielen kollaborative Spiele mit Robotern und erledigen gemeinsam Aufgaben. Innerhalb der Spiele werden nonverbale Kommunikationssignale der Roboter variiert und deren Wirkung auf Kollaborationserfolg, Verständlichkeit und Bewertung des Interaktionserlebnisses untersucht.

Aus den gewonnenen Daten und ergänzenden Interviews werden praxisorientierte Gestaltungsprinzipien für Bewegungsabläufe und neue visuelle Signalgeber für kollaborative Roboter abgeleitet. Das erklärte Ziel: die menschengerechte Gestaltung von Robotern – und eine angenehme, effiziente und sichere Zusammenarbeit.

Know-how aus Psychologie, Robotik, Game-Design und mehr

Das Projekt wird von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG im Rahmen des Innovationsprogramms „Ideenlabor 4.0“ gefördert, das auf die Unterstützung von experimentellen Ansätzen und interdisziplinärer Zusammenarbeit setzt. Mit dem LIT Robopsychology Lab der JKU Linz, dem Ars Electronica Futurelab, Joanneum Robotics, dem Österreichischen Forschungsinstitut für Artificial Intelligence (OFAI), dem Center for Human-Computer Interaction der Universität Salzburg sowie den Unternehmen Blue Danube Robotics und Polycular vereint das Projektteam im Sinne des „Ideen Lab 4.0“ Expertise aus ganz Österreich in den Bereichen Psychologie, Robotik, Informatik, multimodale Kommunikation, Game Design, Virtual & Augmented Reality, Soziologie und Sicherheit.

Als Best-Practice-Projekt soll CoBot Studio auch die Relevanz von interdisziplinären Partnerschaften für die Gestaltung von menschenzentrierter Technologie und Arbeitswelten der Zukunft unterstreichen.

Lesen Sie mehr über CoBot Studio im Interview mit Martina Mara und Roland Haring auf dem Ars Electronica Blog: :

Credits

Ars Electronica Futurelab: Samuel Eckl, Roland Haring, Daniel Rammer, Erwin Reitböck, Clemens Scharfen, Susanne Teufelauer, Julian Zauner

PARTNER:
LIT Robopsychology Lab, Johannes Kepler Universität Linz
Center for Human-Computer Interaction, Universität Salzburg
Joanneum Robotics JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH
Polycular OG
Österr. Forschungsinstitut für Artificial Intelligence OFAI
Blue Danube Robotics GmbH

Dieses Projekt wird von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG im Rahmen des Innovationsprogramms „Ideenlabor 4.0“ gefördert.

CoBot Studio wird unterstützt von MiddleVR

Ähnliche Projekte

Tauchen Sie ein in unsere Arbeit

Interesse an ähnlichen Projekten? Folgende Projekte des Ars Electronica Futurelab stehen in Verbindung zu den Ideen und Konzepten dieser Arbeit. Einen Überblick über alle unsere Produktionen, Kooperationen und Projekte finden Sie in unserem Projektarchiv.